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	<title>ABRISSBERLIN &#187; Mediaspree versenken</title>
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		<title>SAGE &#8211; ein Heldenm&#228;rchen aus Kreuzberg</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Jun 2010 15:10:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ostprinzessin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mediaspree versenken]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Heldin dieser Sage tr&#228;gt viele h&#252;bsche Namen, drei davon k&#246;nnten SAGE Restaurant GmbH &#38; Co KG, SAGE Bar GmbH und SAGE Entertainment GmbH sein. SAGE &#8211; das w&#228;re bei genauer Betrachtung ein ganz typischer Am&#252;sierbetrieb f&#252;r vertr&#228;umte Normalverdiener, f&#252;r den Berliner Geldadel und f&#252;r echte Blaubl&#252;ter, ohne konzeptionell erkennbare ethische Grunds&#228;tze zwar, aber doch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Heldin dieser Sage tr&#228;gt viele h&#252;bsche Namen, drei davon k&#246;nnten <em>SAGE Restaurant GmbH &amp; Co KG</em>, <em>SAGE Bar GmbH</em> und <em>SAGE Entertainment GmbH</em> sein.</p>
<p><em>SAGE</em> &#8211; das w&#228;re bei genauer Betrachtung ein ganz typischer Am&#252;sierbetrieb f&#252;r vertr&#228;umte Normalverdiener, f&#252;r den Berliner Geldadel und f&#252;r echte Blaubl&#252;ter, ohne konzeptionell erkennbare ethische Grunds&#228;tze zwar, aber doch mit karitativem Engagement &#8211; <a title="Sage Hospital im Senegal" href="http://de.sagehospital.de">Sage Hospital e.V.</a> -, welches in der „Gesellschaft“ ja bekanntlich zum guten Ton geh&#246;rt, weshalb „die Schirmherren des Abends (&#8230;) der regierende B&#252;rgermeister Klaus Wowereit und <a title="Georg Friedrich Ferdinand Prinz von Preu&#223;en" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Friedrich_Prinz_von_Preu%C3%9Fen">Prinz Georg von Preu&#223;en</a>“ seien und nicht etwa Heinz und Erna Meyer aus Spandau. F&#252;r den Stallgeruch jedoch l&#252;de man sich Ben Becker und „die Berliner Cowboys The BossHoss“ („Do Or Die“) ein.</p>
<p>Und wenn man sich zu Unrecht in der Kritik seiner Mitmenschen s&#228;he, weil diese sich Kreuzberg immer noch nicht so richtig als Business-Spielplatz einiger weniger Gewinner vorstellten, dann &#252;be man sich in Diplomatie, denn die geh&#246;rt zum selbstverst&#228;ndlichen Repertoire eines aufstrebenden, weltoffenen Unternehmers, weshalb man im Zweifel irgendwann auch mal „Punk der ersten Stunde“, „Hausbesetzer“, „Steineschmei&#223;er“, vielleicht sogar Pirat, meinetwegen auch Papst gewesen sein k&#246;nnte. Und wer h&#228;tte den Eurovision Song Contest gewonnen? Genau! Und die WM? „Kommt mit uns fiebern“, k&#246;nnte <a title="SAGE Restaurant" href="http://sage-restaurant.de/cms">man</a> antworten, also: Deutschlandf&#228;hnchen nicht vergessen!</p>
<p>Ein Schelm, wer B&#246;ses dabei denke: „Traditionelle Speisen werden im SAGE Restaurant in &#252;berraschend neuen Gew&#228;ndern pr&#228;sentiert, die durch bestechende Frische und ungew&#246;hnliche Zutaten einen jeden Gaumen bis in die Willenlosigkeit verf&#252;hren.“</p>
<p><em>Ostprinzessin</em></p>
<p>PS: Im M&#228;rchen w&#252;rde am Ende das Gute &#252;ber das B&#246;se triumphieren, in der Wahrheit der nackten Realit&#228;t ist alles etwas komplexer. F&#252;r den 5. Juni rufen kritische Mitmenschen zu einem Aktionstag auf: <a title="Mediaspree entern!" href="http://mediaspreeentern.blogsport.de">Auf zu neuen Ufern: Mediaspree entern!</a></p>
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		<title>Sonderabschuss</title>
		<link>http://www.abriss-berlin.de/blog/2009/12/02/sonderabschuss/</link>
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		<pubDate>Wed, 02 Dec 2009 16:45:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ostprinzessin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mediaspree versenken]]></category>
		<category><![CDATA[Sonderabschuss Best Of]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Initiative MediaspreeVersenken versenkt in diesen Minuten im Kreuzberger Rathaus den Mediaspree-Sonderausschuss „Spreeraum“. In dem bezirklichen Ausschuss, der nach dem 87%- B&#252;rgerentscheid „Spreeufer f&#252;r Alle“ im vergangenen Jahr ins Leben gerufen worden war, hatte die Initiative zuletzt kein Land mehr gesehen. Die vorgebliche „B&#252;rgerbeteiligung“ erkannte sie nun als Farce. Nach dem unfreiwilligen Abschied ihres Sprechers [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Initiative <a title="Mediaspree Versenken" href="http://www.ms-versenken.org">MediaspreeVersenken</a> versenkt in diesen Minuten im Kreuzberger Rathaus den Mediaspree-<a title="Sonderausschuss" href="http://www.sonderausschuss.de">Sonderausschuss</a> „Spreeraum“.</p>
<p>In dem bezirklichen Ausschuss, der nach dem 87%- B&#252;rgerentscheid „Spreeufer f&#252;r Alle“ im vergangenen Jahr ins Leben gerufen worden war, hatte die Initiative zuletzt kein Land mehr gesehen. Die vorgebliche „B&#252;rgerbeteiligung“ erkannte sie nun als Farce. Nach dem unfreiwilligen Abschied ihres Sprechers hatte die AG Spreeufer eine neue Bewertung der Lage erarbeitet, die zu dem folgerichtigen Entschluss f&#252;hrte, den „Ihr-wart-aber-ja-dabei“-Ausschuss zu verlassen.</p>
<p>Bezirksb&#252;rgermeister Franz Schulz und seine gr&#252;ne Fraktion haben, ebenso wie die mitregierende LINKE, die SPD-Fraktion und der Senat,  in vielerlei Einzelentscheidungen immer wieder deutlich gemacht, dass sie nicht gewillt sind, das 87%-Votum der Bev&#246;lkerung  gegen die Mediaspree-Planungen ernstzunehmen; sie haben sich einer konstruktiven Mitarbeit von Anfang an verweigert, nach au&#223;en hin aber immer den Schein des Handelns gewahrt. Der Sonderausschuss, in den die Initiative &#252;ber mehrere „B&#252;rgerdeputierte“ eingebunden wurde, sollte die <em>Politik der minimalen Korrekturen</em> legitimieren. Hinter vorgehaltener Hand gaben das Bezirksverordnete aller Fraktionen offen zu und wunderten sich vermutlich dar&#252;ber, dass die Initiative den ganzen Spuk so engagiert, so hoffnungsvoll konstruktiv und so ernsthaft „mitgestaltet“.</p>
<p>Der aufrichtige Versuch, er ist gescheitert. Die Parteien-Politik, sie erweist sich als demokratieunf&#228;hig und -unwillig. Das Anliegen der Initiative, sowohl den Bezirk als auch den Senat in die Pflicht zu nehmen, die „Stadtentwicklung von Oben“, die andauernden Privatisierungen und den Verlust kommerzfreier sowie unbebauter Fl&#228;chen zu stoppen, es sollte sehr bald untergehen. Das Hauptanliegen der Initiatoren, die Mietenexplosion, die Verdr&#228;ngung und die „Aufwertung“ zu thematisieren und diesen profitgesteuerten, politisch gef&#246;rderten Entwicklungen sogleich Einhalt zu gebieten, es l&#228;sst sich au&#223;erhalb der M&#252;hlen der Beteiligungsmaschinerie glaubhafter vertreten. Die Parteischranzen in Amt und W&#252;rden, sie haben weiter an Glaubw&#252;rdigkeit verloren. Der den Gl&#228;ubigen als Umarmung beschriebene W&#252;rgegriff, er hat heute seine Kraft verloren.</p>
<p><a title="The Ostprinzessin" href="http://www.ostprinzessin.de"><em>Ostprinzessin</em></a></p>
