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	<title>ABRISSBERLIN &#187; Jenseits der Arbeit</title>
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		<title>Verflucht seist Du bis ans Ende aller Tage!</title>
		<link>http://www.abriss-berlin.de/blog/2009/04/30/aufruf-der-surfpoeten-zum-2-mai/</link>
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		<pubDate>Thu, 30 Apr 2009 12:14:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Abriss Ghost</dc:creator>
				<category><![CDATA[Jenseits der Arbeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Aufruf der Surfpoeten zum 2. Mai Die Berliner Leseb&#252;hne Surfpoeten (u.a.) veranstaltet am 2. Mai 2009 zum 5. Mal die „Demonstration gegen den Zwang zur Lohnarbeit“. Ein zentrales Anliegen ist der Kampf gegen die Verm&#252;llung mit sinnlosen Produkten und gegen den Arbeitswahn. Mehr Informationen: www.geissel-der-menschheit.de. V. Internationaler Kampf- und Feiertag der Arbeitslosen Gro&#223;kundgebung am 2. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Aufruf der Surfpoeten zum 2. Mai</strong></p>
<p>Die Berliner Leseb&#252;hne <em>Surfpoeten</em> (u.a.) veranstaltet am 2. Mai 2009 zum 5. Mal die „Demonstration gegen den Zwang zur Lohnarbeit“. Ein zentrales Anliegen ist der Kampf gegen die Verm&#252;llung mit sinnlosen Produkten und gegen den Arbeitswahn.</p>
<p>Mehr Informationen: <a title="2. Mai-Demo 2009" href="http://www.geissel-der-menschheit.de.">www.geissel-der-menschheit.de.</a></p>
<p><strong>V. Internationaler Kampf- und Feiertag der Arbeitslosen<br />
Gro&#223;kundgebung am 2. Mai &#8211; Berlin, Senefelder Platz<br />
Beginn 13 Uhr</strong></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Kein Kommentar</title>
		<link>http://www.abriss-berlin.de/blog/2009/03/26/kein-kommentar/</link>
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		<pubDate>Thu, 26 Mar 2009 19:32:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Die andere Person</dc:creator>
				<category><![CDATA[Jenseits der Arbeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Vom Arbeitsrecht erschlagen. Daniel Sebastian Schaub]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2009/03/vom-arbeitsrecht-erschlagen.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1008" title="vom-arbeitsrecht-erschlagen" src="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2009/03/vom-arbeitsrecht-erschlagen.jpg" alt="Vom Arbeitsrecht erschlagen" width="500" height="335" /></a></p>
<p>Vom Arbeitsrecht erschlagen.</p>
<p><em>Daniel Sebastian Schaub</em></p>
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		<title>Unvermittelt, nicht ungl&#252;cklich</title>
		<link>http://www.abriss-berlin.de/blog/2008/08/30/unvermittelt-nicht-unglucklich/</link>
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		<pubDate>Sat, 30 Aug 2008 12:35:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ostprinzessin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Jenseits der Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Netze spinnen]]></category>

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		<description><![CDATA[/unvermittelt Dazu ein Kampagnenwort von ABRISSBERLIN: Ein Arbeitsplatz gilt auch in unseren Zeiten gemeinhin als eine gro&#223;artige, zumindest aber als eine notwendige Errungenschaft, der jeder Mensch zu huldigen hat, indem er einen solchen Platz in der Mitte der Gesellschaft anstrebt. Menschen, die keine Arbeit finden k&#246;nnen und Menschen, die Lohnarbeitsverh&#228;ltnisse ablehnen, geh&#246;ren in der Logik [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="unvermittelt" href="http://www.unvermittelt.net"><strong>/unvermittelt</strong></a></p>
<p>Dazu ein Kampagnenwort von <strong>ABRISS</strong>BERLIN:</p>
<p>Ein Arbeitsplatz gilt auch in unseren Zeiten gemeinhin als eine gro&#223;artige, zumindest aber als eine notwendige Errungenschaft, der jeder Mensch zu huldigen hat, indem er einen solchen Platz in der Mitte der Gesellschaft anstrebt. Menschen, die keine Arbeit finden k&#246;nnen und Menschen, die Lohnarbeitsverh&#228;ltnisse ablehnen, geh&#246;ren in der Logik der Lohnarbeitsgesellschaft zum traurigen Rand. Wohlbemerkt zu einem stark angeschwollenen Rand.</p>
<p>Wer nicht vermittelt werden kann oder will, kommt wom&#246;glich auf dumme Gedanken. Man schaue nur einmal, was wir <em>Abriss Activists</em> mit unserer befreiten Zeit so alles anstellen. Nicht der Rauswurf aus der Lohnarbeitsgesellschaft, sondern die Integration in selbige w&#228;re f&#252;r uns der angemessenere Maulkorb. Allerdings: Wir haben dieser Art der Gesellschaft schon l&#228;nger abgeschworen. Unsere Freiheit ist ein frech an den realkapitalistischen Wegesrand gepflanzter Wegweiser zum k&#252;nftigen Grab der Konsum-, Fun- und Verwertungsgesellschaft.</p>
<p>Damit viele, viele andere Menschen und M&#228;rchenfiguren auf den Geschmack kommen, dem Arbeitsplatzfetisch die Lust zu verweigern und dem gesellschaftlichen Leistungsgesellschaftsspuk, der meist auch ein pers&#246;nlicher Spuk ist, ein Ende zu bereiten, brauchen wir neue Definitionen.</p>
<p>Die Kampagne <a title="unvermittelt" href="http://www.unvermittelt.net">/unvermittelt</a><a title="unvermittelt" href="http://www.unvermittelt.net"> &#8211; Kampagne f&#252;r einen Arbeitsbegriff jenseits von &#220;berarbeitung und Mangel -</a> hilft uns seit dem 15.08. und noch mindestens bis zum 17.09.2008 mit allerlei Anregungen. Die <a title="Absageagentur" href="http://www.absageagentur.de">Absageagentur</a> zum Beispiel bietet einen Ausgliederungsservice, die <a title="Sabotageagentur" href="http://zufn.de/sabotageagentur/homepage/sabotageagentur.html">Sabotageagentur</a> geht &#8211; zumindest k&#252;nstlerisch &#8211; noch einen Schritt weiter.</p>
<p>Wenn auch zum Start der Kampagne die Sozialsenatorin Knake-Werner (DIE LINKE) eingeladen wurde, was intern und extern zu kleinen Verstimmungen f&#252;hrte, wich der anf&#228;ngliche Gutglaube vermutlich sp&#228;testens nach der kurzfristigen Absage der Frau Senatorin der weitreichenden Erkenntnis, dass sich selbst die (vorgeblich) <em>linken</em> (Mit-) Verantwortlichen der sozialen Miseren, der Hartz-IV-Zwangsumz&#252;ge, des <a title="Unverk&#228;uflich gegen Privatisierung." href="http://www.unverkaeuflich.org">Ausverkaufs</a> sozialer Steuerungsm&#246;glichkeiten und gleichzeitigen Predigerinnen der Lohnarbeitssklaverei einfach zu ungern fortbilden lassen &#8211; und man deshalb auch gleich ganz auf sie verzichten kann, darf und sollte.</p>
<p>Vielleicht wollten die Beteiligten und Initiatorinnen der /unvermittelt-Kampagne aber auch einfach nur nach au&#223;en hin den Schein wahren. Subversiv sind ihre „Praxen, Techniken, Spielr&#228;ume“ zur Umdefinierung der Arbeit allemal. Und wer mit Subversion spielt, spielt mit dem Feuer. Die Kapit&#228;ne und Lenkerinnen kapitalistischer und (M&#246;chtegern-) realsozialistischer Systemzusammenh&#228;nge reagieren auf jedewede Subversion unwirsch bis allergisch bis notorisch spielverderberisch.</p>
