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	<title>ABRISSBERLIN &#187; Enjoy its defect</title>
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		<title>What about destruction?</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Nov 2009 20:25:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Abriss Ghost</dc:creator>
				<category><![CDATA[Enjoy its defect]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Rahmen der ABRISSBERLIN-Finissage Von der Verdichtung zur Vernichtung pr&#228;sentierte die Ostprinzessin den dritten Teil ihrer Trilogie What about destruction?. In einer be&#228;ngstigenden Live-Performance sank sie schlie&#223;lich zu Boden, um nach dem zweiten Set des Westmonster dem Publikum als Untote erneut zu erscheinen und Teil 1 und Teil 2 der Trilogie zu pr&#228;sentieren. Als Zugabe [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Rahmen der ABRISSBERLIN-Finissage <a title="Recht auf Stadt!" href="http://www.abriss-berlin.de/blog/2009/11/17/abrissberlin-finissage-recht-auf-stadt">Von der Verdichtung zur Vernichtung</a> pr&#228;sentierte die Ostprinzessin den <a title="What about destruction?" href="http://www.ostprinzessin.de/what-about-destruction">dritten Teil</a> ihrer Trilogie <em>What about destruction?.</em> In einer be&#228;ngstigenden Live-Performance sank sie schlie&#223;lich zu Boden, um nach dem zweiten Set des <a title="Westmonster" href="http://www.westmonster.de"><em>Westmonster</em></a> dem Publikum als Untote erneut zu erscheinen und <a title="Intermezzo" href="http://www.ostprinzessin.de/intermezzo">Teil 1</a> und <a title="Engel ohne Hose" href="http://www.ostprinzessin.de/engel-ohne-hose">Teil 2</a> der Trilogie zu pr&#228;sentieren. Als Zugabe las die Ostprinzessin ihren Klassiker <a title="St&#228;ndig Rand" href="http://www.ostprinzessin.de/staendig-rand"><em>St&#228;ndig Rand</em></a>.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1342" title="ostprinzessin" src="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2009/11/ostprinzessin.jpg" alt="ostprinzessin" width="550" height="733" /></p>

<a href='http://www.abriss-berlin.de/blog/2009/11/30/what-about-destruction/ostprinzessin-pistole/' title='ostprinzessin'><img width="150" height="150" src="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2009/11/ostprinzessin-pistole-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="ostprinzessin" title="ostprinzessin" /></a>
<a href='http://www.abriss-berlin.de/blog/2009/11/30/what-about-destruction/ostprinzessin-newyorck/' title='ostprinzessin'><img width="150" height="150" src="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2009/11/ostprinzessin-newyorck-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="ostprinzessin" title="ostprinzessin" /></a>
<a href='http://www.abriss-berlin.de/blog/2009/11/30/what-about-destruction/ostprinzessin-tot/' title='ostprinzessin_tot'><img width="150" height="150" src="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2009/11/ostprinzessin-tot-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="ostprinzessin_tot" title="ostprinzessin_tot" /></a>
<a href='http://www.abriss-berlin.de/blog/2009/11/30/what-about-destruction/ostprinzessin-untot/' title='ostprinzessin_untot'><img width="150" height="150" src="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2009/11/ostprinzessin-untot-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="ostprinzessin_untot" title="ostprinzessin_untot" /></a>
<a href='http://www.abriss-berlin.de/blog/2009/11/30/what-about-destruction/ostprinzessin-engel/' title='ostprinzessin_engel'><img width="150" height="150" src="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2009/11/ostprinzessin-engel-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="ostprinzessin_engel" title="ostprinzessin_engel" /></a>
<a href='http://www.abriss-berlin.de/blog/2009/11/30/what-about-destruction/westmonster-newyorck/' title='westmonster_on_stage'><img width="150" height="150" src="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2009/11/westmonster-newyorck-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="westmonster_on_stage" title="westmonster_on_stage" /></a>
<a href='http://www.abriss-berlin.de/blog/2009/11/30/what-about-destruction/ostprinzessin-2/' title='ostprinzessin'><img width="150" height="150" src="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2009/11/ostprinzessin-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="ostprinzessin" title="ostprinzessin" /></a>
<a href='http://www.abriss-berlin.de/blog/2009/11/30/what-about-destruction/phantom/' title='phantom'><img width="150" height="150" src="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2009/11/phantom-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="phantom" title="phantom" /></a>

<p><em><strong>*</strong></em><a href="http://www.ostprinzessin.de/schnuppe"><em><strong>schnuppe</strong></em></a> Format 10 &#8211; PHANTOM:</p>
<p>24 Seiten &#252;ber Begierde, Engel &amp; Eliten, Geschlecht &amp; Destruktion, &#220;berdruss, Schwindsucht und Sichtbarkeit. Mit wissenschaftllicher Unterst&#252;tzung, &#8216;nem Hilferuf, &#8216;ner b&#246;sen Seite und endg&#252;ltigen Antworten. Ohne Wenn und Aber. Von Prinzessinenhand geformt.</p>
<p><strong>Kostenlos erh&#228;ltlich.</strong> Bestellbar per Email: ostprinzessin (&#228;t) ostprinzessin.de<br />
Auslegestellen u.a. in Mitte und Kreuzberg: Ackerkeller, Bergstr. 68; Projektehaus NewYorck im Bethanien, Mariannenplatz 2a</p>
<p><em>Fotos 1-8: hansohnegl&#252;ck; Foto 9: ostprinzessin<br />
</em></p>
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		<title>Der Mauerpark als Spielwiese</title>
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		<pubDate>Sat, 05 Sep 2009 21:12:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Die andere Person</dc:creator>
				<category><![CDATA[Enjoy its defect]]></category>