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		<title>Sonderausschuss schon wieder gescheitert</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Sep 2009 12:10:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Der Böse Wolf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mediaspree versenken]]></category>
		<category><![CDATA[Sonderabschuss Best Of]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein anonymer Text aus dem Umfeld von „Mediaspree versenken!“ best&#228;tigt die Kritiker der Ausschussarbeit im Ausschuss Spreeraum – denunziert sie jedoch als „hirnlose Deppen“. Was die Verfasser des Textes eine „Gro&#223;e Krise im Sonderausschuss“ nennen, ist die Entscheidung des gr&#252;nen Bezirksb&#252;rgermeisters Franz Schulz, das Bezirksamt einen Bebauungsplan f&#252;r das Ex-D&#228;mmisol-Gel&#228;nde beschlie&#223;en zu lassen. Dabei handle [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ein anonymer Text aus dem Umfeld von „Mediaspree versenken!“ best&#228;tigt die Kritiker der Ausschussarbeit im Ausschuss Spreeraum – denunziert sie jedoch als „hirnlose Deppen“.</strong></p>
<p>Was die Verfasser des Textes eine „Gro&#223;e Krise im Sonderausschuss“ nennen, ist die Entscheidung des gr&#252;nen Bezirksb&#252;rgermeisters Franz Schulz, das Bezirksamt einen Bebauungsplan f&#252;r das Ex-D&#228;mmisol-Gel&#228;nde beschlie&#223;en zu lassen. Dabei handle es sich, so das Papier von „Mediaspree versenken!“, um einen Alleingang des B&#252;rgermeisters, von dem nicht einmal seine Parteikollegen gewusst haben sollen.</p>
<p>Eigentlich sei erwartet worden, dass vorliegende Antr&#228;ge zum besagten Grundst&#252;ck von SPD und „Mediaspree versenken!“ vorher noch im Sonderausschuss diskutiert w&#252;rden. Auch h&#228;tte eine B&#252;rgerbeteiligung bei der Entwicklung des Grundst&#252;cks stattfinden sollen. Mit der Entscheidung des Bezirksamts sei dieses Vorhaben nicht mehr umzusetzen. Auch das Bezirksparlament, die Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg, sei mit diesem Vorgehen des Bezirksamtes ausgebootet worden. Als weitere Beispiele, bei denen der Bezirk ohne R&#252;cksicht auf die im Sonderausschuss gef&#252;hrten Diskussionen agiere, werden im Text das Gel&#228;nde am Osthafen und das Grundst&#252;ck des „Maria am Ostbahnhof“ genannt.</p>
<p>Damit zeigt sich, dass die Vorstellung der Mediaspree-Gegner, nach dem erfolgreichen B&#252;rgerentscheid gegen Mediaspree im bezirklichen Sonderausschuss mit Politikern und B&#252;rgermeister in aufrichtiger Diskussion die Entwicklung des Mediaspree-Gel&#228;ndes beeinflussen zu k&#246;nnen, bestenfalls naiv war. Auch wenn die Verfasser des Textes wohl erkannt haben, dass der Sonderausschuss eine Farce ist, haben sie f&#252;r ihre Kritiker doch klare Worte &#252;brig: „Ein baldiges Scheitern dieses Forums w&#252;rde leider einige freuen, im Senat, bei vermeintlichen Investoren, irgendwelche hirnlose Deppen.“</p>
<p><em>Benedict Ugarte Chacón</em></p>
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		<title>Verarschung und kein Ende in Sicht</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Apr 2009 15:14:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ostprinzessin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mediaspree versenken]]></category>
		<category><![CDATA[Sonderabschuss Best Of]]></category>

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		<description><![CDATA[W&#228;hrend die Ziele des B&#252;rgerentscheids „Spreeufer f&#252;r Alle“ und die Ziele der Initiative, die mittlerweile ein breit gef&#228;chertes Interventionsangebot &#8211; von Demonstrationsaufrufen bis hin zu Kooperationen mit der Bezirkspolitik &#8211; bietet, seit einem halben Jahr im Sonderausschuss Spreeraum zerrieben werden und dabei der geballten Ignoranz s&#228;mtlicher im Senat sowie in der BVV Friedrichshain-Kreuzberg vertretenen Fraktionen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>W&#228;hrend die Ziele des B&#252;rgerentscheids „Spreeufer f&#252;r Alle“ und die Ziele der Initiative, die mittlerweile ein breit gef&#228;chertes Interventionsangebot &#8211; von Demonstrationsaufrufen bis hin zu Kooperationen mit der Bezirkspolitik &#8211; bietet, seit einem halben Jahr im Sonderausschuss Spreeraum zerrieben werden und dabei der geballten Ignoranz s&#228;mtlicher im Senat sowie in der BVV Friedrichshain-Kreuzberg vertretenen Fraktionen ausgesetzt sind, h&#228;lt sich bei den Betroffenen &#8211; dem Initiativkreis und den 87% der abstimmenden Bev&#246;lkerung, die dem Begehren der Initiative zustimmten &#8211; der Unmut dar&#252;ber durchaus in Grenzen. Leider.</p>
<p>Ob das so bleibt, ob der urspr&#252;ngliche Schlachtruf „Mediaspree versenken!“ in Zukunft jeder Beschreibung spotten wird und ob nun doch noch wirksame Strategien gefunden werden, das ist neben der Frage, wie sehr die mittlerweile gespaltene Initiative zuk&#252;nftig dem Diktat der allzu realen Realpolitik entsprechen will, der Stoff f&#252;r grundlegende Diskussionen.</p>
<p>Am morgigen Abend wollen die <a title="Die Spreepirat_innen" href="http://www.kreuzberg-info.de/pirati">Spreepirat_innen</a> den Faden dort aufnehmen, wo er bei der letzten Veranstaltung der Initiative im Kato riss. Damals war das Publikum erst sehr sp&#228;t zu Wort gekommen und die vorgebrachten Einw&#228;nde und Vorschl&#228;ge trafen bei den meisten Podiumssitzern auf Gegenwehr und Trotz. Die eingeladenen mittelstandsorientierten Baugruppen nutzten die Gelegenheit, dem Publikum in jener Art und Weise Sand in die Augen zu streuen, wie dieses es bis dato allenfalls vom Initatiativensprecher gewohnt gewesen war.</p>
<p>Wie es diesmal sein wird, darf auch deshalb mit Spannung erwartet werden.<br />
23.04.2009, ab <strong>19 Uhr im Kato</strong>, direkt unter dem U-Bahnhof Schlesisches Tor.</p>

<a href='http://www.abriss-berlin.de/blog/2009/04/22/verarschung-und-kein-ende-in-sicht/mediaspree-versenken-2/' title='mediaspree-versenken'><img width="150" height="150" src="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2009/04/mediaspree-versenken-150x150.png" class="attachment-thumbnail" alt="mediaspree-versenken" title="mediaspree-versenken" /></a>
<a href='http://www.abriss-berlin.de/blog/2009/04/22/verarschung-und-kein-ende-in-sicht/einladung/' title='einladung'><img width="150" height="150" src="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2009/04/einladung-150x150.png" class="attachment-thumbnail" alt="einladung" title="einladung" /></a>

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		<title>Der Ausschuss war diesmal echt wieder&#8230;</title>
		<link>http://www.abriss-berlin.de/blog/2009/03/15/der-ausschuss-war-diesmal-echt-wieder/</link>
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		<pubDate>Sun, 15 Mar 2009 13:43:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Papa Paul</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mediaspree versenken]]></category>
		<category><![CDATA[Sonderabschuss Best Of]]></category>