<p>Mehr zum Programm und den spannenden Ans&#228;tzen der Kampagne gibt es bei den Unerschrockenen, die subversiv-pragmatisch gegensteuern, so wie wir es von der <a title="workstation Ideenwerkstatt Berlin e.V." href="http://www.workstation-berlin.org">workstation Ideenwerkstatt</a> her kennen und sch&#228;tzen: <a title="unvermittelt" href="http://www.unvermittelt.net">/unvermittelt</a>.</p>
<p><em>/unvermittelt ist eine AG der <a title="NGBK - Neue Gesellschaft f&#252;r Bildende Kunst e.V." href="http://ngbk.de/site">NGBK Berlin e.V.</a></em></p>
<p><em>die AG, bestehend aus Danijela Cenan, Uli Ertl, Rut Waldeyer, Frauke Hehl und Nadine Wothe haben zusammen mit Barbara Loreck, Petra Spielhagen und Christine Kriegerowski, und die vielen, vielen Beteiligten haben im Januar 2008 die Kampagne /unvermittelt gestartet</em></p>
<p>Gl&#252;ckwunsch an die Beteiligten! Ohne Euere Arbeit w&#228;ren Viele unvermittelt und ungl&#252;cklicher.</p>
<p><em>The Ostprinzessin</em></p>
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		</item>
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		<title>Neue Sinnbez&#252;ge durch entwertete R&#228;ume</title>
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		<pubDate>Fri, 22 Aug 2008 16:11:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Die andere Person</dc:creator>
				<category><![CDATA[Demontage & Verfall]]></category>
		<category><![CDATA[Jenseits der Arbeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Entwertete R&#228;ume als elementarer Bestandteil zur Konstruktion neuer Sinnbez&#252;ge Eine Fl&#228;che wird abger&#228;umt. Und dann? Sie &#252;berwuchert oder besteht in ihrer betonierten Formpr&#228;gung fort. Geb&#228;ude (-Komplexe) stehen leer. Und dann? Sie verfallen und erleben eine Metamorphose im Zeitverlauf. In beiden F&#228;llen wird deutlich, dass etwas im Raum vorhanden ist und etwas zur&#252;ckbleibt. Aber was genau? [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Entwertete R&#228;ume als elementarer Bestandteil zur Konstruktion neuer Sinnbez&#252;ge</strong></p>
<p>Eine Fl&#228;che wird abger&#228;umt. Und dann? Sie &#252;berwuchert oder besteht in ihrer betonierten  Formpr&#228;gung fort. Geb&#228;ude (-Komplexe) stehen leer. Und dann? Sie verfallen und erleben eine Metamorphose im Zeitverlauf. In beiden F&#228;llen wird deutlich, dass etwas im Raum vorhanden ist und etwas zur&#252;ckbleibt. Aber was genau? Es sind Zonen, die Angeschlagenes, Deformiertes, Entwertetes und Randst&#228;ndiges in sich beherbergen – Menschen, Dinge, Zust&#228;nde und Situationen, die sich auf der Kehrseite des &#246;konomischen Wachstums bewegen und vollziehen. Solche Gebiete der &#214;ffnungen sind geradezu pr&#228;destiniert, den Auftakt zu machen f&#252;r erweiterte individuelle und gesellschaftliche Denkpositionen.</p>
<p>Soweit so gut. N&#228;chster Bereich.</p>
<p>Wer oder was hat in der neoliberalisierten Arbeitsgesellschaft Zeit? Es sind Diejenigen, die vom &#246;konomischen System ausgesondert wurden und deren Reintegration in gewohnte Erwerbsarbeitsmuster oder prek&#228;re Besch&#228;ftigung strukturell aussichtslos ist. Die eigentlich verwertbare Zeit ist allerdings f&#252;r die &#220;berfl&#252;ssiggemachten nicht frei verf&#252;gbar. Sie liegt brach wie die Brachen – Zeit und Fl&#228;chen bleiben ungenutzt. Staatliche Sanktionsgewalt und Medienhetze machen die Ausgesonderten zu Schuldigen und lasten ihnen die Ursachen ihrer individuellen sowie der gesellschaftlichen Misere an – der pers&#246;nliche R&#252;ckzug und die soziale Isolation sind g&#228;ngige Folgeerscheinungen solcher Strukturprobleme, die auf Individuen abgew&#228;lzt werden.</p>
<p>Was ist die Grundvoraussetzung f&#252;r Handlungen? Es ist disponible Zeit. Umgekehrt hei&#223;t dies, wenn keine nutzbare Zeit im Raum vorhanden ist, werden auch keine Handlungen geplant – individuelle und gesellschaftliche Aktionen und Aktivit&#228;ten fallen aus. Die Niedermachung des Sozialen an sich vollzieht sich. Die staatlich installierten Mechanismen zur Liquidierung eigentlich greifbarer und verwertbarer Zeit m&#252;nden schlie&#223;lich in soziale Unbeweglichkeit und schmalspurige Loops. Menschen sind aber keine Autos, die man mal so einfach parken kann. Wie k&#246;nnen also die enormen Massen an unfreier und nicht-produktiv verwerteter Zeit verf&#252;gbar gemacht werden? Indem soziale Subjekte – Initiativen, Projekte – an den entsprechenden R&#228;umen und Menschen mit Handlung ansetzen. Denn entwertete Orte und &#252;berfl&#252;ssig gemachte Menschen sind Simulationsfl&#228;chen, auf denen und durch die die herk&#246;mmlichen Muster der b&#252;rgerlich-kapitalistischen Arbeitsgesellschaft durchquert und &#252;berwunden werden k&#246;nnen. Diese Prozesshaftigkeiten ergeben sich jedoch nicht aus einer politischen Antihaltung gegen&#252;ber gro&#223;fl&#228;chigen Staats- und &#214;konomiesystemen, sondern in erster Linie aus der puren Notwendigkeit nach Sinnsuche, um den geistigen Fortbestand von Gesellschaft zu sichern. Eine sinnvolle soziale Sicherung beginnt dort, wo das Risiko einer grunds&#228;tzlichen und radikalen Gesellschaftstransformation eingegangen wird – soziale Sicherung beginnt gerade nicht dort, wo vehement an erprobten und ehemals bew&#228;hrten Strukturen bis zur Besinnungslosigkeit festgehalten wird.</p>
<p>Zahlreiche Fl&#228;chen und Menschen liegen brach, doch &#214;dland sind sie noch lange, lange nicht. Denn gerade dadurch, dass die Gebiete und Geb&#228;ude durch eine verschobene &#246;konomische Logik aus der gewohnten Gesellschaftsstruktur ausgewiesen wurden, wird eine Neudeutung bez&#252;glich des gesamten Gesellschaftsfeldes erm&#246;glicht. R&#228;ume solcher Art stehen einer Vielzahl von Handlungen offen – der Vandalismus ist nur ein sichtbares Beispiel f&#252;r die Empf&#228;nglichkeit von Modifikationen. Vandalismus ist im weitesten Sinne ein Prozess der Ver&#228;nderung – wer einen Stein in ein Fenster schmei&#223;t, ver&#228;ndert definitiv diesen Ort. Ob dieser Vorgang nun als ein destruktiver oder konstruktiver gilt, mag dahingestellt bleiben, aber es reicht einfach nicht aus, nur um das Zerst&#246;rte und Verlorengegangene zu trauern oder gar Versuche zu unternehmen, es wiederherstellen zu wollen.</p>
<p>Handeln l&#228;sst sich am Besten mit dem, was im sozialen Raum vorzufinden ist, alles Andere bedeutet Entfernung und Distanzierung von der eigentlichen Sache. Die Deformierung am Menschen erscheint dagegen weniger sichtbar und l&#228;sst sich nur erschwert erkennen. Von der &#246;konomischen Logik ausgesondert, werden die &#220;berfl&#252;ssiggemachten zu sozial entkoppelten Einzeleinheiten, deren Ruhigstellung beabsichtigt wird, indem ihre Handlungen massiv eingeschr&#228;nkt werden und ihre Zeit unbenutzbar gemacht wird. Der Verlust von vertrauten Strukturen des sozialen Lebens ist aber zugleich auch eine Befreiung von diesen. Denn wof&#252;r sollten sie erhalten bleiben, wenn eine Reintegration in ein solches Lebens- bzw. Gesellschaftsmodell aussichtslos ist. Befreiung macht Platz f&#252;r Neues. Neues entsteht durch Umdeutung der vorhandenen Verh&#228;ltnisse.</p>
