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	<title>ABRISSBERLIN &#187; Drei Tage mit Al</title>
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		<title>Kopulationskulturhistorische Betrachtungen</title>
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		<pubDate>Tue, 25 Nov 2008 00:54:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Al</dc:creator>
				<category><![CDATA[Drei Tage mit Al]]></category>

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		<description><![CDATA[Mittwoch Sitzb&#228;nke gibt es wohl zu Tausenden in der Stadt. Sie f&#252;gen sich als U-Bahneingangseinhausung in das allgemein leicht verdauliche Bild des Alex ein, sie stehen streng preu&#223;isch aufgereiht unter den Linden und rahmen im Tiergarten die Skulpturen ein. Es gibt aber nur wenige B&#228;nke, die tats&#228;chlich exklusiven Ausblick versprechen. Eine steht im Volkspark Friedrichshain, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Mittwoch</strong></p>
<p>Sitzb&#228;nke gibt es wohl zu Tausenden in der Stadt. Sie f&#252;gen sich als U-Bahneingangseinhausung in das allgemein leicht verdauliche Bild des Alex ein, sie stehen streng preu&#223;isch aufgereiht unter den Linden und rahmen im Tiergarten die Skulpturen ein. Es gibt aber nur wenige B&#228;nke, die tats&#228;chlich exklusiven Ausblick versprechen. Eine steht im Volkspark Friedrichshain, v&#246;llig vergessen von jeglichen &#196;mtern und st&#228;rker frequentiert als die K&#228;setheke im KaDeWe.</p>
<p>M&#252;de Wanderer, deren Ziel der Gipfel der Lust ist, ruhen sich auf ihrem beschwerlichen Marsch dort aus, manchmal dient diese Bank selbst als Gipfelkreuz. Neben all dem profanen Gefummel und gedr&#252;cktem Gest&#246;hne offenbart sich die Sitzgelegenheit aber als ein Ort des Gespr&#228;chs. Folgendes konnte man mittwochs belauschen:</p>
<p>„Ach, Du auch wieder hier?“<br />
- Na klar, wo sonst bekommt man noch &#8216;ne Show umsonst!<br />
„Ja ja, alle kommen s&#8217;e nuuuur um zu gucken!“<br />
- Na wegen Sex kann&#8217;s ja wohl nicht sein, hier is&#8217; wieder nur Gelaufe und die &#252;blichen Verd&#228;chtigen, Du bist ja auch wieder hier!<br />
„St&#252;mmt&#8230;“<br />
- Jetzt setz&#8217; Dich her und rauch&#8217; einen mit!<br />
„Hab ja eh n&#252;scht Besseres zu tun&#8230;“</p>
<p>&#8230;</p>
<p>„Stell Dir vor: Letzte Woche sa&#223; ich hier, pl&#246;tzlich raschelt&#8217;s und zwei Omas kommen ausm Geb&#252;sch! Die waren genauso erstaunt wie ich! O Gott, wenn ich grad was am Laufen gehabt h&#228;tte!“<br />
- Jogger kommen hier regelm&#228;&#223;ig durch, sind auch schon Kinderw&#228;gen hier durchgeschoben worden&#8230;, &#252;berall werden Schilder aufgestellt, nur hier wird nicht vorm &#246;ffentlichen Personennahverkehr gewarnt&#8230;<br />
„Das is hier wirklich nicht mehr feierlich, was?“<br />
- Sind halt die letzten Tage vom Friedrichshain&#8230;<br />
„Wie meinste das?“<br />
- Kannste Dich noch an das Gel&#228;nde erinnern, wo jetzt die <a title="Prenzlauer G&#228;rten" href="http://www.prenzlauer-gaerten.de">Prenzlauer G&#228;rten</a> draufstehen? Mit dem Trafoh&#228;uschen, der Freiluftreppe und dem alten Autowrack?<br />
„Die &#252;berwucherte Brache, die rund um die Uhr offen hatte?“<br />
- Genau die! Das war ein paradiesischer, kleiner Garten und heute steht Beton drauf!<br />