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		<description><![CDATA[Versuch einer Zusammenstellung der Geschehnisse im letzten Sonderausschuss am 11.03.2009 im BVV-Saal, Rathaus Yorckstra&#223;e. Viel ist dabei nicht herausgekommen: Es wurde ewig geschwafelt &#252;ber das Ultimatum des Senats an den Bezirk bez&#252;glich der Anpassung der LiFo (Liegenschaftsfonds-) Grundst&#252;cksbebauung an das Planwerk Innenstadt und die Kommunikation zwischen den verschiedenen Ebenen usw. Als G&#228;ste waren Dr. Thomas [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Versuch einer Zusammenstellung der Geschehnisse im letzten Sonderausschuss am 11.03.2009 im BVV-Saal, Rathaus Yorckstra&#223;e. Viel ist dabei nicht herausgekommen:</p>
<p>Es wurde ewig geschwafelt &#252;ber das Ultimatum des Senats an den Bezirk bez&#252;glich der Anpassung der LiFo (Liegenschaftsfonds-) Grundst&#252;cksbebauung an das Planwerk Innenstadt und die Kommunikation zwischen den verschiedenen Ebenen usw. Als G&#228;ste waren Dr. Thomas Flierl und Ellen Hausd&#246;rfer vom Stadtentwicklungsausschuss des Abgeordnetenhauses anwesend. Herr Flierl musste um 7 gehen und BzBm Dr. Schulz um halb 8. Frau Hausd&#246;rfer ist noch bis zum Schluss geblieben.</p>
<p>Thema LiFo (Maria-Grundst&#252;ck): BzBm Schulz verhandelt jetzt alleine weiter, obwohl beschlossen wurde, dass die Initiative einen Platz am Verhandlungstisch hat. Der LiFo will aber nicht mit uns. Auf den Einwand, warum Herr Schulz alleine (und nur auf Nachfrage die Termine verratend) weiterverhandelt, gab es keine Reaktion – von Niemandem. Das Ultimatum des Senats steht jedenfalls noch und wiederum keiner (auch nicht Herr Flierl und Frau Hausd&#246;rfer) sieht sich in der Lage, das irgendwie anzukratzen. Auf die Nachfrage, ob Herr Flierl und Frau Hausd&#246;rfer sich pers&#246;nlich f&#252;r ein Aussetzen des Ultimatums einsetzen w&#252;rden, verwiesen beide auf ihre Haltung, dass man sich diesbez&#252;glich schon vor den Abgeordneten ge&#228;u&#223;ert h&#228;tte und mit Kommunikation und &#252;berhaupt ja sowieso viel mehr erreichen k&#246;nne. Aber im &#220;brigen habe man keinen Einfluss und schon gar keine bindende Wirkung auf Verwaltungshandeln durch pers&#246;nlichen Einsatz oder Telefongespr&#228;che.</p>
<p>Wir haben gefordert, dass wir uns im Bezirk dem Ultimatum auf gar keinen Fall beugen und h&#246;flich aber deutlich bei den entsprechenden Stellen darauf hinweisen sollten, dass wir uns im Prozess befinden, zu dem auch bald Ergebnisse vorliegen. Da ist aber keiner drauf eingegangen, bzw. hat sich niemand der Forderung angeschlossen, wohl mit der Bef&#252;rchtung begr&#252;ndet, dass der Entzug der Planungshoheit auf diesem Grundst&#252;ck dann unumg&#228;nglich sei. Man will ja schlie&#223;lich keine Machtspielchen mitmachen. Es kam dann jedoch so krass, dass der Ausschussvorsitzende am Ende schon die Sitzung f&#252;r beendet erkl&#228;ren wollte, als wir nachfragen mussten, was nun mit dem Ultimatum sei! „Ja, genau! Stimmt ja eigentlich“, riefen einige andere Ausschussmitglieder, als w&#228;ren sie gerade neu hinzugekommen. Daraufhin einigte man sich auf ein abendliches Treffen am 23.03. Weil da ist mittags auch noch ein letztes Treffen von Herrn Schulz mit dem LiFo (ohne uns!) und anschlie&#223;end l&#228;uft das Ultimatum ab (einen Tag vor der BVV). Und die Mitglieder des Sonderausschusses wollten ja gerne noch ein Votum zum Kompromiss geben, was dann jedoch – und das sei an dieser Stelle betont – sicher keine bindende Wirkung hat, da die BVV ja erst am 25. tagt und jedwede Beschl&#252;sse damit zu sp&#228;t k&#228;men. Der Kompromiss k&#246;nnte dann so aussehen, dass die urspr&#252;ngliche Bebauung (siehe Dokumentation auf <a title="Mediaspree Versenken" href="http://www.ms-versenken.org">ms-versenken.org</a>) von 10 Meter Abstand auf ca. 20 Meter Abstand vergr&#246;&#223;ert, daf&#252;r aber das noch angedachte Spreefenster geschlossen wird, weil es keinen „sinnvollen“ Sichtbezug, z.B. zu einer Stra&#223;enachse o.&#228;. aufweist und somit noch etwas mehr Baumasse f&#252;r den LiFo rausspringt. Also im Grunde genommen ist das die Ursprungsplanung mit 10 Meter mehr Abstand als vorher.</p>
<p>Thema Cuvrystra&#223;e: Herr Schulz berichtete, dass der Senat seit 2006 die Planungshoheit f&#252;r dieses Grundst&#252;ck an sich gezogen hat. Dazu muss gesagt werden, dass dies u.a. mit der Begr&#252;ndung geschah, dass man im Senat den Bezirk nicht in der Lage gesehen hat, eine effektive Planung f&#252;r die Realisierung eines Bauvorhabens vorzulegen. Was trotz „seri&#246;sem“ Investor seitdem geschehen ist, sieht man ja live vor Ort…! Als von der IVG vor einigen Wochen ein Antrag um Verl&#228;ngerung der Baugenehmigung f&#252;r die Spreespeicher bei BzBm Schulz landete, h&#228;tte er beim Senat gefragt, ob hier die Kerngebietsfunktion nicht vielleicht mal in eine Mischgebietsfunktion ge&#228;ndert werden k&#246;nne. Im Senat s&#228;he man jedoch keinen Anlass zur Ver&#228;nderung des bestehenden Baurechts, woraufhin er (Schulz) die Genehmigung verl&#228;ngern musste. Theoretisch ist dieses Spiel bis in alle Ewigkeit wiederholbar, solange der Senat keine Ver&#228;nderung am B-Plan vornimmt. Auch auf Nachfrage bei der IVG erhielt er die Aussage, dass das geplante Vorhaben der Spreespeicher ohne &#196;nderungen realisiert werden solle.</p>
<p>Zum Thema Zwischennutzung gab es eine Anfrage zur Anlage von Nachbarschaftsg&#228;rten. Herr Schulz sei mit den Interessenten bei der IVG vorstellig gewesen, wobei die IVG das jedoch im Zuge der „schwierigen Diskussion um Zwischennutzungen im Spreeraum“ abgelehnt h&#228;tte. Damit ist das Thema Zwischennutzungen nun auch auf diesem Grundst&#252;ck vorerst vom Tisch.</p>
<p>Die Gr&#252;nen haben im Abgeordnetenhaus einen Antrag eingebracht, den B-Plan dahingehend zu &#228;ndern, dass ein Uferstreifen von 30 Meter von Bebauung freigehalten und f&#252;r &#246;ffentliche Nutzung vorgesehen wird. Dieser wird zur Zeit beraten. Eine fr&#252;hestm&#246;gliche &#196;nderung ist dann in einem knappen Jahr m&#246;glich, sollte die IVG nicht mit den Bauma&#223;nahmen angefangen haben und die Verl&#228;ngerung der einj&#228;hrigen Genehmigung abl&#228;uft. Auf die Nachfrage, wie es zu den 30 Meter kommt und nicht z.B. 50 Meter, konnte jedoch keine genaue Auskunft erteilt werden.</p>
<p>Thema Lohm&#252;hleninsel: Es wurden nochmal die Ergebnisse der Ideenwerkstatt via Powerpoint beschrieben und die Pr&#252;fung m&#246;glicher Bebauungsplaninhalte angeregt. Die einhellige Meinung im Ausschuss ist jedoch, dass man nicht mit einem B-Plan sondern &#252;ber eine &#196;nderung im FNP (als Gr&#252;nfl&#228;che) langfristig die Interessen des Bezirks sichern sollte. Herr Schulz weigert sich (nachvollziehbarerweise), Arbeitspl&#228;tze vor Ort (Zementwerk, u.a.) zu gef&#228;hrden, zumal sich im Zementwerk gerade ein Generationswechsel vollzieht und der Betrieb als Eigent&#252;mer seines Grundst&#252;cks langfristige Perspektiven am Standort sieht. Damit f&#228;llt auch das Aufstellungserfordernis f&#252;r einen B-Plan weg, was ebenfalls nachvollziehbar ist. Die Eigent&#252;mer verzichten ebenfalls auf die M&#246;glichkeit, Umzugshilfen aus Mitteln des Stadtumbau West (sog. „Umzugsmanagement“) f&#252;r eine Verlagerung des Betriebes in Anspruch zu nehmen, da derzeit kein geeigneter Standort bekannt sei, der Lieferzeiten f&#252;r verarbeitungsfertigen Zement von max. 90 Minuten in die Innenstadt garantiert.</p>