<p>Die Schnittstellen zwischen entwerteten R&#228;umen und ausgeschlossen Menschen liegen auf der Hand. Wir kennen die R&#228;ume und wir kennen die Menschen. Alles ist bereit.</p>
<p><em>Daniel Sebastian Schaub</em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>M&#228;h macht das Schaf, Mae macht der Manni</title>
		<link>http://www.abriss-berlin.de/blog/2008/02/07/mah-macht-das-schaf-mae-macht-der-manni/</link>
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		<pubDate>Thu, 07 Feb 2008 14:33:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Abriss Ghost</dc:creator>
				<category><![CDATA[Jenseits der Arbeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Zu Gast in der Welt von Amazing Mae Inc. von Michaela Trautwein Verdammt. Die Metro fuhr gerade am Ostkreuz ein, als Manni auf der Plattform die auff&#228;llig unauff&#228;llig herumlungernden Typen entdeckte: Checker. Ein Ticket hatte Manni nat&#252;rlich nicht, sowas h&#228;tte fast den gesamten Tageslohn aufgefressen, die l&#228;cherlichen neun &#214;re. Also schnell die Tasche umgebunden, ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Zu Gast in der Welt von Amazing Mae Inc.</strong></p>
<p><em>von Michaela Trautwein</em></p>
<p>Verdammt. Die Metro fuhr gerade am Ostkreuz ein, als Manni auf der Plattform die auff&#228;llig unauff&#228;llig herumlungernden Typen entdeckte: Checker. Ein Ticket hatte Manni nat&#252;rlich nicht,  sowas h&#228;tte fast den gesamten Tageslohn aufgefressen, die l&#228;cherlichen neun &#214;re. Also schnell die Tasche umgebunden, ein unbeteiligtes Gesicht aufgesetzt und raus. Manni fasste noch pr&#252;fend in die Jackentasche. Die Kapsel war da, eine Micro-Nebelbombe f&#252;r den &#228;u&#223;ersten Notfall. Falls die Checker ihn herauspicken w&#252;rden und sich nicht einfach so absch&#252;tteln lie&#223;en. Noch einmal erwischt zu werden, ging einfach nicht. Sein finanzielles Notfall-Polster war schon beim letzten Erwischtwerden draufgegangen. Nur nicht dran denken, und los. Die T&#252;ren &#246;ffneten sich und Manni schwamm in einer Traube von Aussteigenden hinaus in die K&#228;lte, auf die Plattform. Im Vorbeigehen sah er, wie ein Typ seines Alters, mit Rasta-Haaren und quengeligem Kind, von den Checkern abgefangen wurde. Erleichtert ging Manni weiter. Nochmal Gl&#252;ck gehabt. Die Treppen zur oberen Plattform hinaufeilend, fiel ihm auf, wie zynisch dieser Gedanke war – froh zu sein, dass es jemand anders erwischt hatte. Oben fuhr gerade eine Metro ein, also Beeilung. Der Zwischenfall mit den Checkern hie&#223; sowieso schon, dass Manni einen Umweg nehmen musste. Er w&#252;rde zu sp&#228;t auf Ma&#223;nahme auftauchen.</p>
<p>Die obere Plattform war gerammelt voll mit Wartenden, die nun alle versuchten, in die ohnehin gut bepackte Metro reinzukommen. Da er gerade erst von der Treppe kam, hatte Manni schlechte Karten. Warnton, knallende T&#252;ren, und schon setzten sich die Wagen in Bewegung, ohne ihn. Mist. Seltsam, dachte er, dass das Zusp&#228;tkommen ihn so besch&#228;ftigte. In den Jahren, in denen er jetzt schon ohne Job dastand und stattdessen, wie eine halbe Million Anderer in der Stadt, Kohle von der Firma bekam, hatte tagt&#228;gliches Fr&#252;haufstehen keine Bedeutung gehabt. Dann hatten sie ihm die Ma&#223;nahme aufgedr&#252;ckt, und es war eine krasse Umstellung gewesen. Sein Biorhytmus kam nicht mehr klar. Das Aufstehen morgens klappte zwar so einigerma&#223;en, aber entsprechend auch fr&#252;her ins Bett zu kommen, das gar nicht. Die Folge waren vier bis f&#252;nf Stunden Schlaf pro Nacht, ein heftiges, st&#228;ndiges Schlafdefizit. Und wof&#252;r? F&#252;r schlappe Einsfuffzich pro Stunde, gerade mal neun &#214;re am Tag? Nein, kein Lohn: <strong>M</strong>ehr<strong>a</strong>ufwands<strong>e</strong>ntsch&#228;digung nannte die Firma das. Daf&#252;r, den ganzen Tag &#252;ber v&#246;llig fertig sein. Und dann auch noch p&#252;nktlich sein wollen: War es einfach Gef&#252;gigkeit? M&#228;h macht das Schaf, Mae macht der Manni. Wo auf Ma&#223;nahme doch niemand wirklich p&#252;nktliche Anwesenheit kontrollierte. Nur legten die Kollegen, seine Mitgefangenen, einigen Wert darauf, machten Witze dar&#252;ber, wenn Manni wieder mal zehn Minuten sp&#228;ter kam. Als ob das wirklich &#8216;ne Rolle spielte. Naja, es schien f&#252;r den Zusammenhalt der Gruppe irgendwie &#8216;ne Bedeutung zu haben.</p>
<p>Die ordentlich bezahlten Angestellten der Amazing Mae Inc., die von der Firma f&#252;r jeden zugewiesenen Joblosen ganz gut Kohle einsackten f&#252;r das Organisieren verschiedener Ma&#223;nahmen, waren n&#228;mlich weit weg, schauten nur alle drei, vier Wochen mal vorbei. Wohl, weil sie zufrieden mit der Arbeit der Gruppe waren, Vertrauen in den Ablauf hatten. Von anderen Gruppen hatten sie schon geh&#246;rt, dass sie t&#228;glich morgens melden mussten, wer da war und wer nicht.</p>
<p>Ein Krachen riss Manni aus seinen Gedanken und brachte ihn zur&#252;ck auf die Plattform. Ein St&#252;ck weiter, aber direkt vor seinen Augen, wurde ein Shoppingcenter abgerissen. Das hatte gerade mal zehn Jahre dort gestanden, war aber anscheinend nicht gut gelaufen. Die Bauarbeiter, die hatten wenigstens regul&#228;re Arbeit. Vielleicht sogar mit Sozialabgaben, bezahltem Urlaub und so. Oder waren diese Zeiten auf dem Bau auch schon l&#228;ngst passé? Manni schien es, als geh&#246;rten Festangestellte zu einer langsam aussterbenden Spezies. Denn jenseits von gut bezahlten Jobs f&#252;r Hochqualifizierte wurden regul&#228;re Arbeitsverh&#228;ltnisse mit allem Drum und Dran immer seltener. Und hie&#223;en meist: Stumpfe B&#252;roarbeit. Man konnte sein Leben auch spannender zu Grunde richten.</p>
<p>Endlich kam die n&#228;chste Metro. Manni stand nun besser auf der Plattform, zw&#228;ngte sich in den Wagen. Blieb in der N&#228;he der T&#252;ren, denn er musste eh gleich wieder raus und zur Subway wechseln. Weiter hinten versuchte eine junge Frau, &#8216;ne Obdachlosenzeitung zu verticken, kam aber anscheinend nicht durch das Gedr&#228;nge des Wagens durch.</p>
<p>Shoppingcenter zu bauen und wieder abzurei&#223;en, war das eigentlich auch nur einen Deut sinnvoller als das, was Manni&#8217;s Gruppe auf Ma&#223;nahme machte? Zu Anfang hatte Manni noch gedacht, es sei okay, Ridermaps f&#252;r die Schulkids zu basteln. Es war ja auch ganz sch&#246;n gef&#228;hrlich, sich mit Bike durch die Stadt zu k&#228;mpfen. Es war bestimmt gut, die Kids auf die besonders kritischen Stellen hinzuweisen, vielleicht ergaben sich ja auch sicherere Routen auf Nebenstra&#223;en mit wenig Autoverkehr. Also hatte sich Manni erstmal &#8216;ne Menge Gedanken dazu gemacht, was die Bikelanes so gef&#228;hrlich macht. Und woran man Lanes und Routen erkennen k&#246;nnte, die sicherer sind. Aber hatte das jemanden interessiert?</p>