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		<description><![CDATA[Warum „Unansehnliches“ unertr&#228;glich und zwingend zu beseitigen ist Ein Ort, der nicht mehr mit vertrauten, erprobten und durchaus gew&#246;hnlichen gesellschaftlichen Strukturen und Prozessen belegt ist, hat keine Existenzberechtigung in einer &#252;beraus verwertungsgesteuerten Gesellschaft. Er ist das Negativ einer auf Nutzbarmachung und Zweckbestimmtheit ausgerichteten Denk- und Handlungsweise. Solch ein Umstand – mitten im urbanen Raum – [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Warum „<a title="&quot;unansehnliche Brachen&quot; (Zitat: B&#252;rgerinitiative Mauerpark Fertigstellen)" href="http://www.mauerpark-fertigstellen.de">Unansehnliches</a>“ unertr&#228;glich und zwingend zu beseitigen ist</strong></p>
<p>Ein Ort, der nicht mehr mit vertrauten, erprobten und durchaus gew&#246;hnlichen gesellschaftlichen Strukturen und Prozessen belegt ist, hat keine Existenzberechtigung in einer &#252;beraus verwertungsgesteuerten Gesellschaft. Er ist das Negativ einer auf Nutzbarmachung und Zweckbestimmtheit ausgerichteten Denk- und Handlungsweise. Solch ein Umstand – mitten im urbanen Raum – gilt es alsbald zu entfernen. Verschiedenste soziale Gruppen und Milieus unternehmen Versuche der Integration. Der Prozess der R&#252;ckeroberung verlorener Gebiete beginnt. Neuland entsteht w&#228;hrend dieses Vorgangs allerdings keines – wie auch, wenn es bereits vorhanden war, als unansehnlich und wertlos klassifiziert und abgetan wurde. Die Beschl&#252;sse liegen vor: Die Einen wollen H&#228;user, die Anderen wollen Rasen &#8211; so soll es sein.</p>
<p>Es mag verwundern und schockieren, auf funktionslose, sich selbst &#252;berlassene Orte inmitten starker Verdichtungsr&#228;ume zu treffen. Denn die konzeptionelle, zwanghafte Enge der Steinernen Stadt gestattet nun einmal kein Ausscheren im Denken und Handeln. Demnach k&#246;nnen die Bruchstellen – Ruinen und Brachen – Berlins, die an vielen Ecken vorhanden und zu sehen sind, &#252;berhaupt gar nicht erfasst und in ihren Eigenschaften erkannt werden. Stattdessen wird unerm&#252;dlich in geistiger Enge verfahren und das Bem&#252;hen unternommen, einen kontrollierbaren Zustand auf diesen Gebieten zu reaktivieren – speziell im Mauerpark: Eine beherrschbare Installation zur St&#228;rkung (Bebauung) bzw. &#220;berwindung (Gr&#252;nfl&#228;che) strukturell geschaffener sozialer Parallelit&#228;t.</p>
<p>Die Orte der Leere verk&#246;rpern Prozesse praktischer und symbolischer Entstrukturierung – sie zeigen Gegebenheiten, die keine l&#252;ckenlose und widerspruchsfreie Projektion erlauben. Niemand  spiegelt sich gerne in verrufenen, degradierten und verwundeten (Stadt-) R&#228;umen – ein Verh&#228;ltnis scheint nicht m&#246;glich, denn es impliziert eine zu massive Hinterfragung der Konzeption moderner Gesellschaft, die nach wie vor von Wachstumsbestreben und Erwerbsarbeitsfetischismus heimgesucht wird. Ein Gebiet wie das am Mauerpark ist Kehrseite und Konsequenz der Wachstumsorientierungen, es handelt sich um eine offene Stelle, die durch Abwesenheit und fehlende Ablenkungen (Werbung und Menschen) gekennzeichnet ist.</p>
<p>Leere und L&#252;cke im urbanen Raum sind ein wertvoller, bedrohter und auch bedrohender Optionsraum, in dem es nicht um Aneignung, sondern um Austausch geht. Weder Dauerhaftigkeit noch &#252;berbordende Raumvorstellungen – die Einen wollen ihre Ideen in Beton gie&#223;en, die Anderen wollen die ihnen widerstrebenden und unansehnlichen Verh&#228;ltnisse unter einen Rasenteppich kehren – erscheinen angebracht. Vielmehr handelt es sich um einen Raum, der frei bleiben muss, um prek&#228;re Transformationen in erweiterte Denkformationen zu erm&#246;glichen – ein Raum sichtbarer Widerspr&#252;che, der eine konfrontierende Wirkung provoziert.</p>
<p>Nichts ist leichter, als einen Ort mit fremden, an ihn herangetragenen Vorstellungen zu bedr&#228;ngen und sein Wesen in Folge einer Vereinheitlichung und Besch&#246;nigung zu vernichten. Am Ende freuen sich die Initiatoren – wer auch immer siegen wird – &#252;ber die Durchsetzung ihrer Raumkonzeption. &#220;ber die bis dato vorhandene Zwischen-Welt wird dann einfach nicht mehr gesprochen, da sie unbegreiflich und andersartig blieb. Aus den Augen, aus dem Sinn.</p>
<p><em>Daniel Sebastian Schaub</em></p>
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		<title>Berlin: Tr&#252;mmer und Zerrissenheit</title>
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		<pubDate>Tue, 30 Jun 2009 10:12:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Die andere Person</dc:creator>
				<category><![CDATA[Enjoy its defect]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Vollzug emanzipatorischer Handlung Durch Berlin zu fahren, bedeutet, sich auf Konfrontationskurs zu begeben. Tr&#252;mmer, Reste, Zerrissenheit, L&#252;cken, Leerstand und Verfall erzeugen alles Andere als ein glattes, softes, einheitliches Stadtbild und Lebensgef&#252;hl. In jedem Reisef&#252;hrer &#252;ber Berlin l&#228;sst sich ein kurzer historischer Abriss finden, der die permanent besondere Situation dieses Ortes verdeutlicht: Sp&#228;t und schnell [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Vollzug emanzipatorischer Handlung</strong></p>
<p>Durch Berlin zu fahren, bedeutet, sich auf Konfrontationskurs zu begeben. Tr&#252;mmer, Reste, Zerrissenheit, L&#252;cken, Leerstand und Verfall erzeugen alles Andere als ein glattes, softes, einheitliches Stadtbild und Lebensgef&#252;hl. In jedem Reisef&#252;hrer &#252;ber Berlin l&#228;sst sich ein kurzer historischer Abriss finden, der die permanent besondere Situation dieses Ortes verdeutlicht: Sp&#228;t und schnell gewachsen, auf sandigem Untergrund gebaut, immerw&#228;hrend am Entstehen, nationalsozialistischer Gr&#246;&#223;enwahn, von amerikanischen und englischen Fliegern zerbombt, die Teilung der Stadt, die eine H&#228;lfte eingemauert und zum Paradies f&#252;r staatliche F&#246;rderung des Westens kultiviert, die andere H&#228;lfte zum sozialistischen Gro&#223;projekt gereift, der Mauerfall und die formelle Einheit, Berlin als Investitionslandschaft, Bankenskandal und Schuldenlast f&#252;hren schlie&#223;lich zu folgendem Ergebnis: Berlin, ein Ballungsraum &#8211; mitten im punktuell schrumpfenden Ostdeutschland &#8211;  mit einem gigantischen Erwerbsarbeitsdefizit.</p>