<p>Dass trotzdem niemand im Ausschuss Interesse daran hat, wenigstens die perspektivische Umsetzung des <em>B&#252;rgerentscheids</em> vor Ort durchzuspielen, mag daran liegen, dass sie sich lieber auf andere brisantere Grundst&#252;cke konzentrieren wollen. Aber das ist Interpretation. Leider ist jedoch selbst ein Uferwanderweg auf der Lohm&#252;hleninsel ausgeschlossen, da dort Ladevorg&#228;nge des Zementwerks mit Kr&#228;nen und Schiffen stattfinden und die Eigent&#252;mer da keine M&#246;glichkeit f&#252;r eine Durchwegung sehen.</p>
<p>Aber dann doch noch einige „gute“ Ergebnisse:</p>
<p>Herr Flierl bot an, bei entsprechenden Aktivit&#228;ten des Sonderausschusses gerne eine Art Schirmherrschaft f&#252;r die Hearings im Bezirk zu &#252;bernehmen. Auch Frau Hausd&#246;rfer bef&#252;rwortet die Expertenhearings. Beide wollen sich (wie wohl auch schon geschehen) in Zukunft auch im Stadtentwicklungsausschuss und im Abgeordnetenhaus f&#252;r die Hearings stark machen, verwiesen jedoch darauf, dass der Bezirk Selbstbewusstsein zeigen und die Organisation &#252;bernehmen sollte (was die Ausschussmitglieder auch so sahen). Naja – ob diese Bekundungen irgendwann auch in brauchbare Vorgaben m&#252;nden, in denen noch die Forderungen und Hintergr&#252;nde des <em>B&#252;rgerentscheids</em> erkennbar sind, wird sich erst noch zeigen m&#252;ssen.</p>
<p>Im Zusammenhang mit der Planwerks-Debatte wiesen wir darauf hin, dass der Ursprung des <em>B&#252;rgerentscheids</em> vor Allem soziale Hintergr&#252;nde hatte (und in zweiter Linie nat&#252;rlich auch die grunds&#228;tzliche Forderung nach mehr &#246;ffentlicher Zug&#228;nglichkeit und Nutzungsm&#246;glichkeiten enth&#228;lt) und wollten wissen, ob denn die Debatte um die Planwerksfortschreibung auch in dieser Hinsicht gef&#252;hrt w&#252;rde. Als Reaktion darauf erhielten wir die Information, dass Herr Flierl und Frau Hausd&#246;rfer  f&#252;r eine Verzahnung der Darstellungen im Planwerk Innenstadt mit anderen Planungsgrundlagen stehen, wie z.B. ‚Soziale Stadt’, ‚Stadtentwicklungsplanung’ oder ‚Infrastrukturplanung’. Dies wurde auch von anderen Ausschussmitgliedern gefordert. Dar&#252;ber hinaus trete man f&#252;r eine Beteiligung der betreffenden Bezirke an der Debatte ein. Ansonsten sei die Diskussion aber noch nicht so weit, um Aussagen zu konkreten &#196;nderungen am Planwerk treffen zu k&#246;nnen. Jedoch sei die Problematik augenscheinlich, dass nach dem Ausscheiden von Peter Strieder das Gesamtwerk aus dem Blickfeld geraten und daf&#252;r Einzelprojekte wie Friedrichswerder, Tempelhof oder eben auch Mediaspree in den Fokus ger&#252;ckt seien.</p>
<p>Auf Nachfrage bei Herrn Schulz, wann denn mit ersten Ergebnissen der Pr&#252;fantr&#228;ge zu rechnen sei, antwortete er, dass sie in seinen Bericht einflie&#223;en w&#252;rden, den er vor der Sommerpause fertig stellen wolle. Na immerhin eine Aussage…</p>
<p>So weit aus dem Sonderausschuss.</p>
<p>Ach so: Der Termin am 19.3. wird nicht auf den 26. verschoben und f&#228;llt ersatzlos aus. N&#228;chster Termin ist der 1. April. Es will jedoch keiner der Politiker in die Maria, weil es da so ungem&#252;tlich sei. Der Ausschussvorsitzende, Herr Salonek, fragt nochmal bei Verdi wegen R&#228;umlichkeiten an.</p>
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		<title>Was ist (mir) ein B&#252;rgerentscheid wert?</title>
		<link>http://www.abriss-berlin.de/blog/2009/03/07/was-ist-mir-ein-burgerinnenentscheid-wert/</link>
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		<pubDate>Sat, 07 Mar 2009 14:02:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Papa Paul</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mediaspree versenken]]></category>
		<category><![CDATA[Sonderabschuss Best Of]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein B&#252;rgerdeputierter im Sonderausschuss „Spreeraum“ ist irritiert &#252;ber ein Ultimatum der Senatsverwaltung f&#252;r Stadtentwicklung an den Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg In den Monaten nach dem erfolgreichen B&#252;rgerentscheid „Spreeufer f&#252;r alle“ ist eine lebhafte Diskussion um das „Was“, „Wann“ und „Wie“ bez&#252;glich der Entwicklung vor allem der Friedrichshain-Kreuzberger Spreeufer entfacht. Die unterschiedlichen Meinungen von Experten, Politikern, &#246;konomischen Interessen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ein B&#252;rgerdeputierter im Sonderausschuss „Spreeraum“ ist irritiert &#252;ber ein Ultimatum der Senatsverwaltung f&#252;r Stadtentwicklung an den Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg</strong></p>
<p>In den Monaten nach dem erfolgreichen <em>B&#252;rgerentscheid</em> „Spreeufer f&#252;r alle“ ist eine lebhafte Diskussion um das „Was“, „Wann“ und „Wie“ bez&#252;glich der Entwicklung vor allem der Friedrichshain-Kreuzberger Spreeufer entfacht. Die unterschiedlichen Meinungen von Experten, Politikern, &#246;konomischen Interessen und Bewohnern lassen sich nicht von heute auf morgen auf einen gemeinsamen Nenner bringen.</p>
<p>Mit wiederholten Andeutungen im Abgeordnetenhaus machte der Senat bisher unmissverst&#228;ndlich deutlich, dass er nicht willens ist, den Forderungen des <em>B&#252;rgerentscheid</em> Folge zu leisten. Beispielhaft sei hier eine Antwort vom 29.10.2008 auf eine entsprechende Frage zitiert: <em>„Soweit die Ziele des B&#252;rgerentscheids im Rahmen dieser Planungs- und Zielvorstellungen [Leitbild Spreeraum Friedrichshain-Kreuzberg] verwirklicht werden k&#246;nnen, wird der Senat den Bezirk bei einer Weiterentwicklung der Planungen unterst&#252;tzen.“</em> <em>(Drucksache 16/12 525)</em>. Da der <em>B&#252;rgerentscheid</em> aber eine Alternative zu den angestrebten Planungen fordert, hei&#223;t das wohl zwangsl&#228;ufig: Der Senat wird intervenieren, wenn der Bezirk andeutet, die Forderungen des <em>B&#252;rgerentscheids</em> entgegen bisheriger Planungsziele umzusetzen.</p>
<p>Im j&#252;ngsten Schreiben der Abt. II der Senatsverwaltung vom 20.02.2009 an Bezirksb&#252;rgermeister Dr. Franz Schulz werden nun N&#228;gel mit K&#246;pfen gemacht: Vor dem Hintergrund eines zur&#252;ckgestellten Bauantrages auf einem landeseigenen Grundst&#252;ck wird dem Bezirk per Ultimatum mit dem Entzug der Planungshoheit gedroht, um eine Bebauung bis 10m vor die Uferkante durchzusetzen. Dies jedoch widerspricht jeder Vernunft und entbehrt jeglichen politischen Feingef&#252;hls. Man kann sich vorstellen, welche Emp&#246;rung das nicht nur unter Bezirkspolitikern und B&#252;rgerdeputierten hervorgerufen hat. Und auch die Begr&#252;ndung ist nicht nachvollziehbar: Einerseits soll das Leitbild aktuellen Entwicklungen angepasst werden, anderseits aber in seiner Hauptsache unantastbar bleiben? Ist denn das Ergebnis des Entscheids keine aktuelle Entwicklung? Gerade der Rot-Rot-gef&#252;hrte Senat trat doch selbst f&#252;r eine St&#228;rkung des so genannten B&#252;rgerschaftlichen Engagements ein. Mit dieser Reaktion dreht der Senat jedoch s&#228;mtlichen ehrenamtlichen (!) Aktivit&#228;ten den Hahn ab. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dieses Vorgehen auf allgemeine Zustimmung sowohl in der Basis der SPD als auch in der der Linken – ja nicht mal unter den Regierungsvertretern – trifft.</p>