<p>Da war auch schon die n&#228;chste Station, raus auf die Plattform, die Treppen runter zur Stra&#223;e. Vor dem Eingang zur Subway an der Bikelane aufpassen. Diese Lane war so ein Beispiel, st&#228;ndig liefen Leute dr&#252;ber, ohne sich umzuschauen. Immer wieder mussten Rider scharf bremsen oder rasselten in Fu&#223;g&#228;nger rein. Aber f&#252;r die Ridermap auf Ma&#223;nahme wurde die Lane einfach eingetragen, obwohl es auf der Stra&#223;e vielleicht sicherer zu fahren w&#228;re. Egal – Manni lief weiter und ab in die Subway, vorbei an fliegenden Zigarettenh&#228;ndlern, die garantiert einen stressigeren Job hatten als Manni und kohlem&#228;&#223;ig trotzdem nicht unbedingt besser dastanden.</p>
<p>Diesmal gelang es Manni, gleich in den ersten Zug reinzukommen. Die Screens in der Bahn verk&#252;ndeten irgendwelchen Promiquatsch, gefolgt von Werbung f&#252;r einen angeblich vollkommen sicheren neuen Suburb mit direktem Autobahnanschluss. Wer sich sowas wohl leisten konnte? Und wollte? Dann sich vielleicht doch besser mit der Firma arrangieren, gut auf die Kohle acht geben, damit noch ein bisschen was drin war f&#252;r &#8216;n Konzert oder mal Party. Das Beste draus machen, auch wenn&#8217;s nichts Gutes war. So war&#8217;s auf Ma&#223;nahme letztendlich auch: Da ging&#8217;s schon l&#228;ngst nicht mehr darum, &#8216;ne gute Ridermap zu machen, die den Kids half, sondern darum, die Arbeit noch m&#246;glichst angenehm zu gestalten. Die von Amazing Mae schien es gar nicht zu interessieren, ob etwas wirklich Brauchbares dabei herauskam. Wie sich Sicherheit und Gefahren f&#252;r Rider praktisch fassen und in der Map darstellen lie&#223;en. Oder sie waren davon schlicht &#252;berfordert, sich mehr als alle paar Wochen f&#252;r ein, zwei Stunden mit der Arbeit der Gruppe auseinanderzusetzen. Hatten immerzu ausweichend reagiert, wenn es mal um Entscheidungen &#252;ber die Gestaltung der Map ging, daf&#252;r aber krampfhaft an dem urspr&#252;nglichen, aber mit unbrauchbaren Fragen &#252;bers&#228;ten Erfassungsbogen f&#252;r Bikelanes festgehalten. So hatte sich die Gruppe nach und nach damit arrangiert, dass einfach nur irgendeine Ridermap gebastelt werden sollte, vielleicht um der Firma gegen&#252;ber was vorweisen zu k&#246;nnen. Aber praktischen Sinn musste sie nicht machen. Vielleicht w&#228;re es sogar besser, wenn die Map nie an irgendwelche Schulen kommen w&#252;rde, sondern stattdessen in einer Schublade verschw&#228;nde. Vermissen w&#252;rde sie sicherlich niemand. Nur seltsam, wenn man f&#252;r sowas monatelang gearbeitet hatte.</p>
<p>Einerseits war der Mae-Kram totaler Zwang: Wer sich weigerte, eine Ma&#223;nahme anzunehmen, dem wurde die Kohle von der Firma gesperrt. Wenn man nichts mehr auf Kante hatte, war das wirklich krass. Manni hatte die Zuweisung der Firma daher als derben Eingriff in seine pers&#246;nliche Freiheit erfahren. Ein Zwangsdienst wie Armee oder welcher Ersatzdienst auch immer. Diese abh&#228;ngige Situation wurde dann von einigen Ma&#223;nahmentr&#228;gern wie der Amazing Mae Inc. gnadenlos ausgenutzt. Denen war es egal, ob die Leute die Ma&#223;nahme wollten oder nicht. Sie wurden auch gegen ihren Willen genommen, obwohl sie sie auch h&#228;tten ablehnen k&#246;nnen. Die Firma war nat&#252;rlich froh &#252;ber alle, die dem Druck nicht Stand hielten, eher noch in absoluter Armut lebten oder allermieseste Jobs annahmen, um der Willk&#252;r zu entgehen. Und dann, als Manni seinen Jobberater bei der Firma fragte, was ihm die Ma&#223;name denn nun von erwerbsperspektivisch bringen solle, hatte der ganz offen geantwortet: Nichts, Hauptsache Sie sind besch&#228;ftigt.</p>
<p>Einer Freundin wiederum hatte ein anderer Ma&#223;nahmentr&#228;ger, der im k&#252;nstlerischen Bereich herumfuhrwerkte, gleich noch ein zweites Vollzeitprojekt aufdr&#228;ngen wollen. F&#252;r keinen &#214;re mehr nat&#252;rlich. Die kamen sich dabei noch wie Wohlt&#228;ter vor und meinten, sie solle als Joblose mal froh sein, &#252;berhaupt &#8216;ne Ma&#223;nahme abbekommen zu haben.</p>
<p>Andererseits hatte Manni mit seiner Ma&#223;nahme auch ein St&#252;ck weit Gl&#252;ck im Ungl&#252;ck: Es ergaben sich immerhin Spielr&#228;ume, mit denen er nicht gerechnet h&#228;tte. Solang keine Wichtig-Wichtig-Leute von Amazing Mae Inc. auftauchten, konnten sie sich eine laue Zeit machen: Ausgedehnt und kaffetrinkend im Aufenthaltsraum miteinander quatschen – wenn man sich denn was zu sagen hatte. Ausgedehnte Spazierg&#228;nge unternehmen, w&#228;hrend der Arbeitszeit allen m&#246;glichen privaten Kram erledigen, Computergames auf dem Netzwerk spielen, sich &#252;ber den Gebrauch freier Software austauschen. Klar, die Gruppe hatte noch au&#223;ergew&#246;hnlich gute Bedingungen. Anderswo standen Mae&#8217;ler unter st&#228;ndiger Aufsicht, da w&#228;re sowas nat&#252;rlich nicht gegangen. Obwohl, dann w&#228;ren Manni vielleicht die nervigen Seiten der Gruppe erspart geblieben: Wenn die Kollegen beim allmorgendlichen Beisammensitzen im Aufenthaltsraum auf Frauen, Ausl&#228;nder oder Schwule zu sprechen kamen, hatte er sich am liebsten sofort an den Rechner verdr&#252;ckt. Nat&#252;rlich war es immer „witzig“ gemeint gewesen, was sie so sagten. Aber bestimmt nicht Mannis Humor. Irgendwann hatte er begonnen, Musik und Audiobooks mitzubringen: &#220;ber Kopfh&#246;rer geh&#246;rt, blendete sich alles um ihn herum aus.</p>
<p>Endlich kam die Subway an der Station an. Immerhin &#8216;ne Viertelstunde zu sp&#228;t, nur wegen der Checker in der Metro. Manni ging die letzten paar hundert Meter zu der alten Plattenbau-Kita, die sicherlich einige Jahre leergestanden hatte, bevor man die Mae-Gruppen dort untergebracht hatte. Im Geb&#252;sch am Wegesrand wuselte gerade auch so &#8216;ne bunte Truppe herum: M&#252;ll auflesen, Gr&#252;nzeug schnippeln, Boden harken. Alle auf Ma&#223;nahme, bis auf eine Person, die vom Fach war und die Motorsense bedienen durfte. Von seiner Gruppe wusste Manni immerhin, dass es allesamt Leute mit Berufsausbildung waren. Nur vielleicht nicht die allererste Sahne auf dem Arbeitsmarkt. Das reichte oft schon, um auf Dauer rauszufallen und fr&#252;her oder sp&#228;ter auf Ma&#223;nahme zu landen. Jetzt kam Manni an der Verkehrsschule vorbei, wo die Kids von einem Polizisten und &#8216;nem halben Dutzend Joblosen betreut wurden. Auf Schritt und tritt begegnete man hier Mae&#8217;lern, man musste nur einmal darauf aufmerksam werden.</p>