<p>Keine andere europ&#228;ische Stadt ist derart mit Wandlungen innerhalb eines so kurzen historischen Zeitraums konfrontiert und best&#252;ckt worden. Berlin ist alles, nur nicht herk&#246;mmlich. Gerade weil dieser Stadtraum eine solch historische, gesellschaftliche und bauliche Zerr&#252;ttung aufweist, finden sich Menschen in Berlin ein, die an anderen Orten als defekt, abartig und verrufen gelten und sich dort auch durchaus als solche wahrnehmen m&#252;ssen. Denn der soziale Raum bzw. die jeweilige Umwelt ist Grundlage f&#252;r das Erleben und Definieren der eigenen Pers&#246;nlichkeit. In Berlin gibt es gesellschaftliche Nischen, in denen man nicht verharren muss, sondern aus denen heraus man agieren kann. Es ist gar nicht notwendig, sich in traditionellen (politischen) Gruppen zu formieren, es ist relativ einfach, selbst Ideen und Netzwerke entstehen zu lassen, die in der &#214;ffentlichkeit an sozialen Schnittstellen arbeiten und ein zus&#228;tzliches Meinungsfeld schaffen – was angesichts von Medienmonopolisierung zwingend notwendig ist.</p>
<p>Es ist nicht nur von Bedeutung, festzuhalten, was alles an einem Ort anwesend ist, sondern auch zu schauen, was alles abwesend ist: Ganz vorn findet sich die Abwesenheit von Wachstum, was sich im Fehlen sowie in der Art und Weise der vorhandenen Erwerbsarbeit – prek&#228;re Besch&#228;ftigung und staatlich subventionierte Besch&#228;ftigung – ausdr&#252;ckt. Mangel an Wachstum l&#228;sst sich auch in der Berliner Baulandschaft erkennen, denn diese ist durch L&#252;ckenhaftigkeit und fehlende wie auch fehlgeschlagene (Gro&#223;-) Projekte gezeichnet. Berlins st&#228;dtebauliche Strukturf&#252;hrer sind definitiv tr&#252;mmer- und l&#252;ckenfeindlich, denn durch Anlocken finanzkr&#228;ftiger Investoren versuchen sie, die Stadt mit Gro&#223;projekten aufzumotzen, um sie in neuer bzw. traditioneller Potenz zu erleben. Daf&#252;r werden an zahlreichen Orten dieser Stadt Menschen verdr&#228;ngt und Geb&#228;ude der Nachkriegsmoderne abgerissen. Licht, Luft und Sonne – die Merkmale der Moderne in der Stadtentwicklung – weichen vielerorts identit&#228;ts- und heimatlosen Investorenprojekten in dichter Blockbebauung. Die Planungsmodelle f&#252;r eine Stadt der Zukunft orientieren sich wieder vornehmlich an der Jahrhunderte lang praktizierten Stadtplanung und Bautradition (Steinerne Stadt).</p>
<p>Die massive Verdichtung urbanen Raums zur Rekonstruktion der alten Stadtstruktur geht zu Lasten &#246;ffentlicher Freifl&#228;chen und mit dem Abriss denkmalgesch&#252;tzter Nachkriegsarchitektur einher. Die Wiederherstellung historischer Fassaden, ganzer Geb&#228;ude sowie die Rekonstruktion der Stadt- und Raumplanung (Stra&#223;enraster und Blockbebauung) blendet zunehmend die Zerst&#246;rungen des Zweiten Weltkriegs und die darauf folgende Neuordnung urbanen Raums aus. Die Riegelbauten der Moderne sind weder an maximaler Stadtraumausnutzung noch an der reinen Profitlogik orientiert, der heute wieder gefr&#246;hnt wird. Fragw&#252;rdig ist das auch angesichts des  hohen Gewerbe- und B&#252;rofl&#228;chenleerstands.</p>
<p>Die Praxis, Geb&#228;ude der Nachkriegsmoderne zu verunstalten oder abzurei&#223;en, Brachen und Freifl&#228;chen zu entfernen, geht mit dem Versuch einher, sich der Verantwortung der nationalsozialistischen Herrschaft sowie der daraus resultierenden Folgen f&#252;r die beiden deutschen Gesellschaften zu entledigen. Sich aufkl&#228;rerischer Architektur zu verschlie&#223;en oder sie gar zu entfernen und sich im Gegenzug romantisierenden und verkl&#228;renden Bauten hinzuwenden und diese wieder zu errichten, spricht in einer Gesellschaft, deren Zukunft und Planbarkeit l&#228;ngst abhanden gekommen ist, f&#252;r sich.</p>
<p>Viele Menschen kommen nach Berlin, weil sie einen Stadtraum vorfinden, der Bruchstellen aufweist. Zerrissenheit und Widerspr&#252;chlichkeit vorzufinden, das ist n&#228;her am Leben der Menschen als die Kontinuit&#228;t und Einheit, die sie andernorts erleben m&#252;ssen. Gerade dann, wenn der soziale Raum nicht gegl&#228;ttet ist, ergibt sich f&#252;r sie die M&#246;glichkeit, aus &#252;berkommenen Mustern – Erwerbsarbeitsfetischismus und Geschlechterkonformit&#228;t – auszubrechen. Emanzipatorische Handlung – Fesseln abstreifen – w&#228;chst an Orten sichtbarer Widerspr&#252;che, an denen B&#252;rgerlichkeit und eine gesellschaftlich planbare Zukunft abwesend sind.</p>
<p>Wir sind Statuspassagiere ohne geregelte Zukunft – was k&#246;nnte es an einem Ort emanzipatorischer Handlung Besseres geben!</p>
<p><em>Daniel Sebastian Schaub</em></p>
<p><a href="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2009/06/palast-abriss.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1043" title="palast-abriss" src="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2009/06/palast-abriss-300x225.jpg" alt="Palast-Abriss" width="300" height="225" /></a></p>
<p><a title="Die gef&#228;hrdete Moderne und der Verfall gesellschaftlicher Substanz" href="http://www.transformationsfelder.de"><strong>www.transformationsfelder.de</strong></a></p>
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		<title>Platz f&#252;r Wachstum</title>
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		<pubDate>Tue, 26 May 2009 16:18:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ostprinzessin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2009/05/platz-fuer-wachstum.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1028" title="platz-fuer-wachstum" src="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2009/05/platz-fuer-wachstum-300x224.jpg" alt="Platz f&#252;r Wachstum" width="300" height="224" /></a></p>
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		<title>Ohne Worte</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Mar 2009 23:23:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ostprinzessin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2009/03/yes-we-can.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1010" title="yes-we-can" src="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2009/03/yes-we-can.jpg" alt="Yes we can" width="500" height="374" /></a></p>