„Das is&#8217;n echter Jammer&#8230;, M&#228;rchenbrunnen is&#8217; ja nach der Sanierung auch tot!“<br />
- Und die Tuntenwiese gibt&#8217;s auch nicht mehr&#8230;<br />
„Stimmt, da war ja mal eine! Heute gibt&#8217;s da ja eher Kindergeburtstag als Zickenterror.“<br />
- Und deswegen dr&#252;cken sich jetzt hier alle rum&#8230;, sind einfach zu viele&#8230;, deswegen l&#228;uft nix mehr und wird auch nix mehr laufen&#8230;, deswegen sag ich: Die letzten Tage vom Friedrichshain, der Freiraum hier geht fl&#246;ten. Vielleicht steht die Bank hier ja mal eines Tages im <a title="Schwules Museum Berlin" href="http://www.schwulesmuseum.de">Schwulen Museum</a>. So als Mahnmal f&#252;r die verlorenen Orte&#8230;<br />
„Pessimist!“<br />
- Ich wei&#223;&#8230;</p>
<p><em>Al</em></p>
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		<title>Vorne, hinten, rechts und links</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Jul 2008 00:07:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Al</dc:creator>
				<category><![CDATA[Drei Tage mit Al]]></category>
		<category><![CDATA[Mediaspree versenken]]></category>
		<category><![CDATA[Umbruch]]></category>

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		<description><![CDATA[Dienstag Der Raum ist erhellt vom grellen Neonlicht, die Tische sind streng in einem Viereck angeordnet. Die Seiten sind klar: Vorne, hinten, rechts und links. Vorne ordnet an, Links bestreitet, Rechts stimmt zu, Hinten hat nichts zu melden. Hinten w&#252;rde aber gerne sein Anliegen pr&#228;sentieren, aber Vorne, Links und Rechts interessiert es eigentlich nicht, wollen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Dienstag</strong></p>
<p>Der Raum ist erhellt vom grellen Neonlicht, die Tische sind streng in einem Viereck angeordnet. Die Seiten sind klar: Vorne, hinten, rechts und links. Vorne ordnet an, Links bestreitet, Rechts stimmt zu, Hinten hat nichts zu melden.</p>
<p>Hinten w&#252;rde aber gerne sein Anliegen pr&#228;sentieren, aber Vorne, Links und Rechts interessiert es eigentlich nicht, wollen eigentlich lieber nicht bel&#228;stigt werden &#8211; alles Unfug in ihren Augen. Pl&#246;tzlich hat Rechts was gegen Links. „Links sind zuviele“ wird gekr&#228;ht. Links erwidert: „Is&#8217; ja gar nicht wahr, wir haben ein Recht hier zu sein“.</p>
<p>„Ein Teil von Links muss gehen“, sagt Vorne, Hinten wird gar nicht gefragt.</p>
<p>Vorne f&#228;ngt an zu schwafeln, lobt Hinten f&#252;r das Engagement, aber was Hinten eigentlich will, ist gar nicht machbar. Links und Rechts stimmen zu. Warum soll Hinten in dem herumgereichten Papier nachlesen.</p>
<p>Papier ist geduldig, Hinten nicht, stellt unbequeme Fragen. Vorne, Links und Rechts g&#228;hnen.„Steht doch alles im Papier“, sagt Vorne.</p>
<p>„Damit ist jetzt Schluss, alles ist gesagt, vorbei, aus, amen, basta“ sagt Vorne und ist beleidigt, weil Hinten ja gar nicht verstehe, um was es geht.</p>
<p>Hinten denkt sich: „Es geht um euren faulen Arsch. Nicht nur, aber auch.“</p>
<p>Ein schlechtes Theater ist vorbei. Hoffentlich ist bald Mittwoch.</p>
<p><em>Al</em></p>
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		<title>Bon appétit</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Jun 2008 14:52:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Al</dc:creator>
				<category><![CDATA[Drei Tage mit Al]]></category>