<p>Klar, die Ma&#223;nahmen-Welt war reichlich bescheuert und Manni &#228;rgerte sich dar&#252;ber, von der Firma dazu gezwungen zu werden: Aber die Mae-Jobs waren bei Vielen erstaunlich begehrt. Schlicht und einfach, weil die normale Joblosen-Kohle f&#252;r den Lebensunterhalt hinten und vorne nicht reichte, das bisschen Mae-Geld also dringend ben&#246;tigt wurde. Und immerhin hie&#223; &#8216;ne Mae, meist, wenn auch nicht immer, von noch unangenehmeren Ma&#223;nahmen der Firma weitgehend verschont zu werden. Zumindest f&#252;r sechs Monate. Andererseits: Was h&#228;tte Manni alles in sechs Monaten auf die Beine stellen k&#246;nnen? Seine Wohnung komplett renovieren vielleicht. Endlich mal Gitarre spielen oder Russisch lernen. Vielleicht ja auch eine Weiterbildung, wom&#246;glich eine mit Sinn, aber da war es sehr schwer heranzukommen. Oder mit Freunden ein kleines Unternehmen aufziehen. Obwohl, wie sollte das gehen, ohne Startkapital&#8230;, also nicht weiter dr&#252;ber nachdenken.</p>
<p>Manni erreichte den Eingang der fr&#252;heren Kita, &#246;ffnete die T&#252;r und tauchte ein in die seltsame Welt von Amazing Mae.</p>
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		<title>SPD &#252;berfl&#252;ssig</title>
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		<pubDate>Mon, 29 Oct 2007 11:21:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Der Böse Wolf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Abbau Soziale Stadt]]></category>
		<category><![CDATA[Jenseits der Arbeit]]></category>

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		<description><![CDATA[&#220;BERFL&#220;SSIGE plakatieren SPD als &#252;berfl&#252;ssig! Mit Gro&#223;plakaten vor dem Willy-Brandt-Haus der SPD haben Aktivistinnen und Aktivisten verschiedener Gruppen der Sozialprotestbewegung die SPD heute f&#252;r &#252;berfl&#252;ssig erkl&#228;rt. Die &#252;berdimensionalen Plakate mit dem Slogan „So ist die SPD &#252;berfl&#252;ssig – erkl&#228;ren 7 Millionen ausgegrenzte HartzIVler, Prekarisierte und die von Alters- und Kinderarmut Betroffenen“ wurden vor dem Haupteingang [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="Die &#220;berfl&#252;ssigen" href="http://www.ueberfluessig.tk">&#220;BERFL&#220;SSIGE</a> plakatieren SPD als &#252;berfl&#252;ssig!</p>
<p>Mit Gro&#223;plakaten vor dem Willy-Brandt-Haus der SPD haben Aktivistinnen und Aktivisten verschiedener Gruppen der Sozialprotestbewegung die SPD heute f&#252;r &#252;berfl&#252;ssig erkl&#228;rt. Die &#252;berdimensionalen Plakate mit dem Slogan „So ist die SPD &#252;berfl&#252;ssig – erkl&#228;ren 7 Millionen ausgegrenzte HartzIVler, Prekarisierte und die von Alters- und Kinderarmut Betroffenen“ wurden vor dem Haupteingang der SPD-Zentrale aufgestellt.</p>
<p>Diese Aktion attackiert die j&#252;ngsten SPD-Parteitagsbeschl&#252;sse zur Sozial- und Arbeitsmarktpolitik als neoliberalen Sozialdemokratismus, der schr&#246;derisch-kaltschn&#228;uzig geblieben sei. F&#252;hrende Sozialdemokraten haben erkl&#228;rt, beim ALG I gebe es eine „gef&#252;hlte Gerechtigkeitsl&#252;cke“ &#8211; ohne zu begreifen, dass es eine reale Gerechtigkeitsl&#252;cke gibt: Die ALG I-Debatte lenkt davon ab, dass ALG II nicht f&#252;r ein menschenw&#252;rdiges Leben ausreicht. Die Verl&#228;ngerung des ALG I f&#252;r &#196;ltere kann deshalb den rapiden Glaubw&#252;rdigkeitsverlust der SPD nicht stoppen. Die SPD benimmt sich wie ein Quacksalber, der auf eine klaffende Wunde ein l&#228;cherliches Pflaster pappt.</p>
<p>Solange die SPD nicht selbst die Agenda2010-Politik als gigantisches T&#228;uschungsprojekt zur&#252;cknimmt, solange sie Menschen mit HartzIV-Regels&#228;tzen, die zum Leben nicht reichen, stiefeltreterisch traktiert, solange sie mit Zwangsumz&#252;gen millionenfache &#196;ngste sch&#252;rt, solange sie 2,3 Millionen Kinder verarmen l&#228;sst, solange sie mit b&#252;rokratischen Kontrollen Menschen entw&#252;rdigt, solange f&#252;r die SPD nur der Mensch ein Mensch ist, der sich arbeitsmarktpolitisch „rechnet“ &#8211; solange bleibt die SPD &#252;berfl&#252;ssig.</p>
<p>Die Aktion „Soo ist die SPD &#252;berfl&#252;ssig“ findet im Zusammenhang mit einem dezentralen Aktionstag der Sozialprotest-Initiativen in 37 St&#228;dten statt. Die Spannbreite der Aktionen reicht von Demontrationen, „Besuchen“ von Arbeitsagenturen, Aktionen gegen die Rekrutierung von Soldaten in Arbeitsagenturen und Schulen bis hin zu Abgeordneten-Beobachtung.</p>
<p><em>Prof. Dr. Peter Grottian, Rainer Wahls, Benedict Ugarte Chacón</em></p>
<p><a title="&#220;berfl&#252;ssige vor dem Willy-Brandt-Haus, Foto: Burkhard Lange" href="http://www.abriss-berlin.de/blog/wp-content/uploads/2007/10/%C3%9Cberfl%C3%BCssige%20vor%20dem%20Willy-Brandt-Haus,%20Foto%20Burkhard%20Lange.JPG"><img id="image506" src="http://www.abriss-berlin.de/blog/wp-content/uploads/2007/10/%C3%9Cberfl%C3%BCssige%20vor%20dem%20Willy-Brandt-Haus,%20Foto%20Burkhard%20Lange.thumbnail.JPG" alt="Ã�berflÃ¼ssige vor dem Willy-Brandt-Haus, Foto: Burkhard Lange" /></a></p>
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		<title>Abgesang: Callcenter-Arbeit</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Oct 2007 11:52:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kaiserin des Westens</dc:creator>
				<category><![CDATA[Jenseits der Arbeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Durchschnittslohn in Berliner Callcentern liegt bei 7 Euro. Das neue Quelle Callcenter liegt somit darunter. Im Vergleich zu dem alten Quelle Callcenter haben sich die Arbeitsbedingungen insgesamt erheblich verschlechtert. Etwa ein F&#252;nftel der alten Belegschaft hat die neuen Vertr&#228;ge nicht angenommen. Der Callcenter-Bereich verspricht eine hohe Rendite auf dem R&#252;cken von Billiglohn-Besch&#228;ftigten. Oft wurden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg08.met.vgwort.de/na/65931134a370c70ba10c4cc83e8c5c" alt="" width="1" height="1" />Der Durchschnittslohn in Berliner Callcentern liegt bei 7 Euro. Das neue Quelle Callcenter liegt somit darunter. Im Vergleich zu dem alten Quelle Callcenter haben sich die Arbeitsbedingungen insgesamt erheblich verschlechtert. Etwa ein F&#252;nftel der alten Belegschaft hat die neuen Vertr&#228;ge nicht angenommen. Der Callcenter-Bereich verspricht eine hohe Rendite auf dem R&#252;cken von Billiglohn-Besch&#228;ftigten. Oft wurden die L&#246;hne in den letzten Jahren massiv gedr&#252;ckt. Grunds&#228;tzlich sind die Arbeitsbedingungen prek&#228;r, die L&#246;hne niedrig, das Arbeitsrecht wird unterlaufen und immer herrscht eine innerbetriebliche Kontrolle, die einen erschaudern l&#228;&#223;t.</p>
<p>Das Problem ist, dass hauseigene Callcenter der Konzerne auch zunehmend f&#252;r andere Firmen arbeiten, daher ist der Umfang von Boykott-M&#246;glichkeiten gegen die Produkte aller beteiligten Firmen nicht einfach zu ermitteln. &#220;ber zehntausend Menschen arbeiten in Berlin in Callcenter-Jobs. Seit Juli 2007 hei&#223;t Quelle Arcandor. Arcandor geh&#246;ren heute: Karstadt mit KaDeWe, Wertheim, Alsterhaus, Karstadt Sport, Restaurants LeBuffet; Primondo Versandhandel f&#252;r Quelle, Walz, Hess Natur, Happy Size, Bogner Homeshopping, Vertbaudet, Teleshopping, HSE 24 und der Online-Versand neckermann.de; in der Touristik Thomas Cook, Neckermann Reisen, Bucher Reisen. Sie ist mit 52% an Lufthansa beteiligt. Arcandor schreibt sich Nachhaltigkeit und soziales Engagement auf die Homepage. Um in der &#214;ffentlichkeit nicht mit den katastrophalen Arbeitsbedingungen in Verbindung gebracht zu werden, gab Arcandor Produktion, Einkauf, Qualit&#228;tskontrollen und Import komplett nach China, an das weltweit gr&#246;&#223;te Beschaffungsunternehmen Li &amp; Fung, Hongkong. Li &amp; Fung sp&#252;rt f&#252;r sie in aller Welt die billigsten Produzenten auf. Eine Einkaufspreisreduktion um 10 % und ein Importvolumen von &#252;ber 2 Milliarden Euro pro Jahr werden angestrebt. Der Konzern schreibt nach einem Verlust von 316 Mio. EUR im Jahr 2005, im Jahr 2006 einen Gewinn von 346 Mio. EUR.</p>