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		<title>Ihn faszinieren H&#228;user, die keiner mehr will</title>
		<link>http://www.abriss-berlin.de/blog/2009/02/12/ihn-faszinieren-hauser-die-keiner-mehr-will/</link>
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		<pubDate>Thu, 12 Feb 2009 13:05:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Die andere Person</dc:creator>
				<category><![CDATA[Demontage & Verfall]]></category>
		<category><![CDATA[Enjoy its defect]]></category>

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		<description><![CDATA[Artikel aus dem General-Anzeiger, Bonn, 10.02.2009: Ihn faszinieren H&#228;user, die keiner mehr will Daniel Schaub zeigt seine Fotografien von st&#228;dtischer Zweckarchitektur in der Galerie des Kult 41 Von Sarah-Lena Gombert . NORDSTADT. Die graue Autobahnbr&#252;cke bietet einen tristen Anblick. Ein Treppenaufstieg, v&#246;llig verschmiert mit Graffiti. Ein alter B&#252;rostuhl &#8211; von Moos &#252;berwuchert. Eigentlich sind es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Artikel aus dem <a title="General-Anzeiger Bonn" href="http://www.ga-bonn.de">General-Anzeiger</a>, Bonn, 10.02.2009</em><em>:</em></p>
<p><strong>Ihn faszinieren H&#228;user, die keiner mehr will</strong></p>
<p>Daniel Schaub zeigt seine Fotografien von st&#228;dtischer Zweckarchitektur in der Galerie des Kult 41</p>
<p><em>Von Sarah-Lena Gombert .</em></p>
<p>NORDSTADT. Die graue Autobahnbr&#252;cke bietet einen tristen Anblick. Ein Treppenaufstieg, v&#246;llig verschmiert mit Graffiti. Ein alter B&#252;rostuhl &#8211; von Moos &#252;berwuchert. Eigentlich sind es keine besonders attraktiven Motive, die sich Daniel Schaub f&#252;r seine Foto-Ausstellung ausgesucht hat. Doch bei der Ausstellung „Die gef&#228;hrdete Moderne und der Verfall gesellschaftlicher Substanz“, die seit dem Wochenende im Kult 41 zu sehen ist, zeigt der Berliner Soziologe die &#196;sthetik und Einzigartigkeit jener Bauten und Gegenst&#228;nde, die eigentlich keiner mehr haben will.</p>
<p>„Ich habe vor allem Geb&#228;ude in Berlin und Brandenburg fotografiert, die in der Nachkriegszeit entstanden sind“, erkl&#228;rt Schaub. Die 60 Bilder der Ausstellung sind aus den vergangenen zwei Jahren entstanden. Schaubs Motive sind vor allem leer stehende H&#228;user, U-Bahn-Stationen und andere &#246;ffentliche Pl&#228;tze. „Der Stil dieser Geb&#228;ude wird heute oft als h&#228;sslich empfunden“, so Schaub.</p>
<p>Er sieht das anders, ihn faszinieren sie: „Die Bauten haben etwas Aufgekl&#228;rtes an sich, sie sind klar strukturiert und funktional.“ Doch von der Gesellschaft w&#252;rden sie an den Rand gedr&#228;ngt. „Es handelt sich um Architektur, die niemand mehr mag.“ Mit seinen Bildern in Schwarz-Wei&#223; und Farbe versucht Schaub, den Betrachter davon zu &#252;berzeugen, die Dinge nicht einfach als h&#228;sslich abzutun, sondern das Besondere zu erkennen. Schaub ist der Ansicht, dass man solche Geb&#228;ude nicht in Vergessenheit geraten lassen darf, und schon gar nicht abrei&#223;en: „Gerade in Berlin gilt es, diese H&#228;user zu erhalten.“ Die Stadt weise eine enorme geschichtliche und gesellschaftliche Vielfalt auf, die man nicht einfach verdr&#228;ngen d&#252;rfe.</p>
<p>Die Ausstellung „Die gef&#228;hrdete Moderne und der Verfall gesellschaftlicher Substanz“ von Daniel Schaub ist noch bis Samstag, 21. M&#228;rz, in der Galerie, Hochstadenring 41, zu sehen. Die &#214;ffnungszeiten orientieren sich am Veranstaltungskalender. Weitere Infos hierzu unter <a title="Kult41" href="http://www.kult41.de">www.kult41.de</a>.</p>
<p><a href="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2009/02/artikel-general-anzeiger-bonn-10022009.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-992" title="artikel-general-anzeiger-bonn-10022009" src="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2009/02/artikel-general-anzeiger-bonn-10022009-300x202.jpg" alt="General-Anzeiger Bonn 10.02.2009" width="300" height="202" /></a></p>
<p><a title="www.transformationsfelder.de" href="http://www.transformationsfelder.de">www.transformationsfelder.de</a></p>
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		<title>Investitionshotel</title>
		<link>http://www.abriss-berlin.de/blog/2009/01/02/investitionshotel/</link>
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		<pubDate>Fri, 02 Jan 2009 19:25:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Die andere Person</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#220;ber verschiedene Realit&#228;ten, Schnittstellen und die Herrschaft des Geldes Sechs Stunden lang umgab ich mich in einem historisch-repr&#228;sentativen Geb&#228;ude mit gesellschaftlich anerkannter und lieb gesch&#228;tzter Kunst – in der Arbeitsgesellschaft sind sechs Stunden fast ein ganzer Arbeitstag. An der Garderobe gab ich lediglich meinen beladenen Beutel ab, den schweren Mantel behielt ich an, denn darin [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#220;ber verschiedene Realit&#228;ten, Schnittstellen und die Herrschaft des Geldes</strong></p>
<p>Sechs Stunden lang umgab ich mich in einem historisch-repr&#228;sentativen Geb&#228;ude mit gesellschaftlich anerkannter und lieb gesch&#228;tzter Kunst – in der Arbeitsgesellschaft sind sechs Stunden fast ein ganzer Arbeitstag. An der Garderobe gab ich lediglich meinen beladenen Beutel ab, den  schweren Mantel behielt ich an, denn darin erlebe ich permanent das Bewusstsein, robust zu sein. &#220;ber den Inhalt meines Beutels werde ich mir immer &#246;fter unsicher – ist es ein dickes Buch oder trage ich eine Waffe bei mir. Manchmal habe ich das Gef&#252;hl, dass nicht nur ich diesen Gedanken bekomme, sondern auch Menschen um mich herum dar&#252;ber unsicher werden. Hin und wieder vergewissere ich mich dann, indem ich hineinschaue, und stelle fest, die Waffe bin ich und das ist ein Gesamtprojekt.</p>