<p>M&#246;glicherweise hat die Berliner Senatsverwaltung da auch was falsch verstanden: Erstens ist „Mediaspree Versenken!“ nicht die Meinung der Bezirksregierung. Zweitens: Hinter „Mediaspree Versenken!“ steckt auch noch der Slogan „Spreeufer f&#252;r alle!“ Und das Ergebnis des <em>B&#252;rgerentscheids</em> l&#228;sst sich sehr wohl in ein alternatives st&#228;dtebauliches Leitbild fassen, in dem sogar eine urbane Mischnutzung (u.a. Begr&#252;ndung f&#252;r den Entzug der Planungshoheit im Schreiben an Dr. Schulz) gefordert wird. Schaut man sich hingegen die aktuelle Entwicklung an, die konform mit dem <em>Planwerk Innenstadt</em> geht, wird wohl kaum jemand behaupten k&#246;nnen, dass sich hier eine urbane Mischnutzung abzeichnet: Vor allem B&#252;ros und Hotels kennzeichnen die Entwicklung (im Gegensatz zu real existierenden urbanen, mischgenutzten Gebieten, wie wir sie vor allem in den wilhelminischen Gr&#252;nderzeitquartieren finden). Und attraktives Wohnen im hochpreisigen Segment als Erg&#228;nzung f&#252;hrt wohl auch nicht gerade zum gew&#252;nschten Erfolg. Abgesehen davon habe ich vor Ort noch keine neuen Wohnungsbauten entdecken k&#246;nnen. Wie einfach w&#228;re es doch, die Erdgeschosszonen mit &#246;ffentlich nutzbaren Funktionen auszuweisen. Das wird ja nicht mal durchg&#228;ngig zwischen Oberbaum- und Elsenbr&#252;cke realisiert.</p>
<p>Wirklich tolle urbane Mischnutzung. Und die &#214;ffentlichkeit wird mit 10 Metern – und letztendlich faktisch halb&#246;ffentlichem – glatt gelecktem Uferweg abgefr&#252;hst&#252;ckt. Ach, was lasse ich mich hier konzeptionell aus, im Senat will man ja nichts h&#246;ren!</p>
<p>Wenn die Verantwortlichen berufsbedingt terminlich nicht so eingebunden w&#228;ren oder ihre Priorit&#228;ten anders setzen k&#246;nnten, w&#252;rde ich ja am liebsten mindestens 1x im Monat am Spreeufer mit ihnen einen Kaffee trinken gehen und aus ihrem Mund h&#246;ren, wie Sie sich die Zukunft – st&#228;dtebaulich, sozial, &#246;kologisch, und vor allem unter Mitnahme der aktiven Bev&#246;lkerung – am Standort vorstellen; gemeinsam diskutieren, einfach mal abschalten, querdenken und wirklich innovative Wege beschreiten!</p>
<p>Das Ideal des kooperativen Staats und eine der Pr&#228;missen politischer Gestaltungskraft, das „B&#252;rgerschaftliche Engagement“, scheinen in der Senatsverwaltung f&#252;r Stadtentwicklung als Leitbilder langsam ausgedient zu haben. Es ist f&#252;r mich einfach unfassbar, dass dort – anstatt gemeinsam mit uns nach L&#246;sungen zu suchen – der politische Machtpoker ausgepackt wird. Warum gibt es keine verantwortliche Person im Senat, die regelm&#228;&#223;ig an den Sonderausschusssitzungen im Bezirk teilnimmt? Und wenn die Er&#246;rterungen und Verhandlungen im Sonderausschuss nicht als der richtige Weg akzeptiert werden (Bitte WAS w&#228;re dann die angemessene Reaktion der BVV auf den <em>B&#252;rgerentscheid</em> gewesen?): Warum gibt es keinerlei Initiative von Seiten des Senats, ein Diskussionsforum vorzuschlagen, in das auch die Beteiligten vor Ort einbezogen werden? Und warum gibt es kein Verkaufsmoratorium f&#252;r landeseigene Grundst&#252;cke?</p>
<p>Ich betrachte dieses Handeln als Affront und hoffe sehr, dass diese Reaktion noch einmal &#252;berschlafen und umgehend revidiert wird, um dann gemeinsam nach L&#246;sungen zu suchen. Dies w&#252;rde zumindest ansatzweise von politischer Gr&#246;&#223;e zeugen. Warum investiere ich – als engagierter B&#252;rger im Sonderausschuss – Stunden, Tage, Wochen und Monate meiner kostbaren Freizeit in diese Thematik? Weil sie mir am Herzen liegt (!) und nicht, weil ich irgendeinem Planwerk ans Bein pieseln will! Das haben Experten zur Gen&#252;ge getan. Ich habe eine Vision einer lebenswerten Stadt und ich trete F&#220;R etwas ein – nicht GEGEN. Ansonsten k&#246;nnte ich mir sehr gut vorstellen, wie ich stattdessen meine Freizeit verbringe: Ich bin gerade Vater geworden und m&#246;chte die Gesellschaft mitgestalten, in der meine Kinder gro&#223; werden.</p>
<p>Ich gehe davon aus, dass diese teilweise als Verdr&#228;ngungs- und Ausgrenzungspolitik anmutende Vorgehensweise den Verantwortlichen fr&#252;her oder sp&#228;ter auf die F&#252;&#223;e fallen wird, m&#246;glicherweise fr&#252;her als ihnen lieb ist, n&#228;mlich genauso wie sie die aktive Zivilgesellschaft (zumindest in unserem Fall) mit F&#252;&#223;en treten. Auch im Interesse einer funktionierenden Rot-Roten Landesregierung verbleibe ich noch mit freundlichen Gr&#252;&#223;en und gro&#223;er Hoffnung auf baldige Besserung.</p>
<p><em>Paul-Martin Richter </em></p>
<p>PS: Und vielleicht sieht man sich ja doch noch bei einem gem&#252;tlichen Kaffee und in funktionierender kommunikativer Atmosph&#228;re.</p>
<p>___________</p>
<p>Erscheint auch in der aktuellen Ausgabe der <a title="motz online" href="http://www.motz-berlin.de">MOTZ</a>.</p>
<p><em>Per Email an: Ingeborg Junge-Reyer (Senatorin f&#252;r Stadtentwicklung), Harald Wolf (Senator f&#252;r Wirtschaft), Hella Dunger-L&#246;per, Maria Krautzberger (Staatssekret&#228;rinnen SenStadt), Andrea Kosanke (Leiterin des Senatorenb&#252;ros SenStadt), Ute Kr&#252;ger (Pers&#246;nl. Referentin der Senatorin), Takis Sgouros (Projektsteuerung SenStadt), Almuth Nehring-Venus, Jens-Peter Heuer (Staatssekret&#228;rInnen SenWirtschaft), Juliane Witt (Leiterin des Senatorenb&#252;ros SenWirtschaft) Regula L&#252;scher (Senatsbaudirektorin) und Manfred K&#252;hne (Leiter der Abteilung St&#228;dtebau und Projekte; Verfasser des Schreibens an Bezirksb&#252;rgermeister Franz Schulz)</em></p>
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		<title>Mediaspree: Versenken oder verbessern?</title>
		<link>http://www.abriss-berlin.de/blog/2009/02/11/mediaspree-versenken-oder-verbessern/</link>
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		<pubDate>Tue, 10 Feb 2009 22:58:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Der Böse Wolf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mediaspree versenken]]></category>
		<category><![CDATA[Sonderabschuss Best Of]]></category>

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		<description><![CDATA[Erschienen in der Zeitschrift MieterEcho: Die B&#252;rgerinitiative „Mediaspree versenken!“ hat sich in die Realpolitik begeben – und droht dabei selbst zu versinken „Mediaspree versenken!“ darf sich als eine der erfolgreichsten B&#252;rgerinitiativen Berlins bezeichnen. Mit viel Engagement und Kreativit&#228;t gelang ihr im Sommer 2008 ihr gr&#246;&#223;ter Coup. Beim von ihr initiierten B&#252;rgerentscheid „Spreeufer f&#252;r alle“ stimmten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Erschienen in der Zeitschrift <a title="MieterEcho Nr. 332" href="http://www.bmgev.de/mieterecho/332/13-mediaspree-buc.html">MieterEcho</a>:</em></p>