<p>Es ist sehr wahrscheinlich, da&#223; Quelle f&#252;r das neue Callcenter und die Schaffung noch billigerer Arbeitspl&#228;tze finanzielle Investitionshilfen des Senats erhalten hat. Wie &#8220;Berlin Partner&#8221;, die in Berlin die Unternehmen &#252;ber F&#246;rderungen beraten, mitteilte, wurde von Quelle in dieser Angelegenheit Stillschweigen vertraglich gew&#252;nscht. Aus dem Hause Quelle gab es dazu ebenfalls kein Statement. Diese Investitionshilfen sind Steuermittel aus Land und Bund. Der Steuerzahler subventioniert hiermit diese Form der Ausbeutung zugunsten der Gewinnsteigerung des Konzerns. Die &#246;ffentlichen F&#246;rdermittel m&#252;ssen nicht offengelegt werden, sondern sind geheim. Eine seltsame Art, Steuergelder zu verwalten. Auch gibt es bei dem Vergabekatalog keine sozialen oder auch &#246;kologischen Kriterien und da es hierzulande auch keinen Mindestlohn gibt, stehen dem Mi&#223;brauch die T&#252;ren offen. Das einzige Kriterium ist das Schaffen von Dauerarbeitspl&#228;tzen auf mindestens 5 Jahre, egal zu welchem Preis. Die Kontrolle mu&#223; auch hier sehr lax sein, denn sonst w&#252;rde aus den Vertr&#228;gen sehr schnell klar, da&#223; die Arbeitspl&#228;tze vielleicht 5 Jahre bestehen, aber die Besch&#228;ftigten sind nur Durchlaufmaterial.</p>
<p><em>Malah Helman</em></p>
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		<title>Mein Arbeitsplatz im Quelle-Callcenter</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Oct 2007 10:02:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Abriss Ghost</dc:creator>
				<category><![CDATA[Jenseits der Arbeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich m&#246;chte kurz berichten, was ich die letzten Monate bei meiner Jobsuche erlebt habe. Bei meiner Biographie, mit mehreren Ausbildungen &#8211; aber ohne Berufspraxis &#8211; wird man mit Mitte 20 schon irritiert und verst&#228;ndnislos angesehen. Ich bewarb mich also bei diversen Berliner Zeitarbeitsfirmen und privaten Arbeitsvermittlern. Da sich der Arbeitsmarkt zunehmend flexibilisiert, expandieren auch die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich m&#246;chte kurz berichten, was ich die letzten Monate bei meiner Jobsuche erlebt habe. Bei meiner Biographie, mit mehreren Ausbildungen &#8211; aber ohne Berufspraxis &#8211; wird man mit Mitte 20 schon irritiert und verst&#228;ndnislos angesehen. Ich bewarb mich also bei diversen Berliner Zeitarbeitsfirmen und privaten Arbeitsvermittlern. Da sich der Arbeitsmarkt zunehmend flexibilisiert, expandieren auch die Zeitarbeitsfirmen, die die Arbeitnehmer zeitweise verleihen. Gerade in Berlin profitieren diese Firmen von der hohen Arbeitslosigkeit und der allgemein herrschenden Armut in Teilen der Bev&#246;lkerung. Und so entstand ein ausgekl&#252;geltes System, von dem mitunter nur eine Seite profitiert.</p>
<p>Private Arbeitsvermittler erhalten eine Vermittlungspauschale von 2.000 € vom Arbeitsamt und vermitteln einen meist an Zeitarbeitsfirmen weiter. Diese zahlen L&#246;hne, die fast immer niedriger sind als bei den anderen Angestellten. Da die meisten dieser Arbeitspl&#228;tze befristet sind oder auf Grund der schlechten Konditionen eine hohe Fluktuation aufweisen, ist das Einkommen dieser Firmen gesichert. Schon in den Annoncen in der Zeitung wird oft ein falscher Eindruck vom zu vergebenden Job vermittelt, z.B dauerhafte Position und gute Bezahlung &#8211; hei&#223;t in Wirklichkeit: Ein paar Monate befristet, 6 € brutto pro Stunde, Pausen werden nicht bezahlt, keinen Urlaub w&#228;hrend der 6 Monate Probezeit, sowie Schichtarbeit in der Zeit von 6-24 Uhr, von Montag bis Sonntag. Man nutzt einfach die Not der Bewerber aus, denn auch f&#252;r diese Konditionen finden sich noch gen&#252;gend Bewerber und es werden gro&#223;e Auswahltests veranstaltet. Wer genommen wird, darf sich als Auserw&#228;hlter f&#252;hlen. Oft geht es wie am Flie&#223;band zu. Das Bewerbungsgespr&#228;ch ist total unpers&#246;nlich, weil gleichzeitig noch drei Mitarbeiter mit anderen Bewerbern im Raum sind und die n&#228;chsten auch schon vor der T&#252;r stehen.</p>
<p>Seit mehreren Monaten arbeite ich nun in dem neuen Quelle Callcenter. Dort arbeiten Studenten, Leute, die nach der Ausbildung keinen Job gefunden haben und andere, die schon Ende 40 sind und einfach keinen anderen Job mehr finden. Alle eint mehr oder weniger, dass sie Verlierer in dieser Leistungsgesellschaft sind &#8211; die Einen, weil sie einfach ausgelaugt sind und durch lange Arbeitslosigkeit kaum noch Chancen haben und Andere, weil sie keine besonderen Qualifikationen oder Zeugnisse haben, oder sich einfach nicht so gut „verkaufen“ k&#246;nnen. Erschreckend ist aber auch, dass Einige alles einfach so hinnehmen und sich einfach f&#252;gen, unter dem Motto: „Man kann ja eh nichts &#228;ndern, das ist halt so.“ Die Arbeitszeit betr&#228;gt bei den meisten 30 Stunden pro Woche. Die Stundenl&#246;hne sind so niedrig, dass Einige gezwungen sind, zus&#228;tzlich Hartz4 zu beantragen, um &#252;berhaupt &#252;ber die Runden zu kommen und die Meisten haben nur befristete Arbeitsvertr&#228;ge &#252;ber 6 Monate. Jeder Mitarbeiter bekommt einen Chip, mit dem er die T&#252;ren passieren kann und man wird registriert, egal wo man sich im Geb&#228;ude befindet. Die Arbeitszeiten m&#252;ssen auf die Minute genau eingehalten werden, es ist vorgegeben, wann man seine Pause zu nehmen hat. Dadurch ist es schwierig, Andere n&#228;her kennenzulernen, weil man selten zur gleichen Zeit Pause hat. Bei 6 Stunden Arbeitszeit hat man ½ Stunde „gro&#223;e Pause“ und 20 Minuten Bildschirmpause, von der man allerdings nur 10 Minuten pro Stunde nehmen darf.</p>