<p>Von der Beutellast befreit, bewege ich mich durch die gro&#223;e Halle und schreite die massiv und breit angelegte Treppe nach oben. Zweitausend Jahre Deutsche Geschichte – ich war schon &#246;fter hier und erfasse die Informationen selektiv und gezielt. St&#228;dtebau im Mittelalter – sehr interessante Darstellungen. Landkarten, &#252;berall Landkarten – ich f&#252;hle mich schon wie ein richtiger Mann und entdecke voller Lust die Abbilder der Welt. Wieder einmal fesselt mich die Abteilung des aufstrebenden B&#252;rgertums, die Erfindung der Kindheit und die damit einhergehende, strenge Geschlechterrollenformation, die der modernen Gesellschaft einen zweigeschlechtlichen Zwangsapparat auferlegt. Kleidungen und M&#246;bel vermitteln Lebensweisen vergangener gesellschaftlicher Geflechte – wir sind in jedem Fall Teil davon, egal in welcher Position und Abgrenzung wir uns in Bezug darauf selbst begreifen.</p>
<p>Etwas ersch&#246;pft und erm&#252;det von den Informationsmassen, gehe ich in die benachbarte Universit&#228;t, um mir einen Automatenkaffee und einen Schokoriegel von Nestlé zu kaufen – wie dekadent. Die zweite Runde beginnt – Kriegs- und Nachkriegsgeschichte. Der Schreibtisch von Honecker ist etwas gr&#246;&#223;er als der vom Hitler – die Gr&#246;&#223;e des Arbeitstisches scheint nichts mit den F&#252;hrungsqualit&#228;ten von Personen zu tun zu haben. Schlie&#223;lich endet die Ausstellung mit dem Mauerfall und der Wiedervereinigung – ich sehe Hannelore und Helmut Kohl, das macht mich emotional – ich sehe Schreckgespenster.</p>
<p>Den Beutel wieder in meinen H&#228;nden tragend, gehe ich zum Bus – Friedrichstra&#223;e/Unter den Linden steige ich spontan aus. Die Geb&#228;ude gl&#228;nzen und sind hell erleuchtet – das neue Hotel, welches weit &#252;ber den Bordstein ragt, scheint weitgehend fertig zu sein, jedenfalls haben die Gesch&#228;fte im Erdgeschoss schon ge&#246;ffnet. Ich f&#252;hle mich gut sortiert und bin empf&#228;nglich f&#252;r diesen Ort – der Bau vermittelt mir das Gef&#252;hl einer Zeit gesellschaftlichen Aufschwungs. Diese brutal totsanierte Gegend impliziert Wachstum und Geld. Ein paar Bl&#246;cke weiter wird man jedoch schon wieder kr&#228;ftig desillusioniert – der aktuelle Bauskandal am Tr&#228;nenpalast und die umliegenden L&#252;cken und Brachen bef&#246;rdern einen in Berlins Wirklichkeit zur&#252;ck, die nur sehr punktuell vom Wachstum begleitet wird. Ich laufe schlie&#223;lich unter den lichtgefluteten Arcaden des Neubaus entlang und treffe ganz zuf&#228;llig einen Bekannten – ich freue mich sehr. Investitionen sind sein Gesch&#228;ft – Inhalte sind mein Gesch&#228;ft. Das unterscheidet uns, macht uns aber auch f&#252;reinander interessant.</p>
<p>Wir &#252;berlegen, einen Kaffee zu trinken, mir f&#228;llt aber kein Café ein, denn in dieser uns&#228;glichen Gegend habe ich kaum Identifikationspunkte. Seine Einf&#228;lle scheitern am nicht vorhandenen Geld – weder Kohle f&#252;r seinen Ofen noch Kohle f&#252;r einen Kaffee ist vorhanden. Fremd, einfalls- und ratlos sowie ohne Geld, beschlie&#223;en wir, ins benachbarte Kulturkaufhaus Dussmann zu gehen – im  obersten Geschoss finden wir einen Platz in der Politikabteilung und unterhalten uns eine ganze Zeit lang &#252;ber die Finanzkrise, Kapitalwirtschaft, die Urspr&#252;nge der Zinswirtschaft, Erwerbslosigkeit und &#252;ber unsere individuellen Lebenswege. In manchen Momenten habe ich das Gef&#252;hl, ihn zu erreichen, aber diese gehen geschwind vor&#252;ber – Schnittstellen sind eben fragile und fl&#252;chtige Positionen.</p>
<p>Leute laufen an uns vor&#252;ber und schauen sich B&#252;cher an – ich genie&#223;e ihre Defekte, denn Besch&#228;digung ist meine Ware. Ich verschmelze mit den Defiziten und Makeln der Suchenden. Mein Bekannter hat diesbez&#252;glich eher eine konventionelle und distanzierte Haltung – er grenzt sich ab, ich fusioniere – jeder seiner Neigung entsprechend. Die ganze Zeit starrte ich schon auf die B&#252;cherrubrik des Deutschen Herbst, da diese mir unmittelbar gegen&#252;bersteht. Ich erz&#228;hle meinem Bekannten, dass ich vor ein paar Tagen auf Ulrike Meinhofs Grab eine wei&#223;e Lilie gelegt habe. Das ist nat&#252;rlich mehr als nur eine politische Handlung, es ist eine generelle und umfassende symbolische Handlung von Menschlichkeit. Die Grabfelder links und rechts von ihr sind &#252;brigens noch frei, alle anderen sind belegt – Verachtung, Angst und Distanzwahrung scheinen auch nach &#252;ber drei&#223;ig Jahren Totsein un&#252;berwindlich zu sein.</p>
<p>Nach etwa eineinhalb Stunden fassen wir den Beschluss, die H&#246;hle des L&#246;wen zu verlassen. Seine Seite der Geldverh&#228;ltnisse bleibt mir fremd, dass einen dieses Mittel so immens zer&#252;tten und zerfressen kann, ist schockierend. Wir verabschiedeten uns vor Dussmann und gingen in entgegengesetzte Richtungen.</p>
<p><em>Daniel Sebastian Schaub</em></p>
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		<title>Verrevoluzzt: Post vom Bezirksparlament</title>
		<link>http://www.abriss-berlin.de/blog/2008/12/31/verrevoluzzt-post-vom-bezirksparlament/</link>
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		<pubDate>Wed, 31 Dec 2008 14:32:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ostprinzessin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Schief gewickelt, leidlich politisch korrekt und&#8230; Sehr geehrter Herr Haffki, das zu Ende gehende Jahr 2008 und die bevorstehenden Feiertage regen uns an, auf die Ereignisse des jahres zu schauen und den Blick auf das kommende Jahr zu richten. Als Kommunalpolitikerin m&#246;chte Ich in diesem Jahr Ihren Blick auf die vielen Menschen lenken, die sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Schief gewickelt, leidlich politisch korrekt und&#8230;</p>
<p><a href="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2008/12/bvv-weihnachts-und-neujahrspost.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-967" title="bvv-weihnachts-und-neujahrspost" src="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2008/12/bvv-weihnachts-und-neujahrspost-211x300.jpg" alt="BVV-Weihnachts- und Neujahrspost" width="211" height="300" /></a></p>