<p>Die B&#252;rgerinitiative „Mediaspree versenken!“ hat sich in die Realpolitik begeben – und droht dabei selbst zu versinken</p>
<p>„Mediaspree versenken!“ darf sich als eine der erfolgreichsten B&#252;rgerinitiativen Berlins bezeichnen. Mit viel Engagement und Kreativit&#228;t gelang ihr im Sommer 2008 ihr gr&#246;&#223;ter Coup. Beim von ihr initiierten B&#252;rgerentscheid „Spreeufer f&#252;r alle“ stimmten 87% der teilnehmenden B&#252;rger/innen f&#252;r das Ansinnen der Initiative – und damit gegen die ehrgeizigen Pl&#228;ne von Investoren, Lobbyisten, etablierten Parteien und Bezirkspolitiker/innen, die an den Spreeufern von Friedrichshain-Kreuzberg nach wie vor eine &#252;berdimensionierte Betonlandschaft entstehen lassen wollen. „Mediaspree versenken!“ erwies sich als B&#252;rgerinitiative im besten Sinn: Durch die lokale Mobilisierung „von unten“ dramatisierte sie die Entwicklung der Spreeufer und kanalisierte die Bef&#252;rchtungen und den &#196;rger vieler Anwohner/innen. Mit dem erfolgreichen B&#252;rgerentscheid wurde deutlich, dass Investoren und Politik ihre Rechnung ohne den Kiez gemacht hatten.</p>
<p>Vom Unwillen der B&#252;rger/innen aufgeschreckt, lie&#223; sich die Bezirkspolitik zu dem hinrei&#223;en, was sie am besten kann: einen Arbeitskreis zu bilden. Er hei&#223;t „Sonderausschuss Spreeraum“ und in ihm sollen Bezirkspolitiker/innen, B&#252;rgerdeputierte der Initiative und Investoren in arbeitsamer Atmosph&#228;re noch einmal &#252;ber die Pl&#228;ne f&#252;r das Spreeufer debattieren. Die Investoren und Grundst&#252;cksbesitzer haben sich im Ausschuss bislang allerdings wenig konstruktiv gezeigt. Wenn sich „wichtige“ Leute wie der Behala-Gesch&#228;ftsf&#252;hrer Peter St&#228;blein, der Chef des Liegenschaftsfonds Holger Lippmann oder der Anschutz-Gesch&#228;ftsf&#252;hrer Detlef Kornett in die Sitzungen verirrten, machten sie zumeist klar, dass sie der B&#252;rgerentscheid nicht besonders interessiere und sie im Interesse ihrer Unternehmen ihre Grundst&#252;cke zu „entwickeln“ h&#228;tten. Kornett lie&#223; vor seinem gro&#223;en Auftritt im Ausschuss eine servile Kiezreporterin der Berliner Zeitung von der gro&#223;en Gef&#228;hrdung f&#252;r viele Arbeitspl&#228;tze k&#252;nden, die eine Umsetzung der Vorstellungen der B&#252;rgerinitiative angeblich bedeuten w&#252;rde. Diese hatte vorgeschlagen, dass Anschutz auf vier Hochh&#228;user, die die zementierte Brache um die O2-World umrahmen sollen, verzichten k&#246;nnte. Doch auch wenn Skeptiker zun&#228;chst vermuteten, beim Sonderausschuss handele es sich um ein „abgekartetes Spiel“, bei dem die Initiative nicht umsetzbare Maximalforderungen stellen und die Bezirkspolitik so lange herumlavieren w&#252;rde, bis der Senat dem Bezirk die Kompetenz entz&#246;ge, ist es mittlerweile ganz anders gekommen. Die Initiative laviert nun selbst herum und hat dar&#252;ber vergessen, in welche Richtung sie eigentlich will.</p>
<p><strong>Abkehr von urspr&#252;nglicher Ausrichtung</strong></p>
<p>So ist die Initiative von ihrer urspr&#252;nglichen Auffassung abgekommen, die in einem alten Aufruf nachzulesen ist und die die Kritik am Mediaspree-Projekt auf den Punkt brachte: „Es geht um Profit – um m&#246;glichst viele und teure Ufer(an)lagen mit privatisiertem Spreeblick. Im Mediaspree-Konzept wird nur in den Hochpreissektor investiert, der soziale Bereich fehlt v&#246;llig. Die geplante ‚Aufwertung’ f&#252;hrt zur Ankurbelung der Mietspirale, die antisoziale Entwicklung Berlins wird vorangetrieben (&#8230;)“. Um der bef&#252;rchteten Entwicklung etwas entgegenzusetzen, formulierte die Initiative die im B&#252;rgerentscheid zur Abstimmung gestellte Forderung, dass ein Mindestabstand von 50 Metern f&#252;r Neubauten von den Spreeufern und eine Begrenzung der H&#246;he von Neubauten einzuhalten sei. Heute jedoch pr&#228;sentiert die Initiative im Ausschuss „alternative“ Planungen f&#252;r den Uferbereich, z. B. f&#252;r das Osthafenareal in Friedrichshain, die ausgedehnte Gr&#252;nfl&#228;chen mit hohem Freizeitwert sowie eine „platzfassende Randbebauung“ enthalten. Besagte Randbebauung soll sich in der Bauweise von der bisher geplanten Investorenarchitektur unterscheiden und Gewerbe samt Wohnraum mit Spreeblick enthalten. „Engagieren sollen sich hier Wohnungsbaugesellschaften oder Baugruppen“, ist auf den Internetseiten von „Mediaspree versenken!“ zu lesen. Dass die Initiative mittlerweile auf die streng betriebswirtschaftlich ausgerichteten Berliner Wohnungsbaugesellschaften und auf Baugruppen aus dem wohlsituierten Mittelstand hofft, wie es auch bei einer Podiumsveranstaltung im Dezember 2008 deutlich wurde, ist vor dem Hintergrund ihrer urspr&#252;nglichen Forderungen recht erstaunlich. Denn solch hochwertiger Wohnraum w&#252;rde, in welcher Form auch immer, zum Ausschluss der &#214;ffentlichkeit an den Spreeufern f&#252;hren und damit ein „Spreeufer f&#252;r alle“ unm&#246;glich machen. Darauf wies auch Bezirksb&#252;rgermeister Franz Schulz (Gr&#252;ne) die Initiativenvertreter/innen im Sonderausschuss hin.</p>
<p>Die unbedachte Neuausrichtung einiger Initiativenvertreter/innen provoziert mittlerweile deutliche Kritik innerhalb der Gruppe der Mediaspreegegner/innen und es kam – ganz wie in der richtigen Politik – zur Herausbildung mehrerer Fraktionen.</p>
<p><strong>„Realos“ versus „Fundis“</strong></p>
<p>Die „Realos“, die in der Arbeit des Sonderausschusses einen gangbaren Weg zum Erfolg sehen, m&#252;ssen sich zwangsl&#228;ufig kompromissbereit geben. Sie diskutieren mit den Profipolitiker/innen die Grundst&#252;cksplanungen hoch und runter. Doch mittlerweile deutet sich an, dass der Weg der Diskussionen, Kompromisse und Konsense dornenreicher und steiniger ist, als so mancher erwartet hatte. Der Ausschuss hat bislang jedenfalls kein gro&#223;artiges Ergebnis vorzuweisen und die wiederholten Meldungen aus Richtung der Initiative, die Ausschussarbeit sei unheimlich erfolgreich, klingen eher nach Durchhalteparolen.</p>
<p>Die „Spreepirat_innen“, eine Nebengruppe von „Mediaspree versenken!“, kritisieren die Ausrichtung der „Realos“ mehr oder weniger scharf. Und selbst von Ausschussvertretern der Initiative kamen harsche Worte. Der mittlerweile zur&#252;ckgetretene B&#252;rgerdeputierte Henrik Haffki sagt: „Das Scheitern des B&#252;rgerbegehrens im Sonderausschuss steht bevor. Unsere Initiative ist nicht die erste, die feststellen muss, dass sie auf der parlamentarischen Ebene hingehalten und besch&#228;ftigt wird. Der Druck auf die Politik muss von der Stra&#223;e und &#252;ber medienwirksame Aktionen kommen, sonst wird sich nicht viel bewegen.“ Bei den Vertreter/innen der „Realos“ st&#246;&#223;t solche Kritik auf wenig Gegenliebe und deren Sprecher Carsten Joost warf den „Spreepirat_innen“ vor, sie w&#252;rden mit ihrem „Quatsch“ die gesamte Kampagne gegen Mediaspree „versenken“. Joost sieht ohnehin in allen Kritiker/innen der Ausschussarbeit „Durchgeknallte“ am Werk, die gemeinsame Sache mit Investor/innen und „bestimmten Parteien“ machten. Dabei bedient sich Joost selbst fragw&#252;rdiger Mittel: So entschuldigte er sich schriftlich bei Investorenvertretern f&#252;r ein kritisches Transparent, welches Mitglieder der Initiative w&#228;hrend einer Ausschusssitzung entrollt hatten. Bei einer Sitzung der Initiative ging er einen Kritiker sogar k&#246;rperlich an. Der Konflikt innerhalb der Gruppe der Mediaspreegegner/innen erreichte damit einen ersten H&#246;hepunkt. Es fragt sich nur, was letztendlich versinkt – die Mediaspree oder deren Gegner/innen.</p>