<p>Nach den 6 Stunden ist man so geschafft, als h&#228;tte man viel l&#228;nger gearbeitet. Auch die Schichtarbeit ist anstrengend. &#214;fters f&#228;ngt man schon um 7 Uhr an und muss sehr fr&#252;h aufstehen, oder man kommt abends erst nach Mitternacht nach Hause. Man muss sich unbedingt an Standardformulierungen halten und alle Konjunktive aus seinem Wortschatz streichen. Die Telefonate an sich laufen immer nach dem gleichen Schema, die meisten Kunden sind nett, wenn da nicht diese Vorgaben w&#228;ren, pro Stunde einen bestimmten Schnitt zu erreichen und m&#246;glichst zus&#228;tzliche Artikel zu verkaufen. Ein System erfasst genau, wieviel jeder Mitarbeiter am Tag geschafft hat. Durch die sich immer wiederholenden Formulierungen wird es schnell sehr eint&#246;nig. &#214;fters gibt es sog. Mysterycalls, d.h. es werden fingierte Anrufe get&#228;tigt, um zu &#252;berpr&#252;fen, ob man sich auch genau an die Standardformulierungen h&#228;lt und freundlich ist. Kopfschmerzen sind nicht selten und in Spitzenzeiten kommt ein Anruf nach dem andern und man muss nat&#252;rlich immer freundlich sein. Dadurch, dass man nach Beendigung eines Gespr&#228;chs meistens sofort einen neuen Kunden in der Leitung hat, kann man schon von Akkordarbeit sprechen.</p>
<p>Trotz all dieser Umst&#228;nde m&#246;chte ich aber auch erw&#228;hnen, dass auch mal gelacht wird und die Meisten locker miteinander umgehen &#8211; Teamleiter mit eingeschlossen &#8211; und versuchen, das Beste aus der Situation zu machen. Jede Woche fangen neue Gruppen von Mitarbeitern an und es werden &#252;ber Annoncen in Zeitungen und im Internet st&#228;ndig neue Mitarbeiter gesucht, denn auch die Zahl derer, die aufh&#246;ren, ist hoch. Viele machen den Job nur ein paar Monate. Im Center sollen einmal &#252;ber 1.000 Menschen arbeiten, zur Zeit sind es etwa 700. Wir gehen mit gro&#223;en Schritten auf Weihnachten zu, das mehr und mehr dem Konsumwahn zum Opfer f&#228;llt, und die Manager von Quelle &#8211; nat&#252;rlich auch alle anderen H&#228;ndler &#8211; denken nur an Umsatz. F&#252;r die Mitarbeiter im Center hei&#223;t das noch mehr Arbeit und &#220;berstunden, die Einige sogar machen m&#246;chten, um ihren kl&#228;glichen Lohn aufzubessern. Mich erschreckt, dass man eigentlich nur eine Nummer ist, eine Ware, die zu m&#246;glichst g&#252;nstigen Konditionen Leistung erbringen muss und beliebig ausgetauscht werden kann.</p>
<p><em>F.</em></p>
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		<title>Der Konsument</title>
		<link>http://www.abriss-berlin.de/blog/2007/10/04/der-konsument/</link>
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		<pubDate>Thu, 04 Oct 2007 20:20:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Die andere Person</dc:creator>
				<category><![CDATA[Jenseits der Arbeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Konsument versus Bewegung? Die momentane Gesellschaftsdynamik dr&#252;ckt sich darin aus, dass unsere habitualisierten Denk- und Wahrnehmungsmuster &#8211; bez&#252;glich der Deutung von Welt &#8211; mit den allt&#228;glichen Zust&#228;nden und Situationen, auf die wir treffen, bzw. mit denen wir konfrontiert sind, kollidieren. Hierdurch ergibt sich eine direkt sp&#252;rbare Ambivalenz, die deutlich werden l&#228;sst, dass etwas nicht mehr [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Konsument versus Bewegung?</strong></p>
<p>Die momentane Gesellschaftsdynamik dr&#252;ckt sich darin aus, dass unsere habitualisierten Denk- und Wahrnehmungsmuster &#8211; bez&#252;glich der Deutung von Welt &#8211; mit den allt&#228;glichen Zust&#228;nden und Situationen, auf die wir treffen, bzw. mit denen wir konfrontiert sind, kollidieren. Hierdurch ergibt sich eine direkt sp&#252;rbare Ambivalenz, die deutlich werden l&#228;sst, dass etwas nicht mehr so ist, wie es mal war. Anders gesagt: Die Kr&#228;fte im sozialen Feld haben sich verschoben, was mit Dysfunktionen einst stabiler Konstruktionen &#8211; im Sozialen &#8211; einhergeht.</p>
<p>Was hei&#223;t das nun konkret? Es bedeutet, dass sich das Bewusstsein, bzw. der Glaube an eine bessere Zukunft, tendenziell ersch&#246;pft hat. Die Option der Projektion, dass es n&#228;mlich heilsame Zust&#228;nde in der Zukunft geben k&#246;nnte, die f&#252;r die Erduldung des erlebten Leids entsch&#228;digen, hat sich quasi erledigt.</p>
<p>Der Verlust an sozialer Sicherung, bzw. die Unplanbarkeit der Zukunft, bewirkt eine unmerkliche &#8211; aber nicht unerhebliche &#8211; Verschiebung im gesellschaftlichen Bewusstsein und im sozialen Verhalten. Ins Besondere &#228;u&#223;ert sich dies in den Bedeutungsverlagerungen herrschender Gegebenheiten, kurz: Gesellschaftlicher Wandel dr&#252;ckt sich in ver&#228;nderten Handlungs- und  Deutungsmodi aus, die sich ungeplant &#8211; aber strukturiert &#8211; im sozialen Feld bewegen. Wenn also das Bewusstsein und der Sinn f&#252;r Zukunft an Raum einb&#252;&#223;en, dann entstehen leere Fl&#228;chen, die dem Momentanen sowie Vergangenen &#252;berproportional Einhalt gebieten. Mit dem Bedeutungszuwachs des Gegenw&#228;rtigen gewinnen die kurzweiligen Bed&#252;rfnisbefriedigungen durch Konsum an Zentralit&#228;t.</p>
<p>Der Konsum von Dingen ist so verlockend &#8211; er verdeckt so sehr den Verlust an produktiver Illusion bzw. die bestehende Traurigkeit. Ablenkung ben&#246;tigt man in erster Linie dann, wenn die Dinge, die man tut, nur wenig Identifikationsgrade mit den eigenen Denkvorstellungen aufweisen. Schlie&#223;lich muss die Spaltung &#8211; das Loch der Traurigkeit &#8211; gut gef&#252;llt werden, stetig und immerzu sogar, denn versiegeln l&#228;sst sich so ein Zustand nicht.</p>
<p>Die Prekarisierten, Allen voran die &#220;berfl&#252;ssigen als deren Speerspitze, bewegen bzw. befinden sich in gesellschaftlichen Zonen, die durch Prozesse der Entkopplung gekennzeichnet sind. Sie stellen das Neue bzw. das Andere im gesellschaftlichen Raum dar, das dem Anschein nach anderswo herkommt – der Zustand bzw. die soziale Lage wird eben nicht als Kehrseite der offensichtlichen Dominanzverh&#228;ltnisse der kapitalistischen Produktionsweise begriffen, kurz: Die Ursachen f&#252;r den Ausschluss m&#252;ssen im Zentrum der gesellschaftlichen Organisation gesucht werden und nicht an den Orten ihrer Erscheinung!</p>
<p>Unsere Wahrnehmungs- und Deutungsmuster sind vom kapitalistischen Denken durchdrungen – darin besteht Einheit. Demnach m&#252;ssen wir uns Alle als Teil des kapitalistischen Apparats begreifen – sich diesem entziehen zu wollen, w&#252;rde bedeuten, sich des Selbsts zu entledigen. Konkret hei&#223;t dies: Auch wenn die &#220;berfl&#252;ssigen &#252;ber die kapitalistische Maschinerie nicht mehr auf direkte Weise ausgebeutet werden k&#246;nnen, so sind sie indirekt nach wie vor an die Logik dieser gebunden. Zum Einen ist es die &#246;konomische Durchdrungenheit der Sicht, die die &#220;berfl&#252;ssigen &#252;berhaupt erst &#252;berfl&#252;ssig macht, zum Anderen werden sie auf Grund ihrer prek&#228;ren Lage im Gesellschaftssystem zum Konsumenten schlechthin. Demzufolge bleiben sie in ihrer sozialen Ausgegrenztheit stets mit der kapitalistischen Konsumproduktion verwoben. Im Grunde sind sie viel st&#228;rker an den (Billig-)Konsum gebunden, da er nicht selten das Einzige ist, was noch bleibt.</p>