<p><em>Sehr geehrter Herr Haffki,</em></p>
<p><em>das zu Ende gehende Jahr 2008 und die bevorstehenden<br />
Feiertage regen uns an, auf die Ereignisse des jahres zu<br />
schauen und den Blick auf das kommende Jahr zu richten.</em></p>
<p><em>Als Kommunalpolitikerin m&#246;chte Ich in diesem Jahr<br />
Ihren Blick auf die vielen Menschen lenken, die sich in<br />
Vereinen, Verb&#228;nden und Organisationen engagieren.<br />
Mein besonderer Dank gilt vor allem Ihnen, die sich f&#252;r<br />
ihre Mitmenschen und ihre Umgebung f&#252;r Gemeinsinn,<br />
Solidarit&#228;t und Hilfsbereitschaft einsetzen, sei es im<br />
sozialen, kirchlichen, kulturellen oder anderen Bereich.<br />
Mit Ihrem Engagement tragen Sie wesentlich dazu bei,<br />
die Zukunft unseres Bezirkes positiv zu gestalten.</em></p>
<p><em>Im Namen aller Bezirksverordneten der BVV<br />
Friedrichshain-Kreuzberg w&#252;nsche ich Ihnen ein<br />
Weihnachtsfest, dass Sie so verbringen m&#246;gen, wie es<br />
Ihrem Geschmack und Ihrer kulturellen Tradition<br />
entspricht,<br />
Gesundheit, Gl&#252;ck und Erfolg im privaten und beruflichen<br />
Bereich f&#252;r einen guten Start in das Jahr 2009.</em></p>
<p><em>Ihre<br />
Marianne Burkert-Eulitz<br />
Vorsteherin der Bezirksverordnetenversammlung<br />
Friedrichshain-Kreuzberg</em></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Wenn Stadtentwicklung fassungslos macht</title>
		<link>http://www.abriss-berlin.de/blog/2008/12/08/wenn-stadtentwicklung-fassungslos-macht/</link>
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		<pubDate>Mon, 08 Dec 2008 14:16:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ostprinzessin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Enjoy its defect]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Lachkrampf zwischen Havelspitze und Haselhorst Prenzlauer Berg, gestern Nacht. Um 0.06 Uhr steigen ich und die andere Person in die S-Bahn nach Jungfernheide. Weiterfahrt mit der U-Bahn. Das Ziel: Haselhorst. Hier wurde zwischen 1930 und 1935 die sogenannte Reichsforschungssiedlung Haselhorst angelegt und 1963 wurde hier der bekannte Travestiek&#252;nstler Ades Zabel geboren. Durch das nachtschlafene [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ein Lachkrampf zwischen Havelspitze und Haselhorst </strong></p>
<p>Prenzlauer Berg, gestern Nacht. Um 0.06 Uhr steigen ich und die andere Person in die S-Bahn nach Jungfernheide. Weiterfahrt mit der U-Bahn. Das Ziel: Haselhorst. Hier wurde zwischen 1930 und 1935 die sogenannte Reichsforschungssiedlung Haselhorst angelegt und 1963 wurde hier der bekannte Travestiek&#252;nstler <a title="Ades Zabel als Karin Hoehne" href="http://adeszabel.de/?id=12">Ades Zabel</a> geboren. Durch das nachtschlafene Haselhorst gehend, vorbei an fr&#252;hem sozialen Wohnungsbau, eine Einfamilienhaussiedlung –  mit Garagenh&#246;fen aus verschiedenen Jahrzehnten – passierend,  gelangen wir &#252;ber einen finsteren Pfad auf eine Stra&#223;e, die direkt zur wundervollen Spandauer-See-Br&#252;cke f&#252;hrt.</p>
<p>Die kurz vor ihr auf einem Baufeld linear hintereinander gereihten Ketten sogenannter Townhouses lassen wir weitgehend unbeachtet rechts liegen. Wir gehen die Br&#252;cke hinauf und genie&#223;en die Atmosph&#228;re. „Da gibt es doch nichts“, sagt die andere Person, als ich bereits auf die andere Seite laufe, hinein ins hingeklotzte Neubaughetto Wasserstadt. Eigentlich ist diese Lage an der Havel vortrefflich. Doch die Wasserstadt – gebaut seit den 90er Jahren – ist nicht geworden, was sie werden sollte. In der Abflugschneise vom Flughafen Tegel gelegen und ohne Anbindung an das U- und S-Bahn-Netz, hat dieses Neubaugebiet, das im Stile eines phantasielosen sozialen Wohnungsbaus – in gro&#223;en Block-Formationen – errichtet wurde, von Anfang an vor Allem Menschen angezogen, die auf dem Wohnungsmarkt keine gro&#223;en Spr&#252;nge machen k&#246;nnen.</p>
<p>Gleich vorn am Eck findet sich der <a title="Jugendtreff Havelspitze" href="http://www.jugendtreff-havelspitze.de">Jugendtreff Havelspitze</a>. In der N&#228;he stehen ein paar Jugendliche und quatschen. Wir gehen weiter, hinein in die Neubauw&#252;ste. Eine Bushaltestelle bietet den ersehnten Nachtverkehr gen U-Bahnhof. In 15 Minuten wird ein Bus kommen, so lesen wir es auf dem Plan. In der Zwischenzeit pendeln wir zwischen Haarstudios, Havelufern und dem Innenhof eines der gro&#223;en Bl&#246;cke, die durch einen Aufgang von der Stra&#223;e aus erreichbar sind. Hier zu leben, das mag hart sein, aber f&#252;r ein paar tausend Menschen ist es Realit&#228;t. Von den Fassaden gr&#252;&#223;en viele Satellitensch&#252;sseln. Hier ist nicht Kreuzberg SO36. Street Life ist hier ein seltenes Ph&#228;nomen. Und wo kein Street Life stattfindet, gerade dort muss man sich die gro&#223;e, weite Welt per Sch&#252;ssel ins Wohnzimmer holen.</p>
<p>Wir gehen zur&#252;ck zur Bushalte. W&#228;hrend der restlichen Wartezeit beginne ich damit, ein wenig zu sp&#246;tteln: Ja der Busfahrer wird sich wundern, dass in dieser urbanen &#214;de &#252;berhaupt Leute einsteigen! Ja er w&#228;re sicher froh, wenn er einfach weiterfahren k&#246;nnte! Und dann pl&#246;tzlich: Ein VW-Kleinbus h&#228;lt am Wartehaus, „Berlin-Taxi“ steht au&#223;en dran. Ich wende mich ab. Keinesfalls werde ich jetzt ein Taxi besteigen, wenn doch gleich der Bus kommt! Aber die andere Person  fragt durch das hinuntergelassene Fenster der Beifahrerseite hindurch: „Sind Sie der Bus?“ Und ja, er ist es! Die andere Person &#246;ffnet die Seitent&#252;r und steigt ein. Ich folge fassungslos. „Die T&#252;r ist nicht richtig zu“, sagt der Fahrer. Beim dritten Mal dann klappt es. Sieben Pl&#228;tze, Anschnallgurte – wo nur bin ich hier gelandet? Werden wir gerade entf&#252;hrt? Aber wohin – und warum?</p>