<p><em>Benedict Ugarte Chacón</em></p>
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		<title>Bettvorleger des Senats</title>
		<link>http://www.abriss-berlin.de/blog/2009/01/21/bettvorleger-des-senats/</link>
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		<pubDate>Wed, 21 Jan 2009 00:54:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Abriss Ghost</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mediaspree versenken]]></category>
		<category><![CDATA[Sonderabschuss Best Of]]></category>

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		<description><![CDATA[Artikel in der Tageszeitung junge Welt, 20.01.2009: Senat im Alleingang Berlin: Streit um Investorenprojekt „Mediaspree“ geht weiter. Nach erfolgreichem B&#252;rgerentscheid soll Friedrichshain-Kreuzberg Zust&#228;ndigkeit entzogen werden Von Christian Linde Nach dem R&#252;ckzug mehrerer Finanzinvestoren von Bauvorhaben am Berliner Spreeufer erh&#246;ht der „rot-rote“ Senat den Druck. Der „Sonderausschu&#223; Spreeraum“ in Friedrichshain/Kreuzberg hatte den Senat Ende 2008 aufgefordert, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="junge Welt, 20.01.2009" href="http://www.jungewelt.de/2009/01-20/016.php">Artikel in der Tageszeitung <em>junge Welt</em></a>, 20.01.2009:</p>

<a href='http://www.abriss-berlin.de/blog/2009/01/21/bettvorleger-des-senats/junge-welt-20012009/' title='junge-welt-20012009'><img width="150" height="150" src="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2009/01/junge-welt-20012009-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="(Teil 1) jW, 20.01.2009" title="junge-welt-20012009" /></a>
<a href='http://www.abriss-berlin.de/blog/2009/01/21/bettvorleger-des-senats/senat-im-alleingang-jw-20012009/' title='senat-im-alleingang-jw-20012009'><img width="150" height="150" src="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2009/01/senat-im-alleingang-jw-20012009-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="(Teil 2) jW 20.01.2009" title="senat-im-alleingang-jw-20012009" /></a>

<p><strong>Senat im Alleingang</strong></p>
<p>Berlin: Streit um Investorenprojekt „Mediaspree“ geht weiter. Nach erfolgreichem B&#252;rgerentscheid soll Friedrichshain-Kreuzberg Zust&#228;ndigkeit entzogen werden <em>Von Christian Linde</em></p>
<p>Nach dem R&#252;ckzug mehrerer Finanzinvestoren von Bauvorhaben am Berliner Spreeufer erh&#246;ht der „rot-rote“ Senat den Druck. Der „Sonderausschu&#223; Spreeraum“ in Friedrichshain/Kreuzberg hatte den Senat Ende 2008 aufgefordert, die Umsetzung des per B&#252;rgerentscheid abgelehnten Investorenprojekts „Mediaspree“ gemeinsam mit dem Bezirk zu &#252;berdenken. Auf der siebenten Sitzung des Ausschusses in der vergangenen Woche informierte nun Bezirksb&#252;rgermeister Franz Schulz (Gr&#252;ne) dar&#252;ber, da&#223; der sogenannte Masterplan „Planwerk Innenstadt“ tats&#228;chlich bis zum Sommer &#252;berarbeitet werden soll. Allerdings: ohne Beteiligung des Bezirks.</p>
<p>Der Ausschu&#223; der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) mit Vertretern der Parteien sowie vier B&#252;rgerdeputierten aus den Reihen der Initiative „Mediaspree versenken!“ war nach dem erfolgreichen B&#252;rgerentscheid „Spreeufer f&#252;r alle!“ gebildet worden. Nahezu 87 Prozent der teilnehmenden W&#228;hler aus Friedrichshain/Kreuzberg hatten sich im Juli 2008 gegen „Mediaspree“ ausgesprochen. Sie votierten f&#252;r einen 50 Meter breiten &#246;ffentlichen Uferstreifen und gegen den Bau weiterer Hochh&#228;user und neuer Autobr&#252;cken. Die Absicht des Senats, an dem Standort nach dem Modell der „London Docklands“ und der Hamburger „HafenCity“ ein Gebiet f&#252;r Unterhaltungsindustrie, Werbeagenturen und die Immobilienbranche zu errichten, ist dadurch ins Stocken geraten.</p>
<p>In einem Schreiben hat die Senatsverwaltung f&#252;r Stadtentwicklung nun au&#223;erdem gedroht, dem Bezirk die Zust&#228;ndigkeit zu entziehen. Zum Beispiel f&#252;r den Fall, da&#223; bis zur Aktualisierung des „Planwerks“ Ver&#228;nderungen am existierenden Bebauungsplan – etwa f&#252;r ein Hochhaus an der Elsenbr&#252;cke – vorgenommen werden. Damit wird deutlich, da&#223; der B&#252;rgerwillen f&#252;r den SPD/Die Linke-Senat keine Bedeutung hat. Das Gel&#228;nde befindet sich im Eigentum der landeseigenen Berliner Hafen- und Lagerhausgesellschaft (BEHALA). Die Gefahr hoher Schadenersatzforderungen von privaten Investoren, wie sie an anderen Standorten bef&#252;rchtet werden m&#252;ssen, ist hier ausgeschlossen, argumentiert der Sonderausschu&#223;. Das Bezirksamt befindet sich aufgrund eines BVV-Beschlusses derzeit in einem Pr&#252;fverfahren zur &#196;nderung des entsprechenden Bebauungsplanentwurfes.</p>
<p>Die Ank&#252;ndigung des Senats, die »Spreeraumentwicklung« im Alleingang durchzuf&#252;hren, hat auch die Diskussion im Sonderausschu&#223; zugespitzt. B&#252;rgermeister Schulz wird mittlerweile nicht nur vom Initiativkreis „Mediaspree versenken!“, sondern auch aus den eigenen Reihen gedr&#228;ngt, die Interessen des Bezirks entschlossener zu vertreten. Schulz hingegen warnt vor Aktionismus und setzt auf eine neu zu belebende &#246;ffentliche Debatte zur Zukunft des Spreeraums. Spielr&#228;ume sieht er auch durch sich abzeichnende Differenzen innerhalb der „rot-roten“ Koalition. Eine m&#246;gliche Verb&#252;ndete k&#246;nnte Senatsbaudirektorin Regula L&#252;scher sein. Immerhin im Rang einer Staatssekret&#228;rin, habe sie in einem Gespr&#228;ch mit Schulz im Gegensatz zu Stadtentwicklungssenatorin Junge-Reyer (SPD) f&#252;r die weitere Beteiligung des Bezirks pl&#228;diert.</p>
<p>Begonnen hatte die siebte Sitzung des Sonderausschusses Spreeraum mit einem Paukenschlag. Noch vor Eintritt in die Tagesordnung legte der B&#252;rgerdeputierte Henrik Haffki sein Mandat nieder. „Ihnen ist sicher nicht verborgen geblieben, da&#223; es unter denjenigen, die gegen die Politik f&#252;r Mediaspree aufbegehren, zu politischen Auseinandersetzungen gekommen ist. Diese – bislang politische – Auseinandersetzung eskalierte am Montag vergangener Woche in Form eines k&#246;rperlichen Angriffs von Carsten Joost auf meine Person“, so Haffki zur Begr&#252;ndung. Der Vorfall habe sich w&#228;hrend einer Sitzung der Initiative zu Jahresbeginn ereignet. Joost, Sprecher der Initiative „Mediaspree versenken!“, der den Vorfall einr&#228;umt, wollte sich vor dem Ausschu&#223; dazu nicht &#228;u&#223;ern.</p>
<p>Mehr Presse und Reaktionen zur <a title="R&#252;cktrittserkl&#228;rung" href="http://abriss-berlin.de/blog/2009/01/14/rucktrittserklarung">R&#252;cktrittserkl&#228;rung</a> in chronologischer Reihenfolge:</p>
<p>(1) <a title="scharf links, 15.01.2009" href="http://www.scharf-links.de/108.0.html">scharf links, 15.01.2009</a></p>