<p>Mit den &#220;berfl&#252;ssigen l&#228;sst sich ein dreifacher Entfremdungsprozess auf Grundlage kapitalistischer Produktionsweise aufzeigen: Die erste Entfremdung ergibt sich aus dem Umstand, dass Lohnabh&#228;ngige nichts mehr mit dem Produkt zu tun haben, das sie produzieren. Sie leisten einen Beitrag, der sich unabh&#228;ngig von ihnen in einen Gesamtprozess einf&#252;gt. Dabei steht der Arbeitslohn in keinem Verh&#228;ltnis zum Produktwert, kurz: Durch die Ausbeutung im Modus der Lohnarbeit kann ein Mehrwert produziert werden, der das System manifestiert, indem er reinvestiert wird. Die zweite Entfremdung findet dar&#252;ber statt, dass Personen nicht mehr vom Markt gebraucht werden, da sie aus &#246;konomischer Sicht nicht mehr zur Ausbeutung zu verwerten sind. Mit diesem Prozess gehen die sozialen Entkopplungsprozesse einher, die sich in unterschiedlichen Formen von Prekarit&#228;t &#228;u&#223;ern. Der dritte Entfremdungsprozess nimmt Bezug auf die soziale Entfremdung, sprich: Nichts mehr mit sich selbst zu tun haben. Was bleibt einem in so einem Fall dann noch? (Billig-)Konsum durch staatliche Transfergelder? Das w&#228;re dann der Totale Konsument – absolut an den Marktmodus gebunden, dreifach entfremdet, sozial entwertet und in dem Bewusstsein verweilend, selbst f&#252;r die Misere verantwortlich zu sein. Genau diese Vorg&#228;nge werden durch die Neoliberalisierung des Gesellschaftsk&#246;rpers weiter vorangetrieben.</p>
<p>Prekarit&#228;t soll hier aber nicht nur als eine Zumutung begriffen werden, sondern die sich aus ihr ergebenden Handlungsressourcen m&#252;ssen herausgestellt werden, kurz: Prekarisierung bedeutet nicht nur Gefahr, sondern birgt Optionen neuer sozialer Ordnungsmomente in sich (Neukonfigurationen). Gerade weil sich die erworbenen habitualisierten Deutungen im praktischen Geschehen in Irritationen ersch&#246;pfen, entstehen Momente des Fragens! So wirken die Umbruchprozesse – Entbindung und Haltlosigkeit, eine Art Schweben im luftleeren Raum – als ein Feld, auf dem Potentiale f&#252;r Neues gedeutet und schlie&#223;lich verf&#252;gbar gemacht werden k&#246;nnen. Aus dieser Sicht betrachtet, ermuntert das Losgel&#246;stsein zum Experimentieren. Hiermit k&#246;nnen sich Spielr&#228;ume f&#252;r innovative Akteure (individuell sowie kollektiv) ergeben, kurz: Prozesse der Entstrukturierung als Testgel&#228;nde f&#252;r das Soziale nutzen. Die Effekte der Entstrukturierung k&#246;nnten demnach eine Reduktion des momentanen Ordnungszusammenhangs bewirken und eine Art „offenen Raum“ schaffen.</p>
<p>Es ist also keineswegs so, dass es keine L&#246;sungswege aus dieser Krise, die sich in mangelnder sozialer Integrationskraft niederschl&#228;gt, g&#228;be. Unsere gewohnten Denkmuster k&#246;nnen sehr wohl durch „symbolische Revolutionen“ in ihrer Ordnung modifiziert werden. Allerdings sind Ver&#228;nderungen im praktischen Handeln hierf&#252;r eine wichtige Voraussetzung. In einer Zeitphase, in der die soziale Koh&#228;sion destabilisiert ist, wodurch fragile Momente von Leben und Arbeiten entstehen, kommt es zur Prekarisierung bzw. Freisetzung verschiedenster Personengruppen. Doch wo und wer sind diese Personen, die so zahlreich in unterschiedlicher Weise in Bewegung geraten? Denn mit dem Begriff der „Gruppe“ lassen sie sich nicht beschreiben. Diese Bezeichnung w&#228;re verfehlt, da sich die Prekarisierten sowie die &#220;berfl&#252;ssigen aus unterschiedlichsten Quellen speisen. Sie sind also keine einheitliche Masse, die sich auch nicht als Masse begreift oder verst&#228;ndigen k&#246;nnte, da es gar kein gemeinsames Bewusstsein gibt. Dieses fehlende gemeinsame Bewusstsein ist dann auch genau das Problem, da sich in der Vereinzelung der Lagen nichts Gesellschaftsrelevantes bewegen kann.</p>
<p>So wird mit den &#220;berfl&#252;ssigen nicht nur der Begriff des Dienens obsolet, sondern auch der des Klassenkampfes. Selbst wenn es nie eine Revolution oder eine Klasse, der man revolution&#228;res Bewusstsein zugeschrieben h&#228;tte, gegeben haben sollte, so wird es zumindest in Zukunft keine mehr geben, auf die sich eine solche Annahme projizieren lassen w&#252;rde. Traditionell schrieb man dem Proletariat die revolution&#228;re Kraft zu, da es arbeitete, um sich und seinen Kindern eine bessere Zukunft zu gestalten. Sie waren also Diejenigen, die in Bewegung blieben, da sie ihre Position im sozialen Gef&#252;ge verbessern konnten. Jedoch hat sich die konservierende Haltung der Oberen bis weit in die Mitte der Gesellschaft ausgeweitet, was zur Folge hat, dass es nicht mehr um eine bessere Zukunft geht, sondern vielmehr um den Status Quo!</p>
<p>Wenn wir also heute den Blick auf die Gesellschaft richten und uns die Frage stellen, wo sich im sozialen Gef&#252;ge etwas bewegen kann, so werden wir auf zahlreiche Einzellagen treffen, die unvermittelt nebeneinander stehen. Das Defizit besteht also in der mangelnden Verkn&#252;pfung und nicht in der mangelnden Kompetenz, gemeinsame Bewegungen zu gestalten! Somit liegt die Gefahr darin, dass die Momente des Experimentierens – auf der Grundlage von Freir&#228;umen – zu keinem gesellschaftsrelevanten Ergebnis f&#252;hren und daher die Gesellschaft nicht in Bewegung ger&#228;t.</p>
<p>Zusammenfassend kann festgehalten werden: In den Prekarisierten und &#220;berfl&#252;ssigen liegt zum Einen die Gefahr, das diese zu Totalen Konsumenten reduziert werden, zum Anderen verk&#246;rpern sie die Option gesellschaftlicher Bewegungen, deren Potenzialit&#228;ten &#8211; jedenfalls mit unseren gewohnten Denkweisen – nicht recht zu erkennen sind. Demnach breitet sich mit dem Steigen der sozialen Verwundbarkeiten kein revolution&#228;res Bewusstsein aus, sondern vielmehr der unmerkliche Wille, reaktion&#228;r zu sein. Dem gilt es entgegenzuwirken! Damit sich Verh&#228;ltnisse grundlegend &#228;ndern, sind Bewegungen von unten in der Gesellschaft unabdingbar. Diese Bewegungen ergeben sich historisch betrachtet aus gemeinsamen Lagen und Zielsetzungen. Demnach m&#252;sste die Frage, ob es eine Bewegung aus der Gesellschaft heraus geben k&#246;nnte, die Einfluss auf das soziale Wandlungsgeschehen n&#228;hme, verneint werden.</p>
<p>Dar&#252;ber hinaus stellt sich die Frage, ob den Machenschaften der grauen M&#228;nnlichkeit &#8211; im neoliberalen Fahrtwind &#8211; &#252;berhaupt etwas Potentielles in den Weg gestellt werden kann, oder ob sich der Sektor der gesellschaftlichen Disqualifizierung auch weiterhin vergr&#246;&#223;ert – und diese Vergr&#246;&#223;erung weiterhin nicht als Gr&#246;&#223;e (im doppelten Sinne) gedeutet werden kann. Wenn wir den erprobten Mustern in Denken und Handeln verhaftet bleiben, steht der brutalen m&#228;nnlichen Herrschaft, die uns einverleibt wurde, nichts entgegen. Wir w&#252;rden uns quasi weiterhin unterwerfen.</p>
<p>Ich unterwerfe mich ja so gerne. Und ihr?</p>
<p><em>Daniel Sebastian Schaub</em></p>
<p><a class="imagelink" title="Der Konsument" href="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2007/09/Der%20Konsument.jpg"><img id="image435" src="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2007/09/Der%20Konsument.thumbnail.jpg" alt="Der Konsument" /></a></p>
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