<p>Das Fahrzeug ist bereits unterwegs und quert die Seebr&#252;cke. Ich ringe nach Fassung und auch die andere Person sitzt fassungslos auf ihrem Platz neben mir. Abgewetzte Polster und schmutzige Scheiben mit Voerh&#228;ngen. Vorh&#228;nge wie im Flugzeug. Die andere Person spricht nun wie paralysiert aus, was ich noch gar nicht fassen kann: „Ich f&#252;hle mich gerade wie in einer anderen Welt!“ Unz&#228;hlige Male schon hat die andere Person mir davon berichtet, wie sie sich in ihrer eigenen Welt, in ihrem „Space“ f&#252;hle. Verstehen konnte ich dieses Gef&#252;hl zwar immer, nachvollziehen jedoch meistens nicht. Aber diese Momente lassen sie mich f&#252;hlen: Eine andere Welt. Eine real existierende, andere Welt.</p>
<p>Abwechselnd, dann gleichzeitig, geraten wir ins Lachen. Jeglicher Unterdr&#252;ckungsversuch schl&#228;gt ins Gegenteil um. Aus den Autolautsprechern erklingt nun ein Lied: „I would give everything I own, give up my life, my heart, my home“, von <a title="Boy George" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Boy_George">Boy George</a> im Jahre 1987 aufgenommen. Nun gibt es f&#252;r mich gar kein Halten mehr. Ich lege die H&#228;nde vor mein Gesicht, um dem Fahrer, der mich gewiss w&#228;hrend der ganzen Zeit gut im Blick hat, meine Fassungslosigkeit nicht allzu deutlich zu offenbaren. Niemandem aber sei empfohlen, hysterische Lachkr&#228;mpfe, unter denen man sich zu biegen und nach Luft zu schnappen beginnt, allen Ernstes unterbinden zu wollen. Es schie&#223;t unweigerlich aus einem heraus! Auch das aufgeb&#252;gelte, fliegende Stoffflugzeug auf meiner mit einem Interflug-Schriftzug versehenen Tasche, springt mir nun ins Auge und sorgt ohne Gnade f&#252;r neue Lachsalven. S&#228;mtliche Anl&#228;ufe, wieder Fassung zu gewinnen, enden an der jeweils n&#228;chsten Gabelung meiner Gedanken.</p>
<p>„I don&#8217;t know why, just don&#8217;t know why“, singt Boy George. Beim Blick aus dem Fenster versuche ich, mir das Haselhorst vorzustellen, in dem Ades Zabels Kunstfigur Karin Hoehne Grundschullehrerin gewesen ist. Karin Hoehne unterrichtet die F&#228;cher Deutsch, Werken und Tuschen. Unweigerlich stelle ich mir nun diese Person neben uns als Buspassagierin vor. Oder andere Passagiere. Vielleicht mag es ja welche geben, die es f&#252;r die nat&#252;rlichste Sache der Welt halten, um halb zwei Uhr nachts durch Haselhorst gefahren zu werden, von einem &#246;ffentlichen Kleinbus mit Flugzeugfenstervorh&#228;ngen und herrlich tuntiger Spreeradio-Eighties-Musik. Auf dem weiten Weg zur Endstation h&#228;lt der Wagen an keiner der Haltestellen und kein einziger Passagier steigt zu. Unsere Fahrscheine, so bemerkt die andere Person, hat der Busfahrer gar nicht sehen wollen. Am Ende dann ein pers&#246;nlicher Abschied: Ciao! „I would give everything I own, Just to have you back again.“</p>
<p>Mit herzlichem Dank an Boy George.</p>
<p><em>Ostprinzessin</em></p>

<a href='http://www.abriss-berlin.de/blog/2008/12/08/wenn-stadtentwicklung-fassungslos-macht/erste-townhouses-mitte-2004/' title='erste-townhouses-mitte-2004'><img width="150" height="150" src="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2008/12/erste-townhouses-mitte-2004-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Erste Townhouses (Mitte 2004)" title="erste-townhouses-mitte-2004" /></a>
<a href='http://www.abriss-berlin.de/blog/2008/12/08/wenn-stadtentwicklung-fassungslos-macht/blick-nach-spandau/' title='blick-nach-spandau'><img width="150" height="150" src="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2008/12/blick-nach-spandau-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Blick nach Spandau" title="blick-nach-spandau" /></a>
<a href='http://www.abriss-berlin.de/blog/2008/12/08/wenn-stadtentwicklung-fassungslos-macht/blick-zur-wasserstadtbrucke/' title='blick-zur-wasserstadtbrucke'><img width="150" height="150" src="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2008/12/blick-zur-wasserstadtbrucke-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Blick zur Wasserstadtbrücke" title="blick-zur-wasserstadtbrucke" /></a>
<a href='http://www.abriss-berlin.de/blog/2008/12/08/wenn-stadtentwicklung-fassungslos-macht/spandauer-see-brucke/' title='spandauer-see-brucke'><img width="150" height="150" src="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2008/12/spandauer-see-brucke-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Spandauer-See-Brücke" title="spandauer-see-brucke" /></a>
<a href='http://www.abriss-berlin.de/blog/2008/12/08/wenn-stadtentwicklung-fassungslos-macht/abflug/' title='abflug'><img width="150" height="150" src="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2008/12/abflug-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Abflug" title="abflug" /></a>

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		<title>Ruinen und Brachen der Stadt</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Oct 2008 21:55:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Die andere Person</dc:creator>
				<category><![CDATA[Demontage & Verfall]]></category>
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		<description><![CDATA[Ruinen und Brachen im urbanen Raum sind Geb&#228;ude und Gebiete, die sich au&#223;erhalb funktionierender gesellschaftlicher Struktur befinden. Im Stadtbild sind sie weder vorgesehen noch erw&#252;nscht. Es gibt nur eine L&#246;sung: Sie m&#252;ssen verschwinden. Wie k&#246;nnen sie beseitigt werden? Durch Vermarktung an Unternehmen und Personen, die sich davon einen Profit versprechen. Was aber passiert im defizit&#228;ren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ruinen und Brachen im urbanen Raum sind Geb&#228;ude und Gebiete, die sich au&#223;erhalb funktionierender gesellschaftlicher Struktur befinden. Im Stadtbild sind sie weder vorgesehen noch erw&#252;nscht. Es gibt nur eine L&#246;sung: Sie m&#252;ssen verschwinden. Wie k&#246;nnen sie beseitigt werden? Durch Vermarktung an Unternehmen und Personen, die sich davon einen Profit versprechen. Was aber passiert im defizit&#228;ren Berlin, wenn eine solch herk&#246;mmliche Strategie ihre Effekte verfehlt? Versuche der Maskierung werden unternommen: Es entstehen Kulissenbauten, die sich von Weitem nur wenig von schon vorhandenen Rekonstruktionen unterscheiden lassen, oder Bauz&#228;une jeglicher Art werden installiert, damit das Mangelhafte im Verborgenen gehalten werden kann.</p>