		<category><![CDATA[Mediaspree versenken]]></category>
		<category><![CDATA[Umbruch]]></category>

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		<description><![CDATA[Montag Es ist fr&#252;h. Das offene Fenster verr&#228;t mir, dass Kreuzberg aufwacht. Der T&#252;rkenbengel von oben f&#228;hrt mit dem Roller los, w&#228;hrend sein Vater S&#228;cke von leeren Plastikflaschen zu Plus r&#252;berbringt, um bare M&#252;nze zu sehen. Einstein wackelt im langen Mantel die sch&#246;nste Stra&#223;e runter, w&#228;hrend jemand nach seiner Frau ruft&#8230;, falsch, er will Bier! [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Montag</strong></p>
<p>Es ist fr&#252;h. Das offene Fenster verr&#228;t mir, dass Kreuzberg aufwacht. Der T&#252;rkenbengel von oben f&#228;hrt mit dem Roller los, w&#228;hrend sein Vater S&#228;cke von leeren Plastikflaschen zu Plus r&#252;berbringt, um bare M&#252;nze zu sehen. Einstein wackelt im langen Mantel die sch&#246;nste Stra&#223;e runter, w&#228;hrend jemand nach seiner Frau ruft&#8230;, falsch, er will Bier! Morgens ist Kreuzberg am sch&#246;nsten. Der Tag wird hart. F&#252;r alle. Man bereitet sich vor, jeder auf seine Weise. Es ist gut, denn es funktioniert. Einigerma&#223;en.</p>
<p>Ich steig aufs Rad, es geht los. Der Kampf beginnt, die Køpi und der Schwarze Kanal gr&#252;&#223;en mich auf&#8217;m Weg. Ich bin unterwegs von Problemkiez Nummer 1 &#252;ber die neue schicke Mitte, die ihre leeren Seifenblasen neuerdings aus Beton fertigen muss, damit ihre Utopie nicht allzu schnell br&#246;ckelt. Ich lass das Hackesche Ged&#246;ns hinter mir und fahr &#8216;nem stinkenden Bonzenauto hinterher, in den Problemkiez Nummer 2, den Wedding&#8230;</p>
<p>Ich bin fr&#252;h dran, fahr &#8216;ne Stra&#223;e weiter und leg mich nochmal in den Hain und kram aus meiner Tasche den zerdr&#252;ckten Tabakbeutel raus. Da ist noch ein Rest. Ein ungerauchter Secret Agent! Ich lecke mir die Lippen, die Sonne scheint, die Lust ist gro&#223;, aber der Tag ist lang und ich drehe mir &#8216;ne Kippe. Wieder aufs Rad, die Arbeit wartet, das Chaos will geordnet werden&#8230;</p>
<p>Bei der Maloche gew&#246;hn ich mir das Qualmen ab, ich komm einfach nicht mehr dazu. Krass! Der Arbeitstag ist wieder vor&#252;ber und der n&#228;chste Kampf wartet&#8230;</p>
<p>61 ist schick, X-Berg ist hip, neu im Kommen ist der geile Neuberg und das smoothe Kreuzk&#246;lln. Von der anderen Seite dr&#252;ckt MediaSpree rein. O2 hat seinen Leuchtturm an die Spree gestellt. Investoren, kommt und grabt das fruchtbare Land unter den F&#252;&#223;en der Assis und Armen um, vertreibt sie, baut T&#252;rme aus Stahl, Beton und Glas! Zeigt die Geilheit und die Macht der Medien! Macht euch die Strandbars zu eigen und zeigt, wie hip die Stadt ist! Kreischt den Hype um das kulturelle Erlebnis raus! Das ist die NKKM &#8211; Neue Kreative Kreuzberger Mischung &#8211; YEAH! Werbeagenturen verdienen Geld im Schlaf, jedenfalls h&#246;rt sich&#8217;s so an, als w&#228;ren die Kreativen nicht mehr so ganz wach gewesen beim Brainstorming.</p>
<p>Nicht mit Renate, nicht mit Serdar, nicht mit Steve, mit 16.000 Anderen nicht. Wir wehren uns. Wir versalzen den Investorenassis nicht nur die Suppe, wir schei&#223;en auch noch rein. Bon appétit und viele Gr&#252;&#223;e aus SO36.</p>
<p><em>Al</em></p>
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