<p>Warum m&#252;ssen solche Orte und R&#228;ume abgeschottet werden? Ganz klar, damit die Aufrechterhaltung erprobter gesellschaftlicher Ordnung zumindest dem Anschein nach demonstriert werden kann – quasi ein weiterer Versuch von Wirtschaft und Politik, sich ihren Handlungsweisen, die von der Hoffnung nach Wachstum geleitet sind, zu vergewissern. Allerdings wird durch eine derartige, sinnentleerte Manifestation das Aufschwappen eines Fragenpools im &#246;ffentlichen Raum, der sich zum Einen mit den Ursachen eines nicht mehr funktionierenden Ortes und zum Anderen mit den sich daraus ergebenden M&#246;glichkeiten befassen k&#246;nnte, konsequent unterbunden.</p>
<p>Absperrungen und  negative Konnotationen gen&#252;gen in den &#252;berwiegenden F&#228;llen, um die traditionelle Logik vom Wachstumsdenken bei den BetrachterInnen aufrecht zu erhalten. Auf Grund dessen werden solche Erscheinungen kurzer Hand ignoriert oder aber geradlinig ins Bewusstsein aufgenommen, was zwar bedeutet, dass Ruinen und Brachen im Bild der Stadt als unwillkommene Begebenheiten akzeptiert werden, aber nur verbunden mit der Hoffnung, dass es sich um vor&#252;bergehende Erscheinungen handelt, die verschwinden werden, sobald an ihre Stelle (noch)mal wieder etwas gebaut wird. Dieser Denkvorgang l&#228;sst sich auch am Selbst abpr&#252;fen: JedeR ist schon einmal an einer leeren Stadtfl&#228;che vorbei gekommen, die einfach nur verwildert aussah oder auf der sich schon Reste und M&#252;ll aller Art stapelte. Was ging Dir dabei durch den Kopf? Mit Bestimmtheit ist der Gedanke in Dir aufgeblitzt, dass da etwas fehlt! Tats&#228;chlich kann angenommen werden, dass sich dort einmal etwas Kultiviertes befand. Der Blick nach Links und Rechts auf die vorhandenen Geb&#228;ude und Konstruktionen bekr&#228;ftigt diesen Gedanken schlie&#223;lich. Die Annahme, dass hier etwas fehle bzw. wieder etwas hingeh&#246;re, taucht vor Allem deshalb zuerst im Bewusstsein auf, weil die Jahrhunderte lang praktizierte Stadtplanung und Bautradition – was sich ins besondere in der steinernen Stadt des sp&#228;ten 19. Jahrhunderts wiederspiegelt – mit Verdichtung und unersch&#246;pflichen Expansionsbestrebungen einherging. Es handelt sich also in diesem Fall um eine tief in uns eingelagerte Struktur, die erstmal als solche enttarnt werden muss, um sie schlie&#223;lich &#252;berwinden zu k&#246;nnen.</p>
<p>Wie und wo l&#228;sst sich so eine Struktur brechen? Ganz einfach, man geht an die Stelle im sozialen Raum, wo die Struktur schon gebrochen vorzufinden ist. Die Frage muss also lauten: Was geschieht, wenn ein Gebiet oder Geb&#228;ude der Zerr&#252;ttung betreten wird? Durch das Begehen k&#246;nnen sich Gedanken und Gef&#252;hle zu den Prozesshaftigkeiten, die sich um und an diesem Orte ergeben, ausbilden. Denn durch die direkte Begegnung kann nach und nach eine produktive und unvoreingenommene Auseinandersetzung mit einer derartigen Stelle entstehen. Dabei entpuppt sich das anscheinend Mangel- und Fehlerhafte bald als eine soziale Bruchstelle im gesellschaftlichen Gef&#252;ge, an der die sozialen Wandlungsprozesse der Arbeitsgesellschaft veranschaulicht werden k&#246;nnen. An Stellen und R&#228;umen in der Gesellschaft, in denen sich das Lohnarbeitsparadigma als dysfunktional herausstellt, entwickeln sich n&#228;mlich Ph&#228;nomene, deren Wert und deren herausragende Bedeutung f&#252;r einen gesamtgesellschaftlichen Wandel Geltung erreichen k&#246;nnten.</p>
<p>Was f&#252;r Prozesse eine Person letztlich an diesen Orten und auf diesen Gebieten in und um sich ausl&#246;st, mag in ihrem Inhalt sehr verschieden sein, aber in ihrer Struktur haben diese Vorg&#228;nge etwas gemeinsam, denn zum Einen wurde die erste H&#252;rde in Richtung &#214;ffnung, Unmarkiertheit und Experimentalit&#228;t genommen, zum Anderen entsteht eine Verh&#228;ltnis zwischen der Person und dem negativ konnotierten bzw. als mangelhaft erkl&#228;rten Raum. Diese Bereiche sind unverstellte Fl&#228;chen, die einen weder vor den gesellschaftlichen Verh&#228;ltnissen noch vor den Verh&#228;ltnissen in sich sch&#252;tzen, demnach kann hier ein Feld der Konfrontation und der Projektion entwickelt werden.</p>
<p>Diese Orte sind keinesfalls tote Orte, wie sie in der &#214;ffentlichkeit seit L&#228;ngerem klassifiziert werden, es sind vielmehr Areale, die frei von herk&#246;mmlicher Wachstums- und Konsumstruktur sind. Zu schnell kann an diesen Pl&#228;tzen das Potential des Erkennens von individuellen und gesellschaftlichen Verh&#228;ltnissen durch romantisierende und abenteuerliche Vorstellungswelten verspielt, verkannt und verkl&#228;rt werden. Deshalb ist es von gro&#223;er Bedeutung, Gebiete und Orte der Zerr&#252;ttung in den Kontext der sich wandelnden Arbeitsgesellschaft – mit deren &#252;berfl&#252;ssiggemachten Menschen – zu stellen, da diese entkoppelten Gebiete unmittelbares Resultat des Erwerbsarbeitswandels und Folgeerscheinungen des abhanden gekommenen Wachstums sind. Sie sind triste, brutale und unsichere Gegebenheiten in einer Gesellschaft, die permanent von Lichtern und Leuchtwerbetafeln geblendet wird.</p>
<p>Wesentlich ist, dass sich jedeR ihren/seinen eigenen Zugang zu diesem Ph&#228;nomen schafft, weil sich nur so vielschichtige Zug&#228;nge entwickelt lassen k&#246;nnen, auf deren Grundlage die Logik der Wachstumsgesellschaft aufgedeckt und hinterfragt werden kann – das ist eine politische Handlung.</p>
<p><em>Daniel Sebastian Schaub</em></p>
<p><a href="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2008/10/zukunft.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-918" title="zukunft" src="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2008/10/zukunft-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a></p>
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