<p>(2) <a title="Neues Deutschland, 16.01.2009" href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/142270.mediaspree-ohne-bezirk.html">Neues Deutschland, 16.01.2009</a>:</p>
<p><strong>Mediaspree ohne Bezirk</strong></p>
<p>(ND-Villinger). Noch diesen Sommer will der Senat ein neues Leitbild f&#252;r den Spreeraum erarbeiten – ohne den Bezirk. Dies gab am Mittwochabend Franz Schulz (Gr&#252;ne), Bezirksb&#252;rgermeister von Friedrichshain-Kreuzberg, bei der 7. Sitzung des Sonderausschusses Spreeraum bekannt. Deshalb habe ihm die SPD-gef&#252;hrte Senatsverwaltung f&#252;r Stadtentwicklung nahegelegt, solange keine &#196;nderungen an den Bebauungspl&#228;nen, beispielsweise f&#252;r das geplante Hochhaus an der Elsenbr&#252;cke, vorzunehmen.</p>
<p>Ein halbes Jahr nach dem Erfolg des B&#252;rgerbegehrens und dem R&#252;ckzug einiger Finanzinvestoren von ihren Baupl&#228;nen zeigten sich auch neue Widerspr&#252;che. So wurde Schulz aus den eigenen Reihen aufgefordert, mutiger gegen&#252;ber dem Senat zu sein und notfalls auch den Entzug der Zust&#228;ndigkeit zu riskieren. Aus dem Kreis der Initiative „Mediaspree versenken“ trat ein B&#252;rgerdeputierter zur&#252;ck. Als konflikttr&#228;chtig zeichnete sich der Umgang mit mittelst&#228;ndischen Unternehmen sowie den an senatseigenen Grundst&#252;cken interessierten alternativen Baugruppen ab. Deshalb forderte der Ausschuss mit gro&#223;er Mehrheit den Senat zu einem Verkaufs-Moratorium auf.</p>
<p>(3) <a title="Neues vom Gl&#246;ckner, 16.01.2009" href="http://www.weltuntergangs.info/archives/530">Neues vom Gl&#246;ckner, 16.01.2009</a>:</p>
<p><strong>Betr.: MediaSpree</strong></p>
<p>Pl&#246;tzlich und unerwartet hat das Gesamtkunstwerk Ostprinzessin am Mittwoch den Sonderausschu&#223; zur Durchsetzung der Investoreninteressen gegen den B&#252;rgerwillen verlassen. Damit verliert der Ausschu&#223; eines der wenigen Mitglieder, die nicht davor zur&#252;ckschreckten, Investoren und Politiker gelegentlich mit Fragen nach den ethisch-moralischen Grundlagen ihres Tuns zu konfrontieren, Fragen, die selbstverst&#228;ndlich unbeantwortet blieben. Die Mehrheit der Ausschu&#223;mitglieder wird den Verlust eines solchen Fragestellers sicher freudig verschmerzen k&#246;nnen. Welche Auswirkungen der R&#252;cktritt auf die MediaSpree-Planungen hat, bleibt abzuwarten. (&#8230;)</p>
<p>(4) <a title="Mediaspree Versenken" href="http://www.ms-versenken.org">www.ms-versenken.org, 17.01.2009</a>:</p>
<p>„Zu Beginn der Sitzung hat sich leider einer unserer Deputierten von der Mitarbeit im Sonderausschuss verabschiedet. Dies tat er mit einer pers&#246;nlichen Erkl&#228;rung, in der er seine Kritik an den politischen Parteien, dem Sonderausschuss und auch an der Arbeit des Initiativkreises &#228;u&#223;erte. Wir alle bedauern die interne Eskalation im Initiativkreis, die zu seinem R&#252;cktritt f&#252;hrte und bem&#252;hen uns um Aufarbeitung..“</p>
<p>(5) <a title="taz, 20.01.2009" href="http://www.taz.de/regional/berlin/aktuell/artikel/1/muede-in-den-muehen-der-ebene">taz, 20.01.2009</a>:</p>
<p><em>Differenzen unter Mediaspree-Gegnern</em><br />
<strong>M&#252;de in den M&#252;hen der Ebene</strong></p>
<p>Ein B&#252;rgerdeputierter im Sonderausschuss Mediaspree tritt zur&#252;ck. Grund sind Differenzen innerhalb der Gegner des Projekts &#252;ber die Frage, wie weit man den Bef&#252;rwortern entgegenkommen soll. VON PETER NOWAK</p>
<p><em>Nicht so friedlich wie die V&#246;gel auf der Spree verhalten sich die Mediaspree-Gegner FOTO</em></p>
<p>Die Gegner von Mediaspree zerlegen sich gerade selbst &#8211; und wie unter Linken &#252;blich dreht sich der Streit &#252;ber die Frage nach Radikalopposition oder Dialogbereitschaft. Einer der B&#252;rgerderdeputierten der Initiative „Mediaspree versenken!“? im Bezirkssonderausschuss Mediaspree, Henrik Haffki, erkl&#228;rte vorige Woche seinen R&#252;cktritt. Als Grund nannte er gravierende politische Auseinandersetzungen mit seinen ExmitstreiterInnen: Die w&#252;rden zu stark auf Verhandlungen setzen. Er hingegen wolle vor allem Aktionen von BewohnerInnen- und Stadtteilinitiativen unterst&#252;tzen.</p>
<p>Haffki sa&#223; bisher als einer von vier B&#252;rgerdeputierten der Initiative „Mediaspree versenken!“? in dem Sonderausschuss. Dort beratschlagen sie gemeinsam mit VertreterInnen des Bezirksamtes Friedrichshain/Kreuzberg, der Bezirksverordnetenversammlung und den Eigent&#252;merInnen der Grundst&#252;cke &#252;ber die Umsetzung des B&#252;rgerbegehrens „Spreeufer f&#252;r alle“?. Das am 13. Juli 2008 von 87 Prozent der W&#228;hlerInnen in Kreuzberg-Friedrichshain angenommene BI-Konzept sah weitreichende Ver&#228;nderungen bei der Bebauung des Spreeufers vor. Dazu geh&#246;ren ein 50 Meter breiter baufreier Uferstreifen und ein Stopp des Baus weiterer Hochh&#228;user sowie die Verhinderung des Ausbaus der Brommybr&#252;cke f&#252;r den Autoverkehr.</p>
<p>Der Architekt Carsten Joost, der das B&#252;rgerbegehren wesentlich mitorganisierte und von Haffki besonders kritisiert wird, sieht keine Alternative zu dem von medienwirksamen Aktionen begleiteten Verhandlungsweg. „Dieses Vorgehen ist die logische Konsequenz aus dem B&#252;rgerentscheid“?, sagte er der taz. Dabei habe es bei einigen Grundst&#252;cksplanungen auch schon Erfolge gegeben. Allerdings r&#228;umt Joost ein, dass bei den m&#252;hseligen Verhandlungen die Euphorie ged&#228;mpft wurde, die die Media-Spree-GegnerInnen nach den B&#252;rgerInnenbegehren hatten. Schlie&#223;lich war der Erfolg der H&#246;hepunkt einer berlinweiten Kampagne, an der sich ein B&#252;ndnis von ClubbetreiberInnen am Spreeufer &#252;ber MieterInneninitiativen bis zur radikalen Linken beteiligte hatte.</p>
<p>Doch in den M&#252;hen der Ebene bei der Ausschussarbeit traten die Differenzen deutlicher hervor. So beurteilt Haffki das Konzept der Baugruppen, das auf einer Veranstaltung der Initiative „Mediaspree versenken!“? im Dezember vorgestellt wurde, als „in der Realit&#228;t meistens eigentums- und mittelstandsorientiert“?.</p>
<p>Auch die in Antr&#228;gen der Mediaspree-VertreterInnen erhobene Forderung nach Erh&#246;hung des Wohnraumanteils im Mediaspree-Raum bezeichnet Haffki „angesichts der Tatsache, dass sozialer Wohnungsbau zurzeit tot ist und nur hochpreisiger Wohnraum entstehen kann, als gef&#228;hrlicher Motor f&#252;r Gentrifizierungsprozesse“?.</p>
<p>Joost dagegen bestreitet, dass die Mediaspree-KritikerInnen Lobbyisten f&#252;r Baugruppen geworden sind. Er bezeichnet das Vorgehen seines Kritikers als dogmatisch und bef&#252;rchtet, dass dadurch neue MitstreiterInnen abgeschreckt werden k&#246;nnten.</p>
<p>(6)  <a title="Kiezblicke: Sonderausschuss fordert erstes Opfer" href="http://kiezblicke.blog.de/2009/02/03/sonderausschuss-fordert-erstes-opfer-5499279">Kiezblicke, 03.02.2009</a>:</p>
<p><strong>Sonderausschuss fordert erstes Opfer&#8230;</strong></p>
<p>Nachdem der Sonderausschuss Spreeraum der BVV Friedrichshain-Kreuzberg das Jahr 2008 mit einer sogenannten Generaldebatte beendete, ging es ins neue Jahr mit der Verhei&#223;ung, dass sich etwas bewegen kann im Spreeraum Friedrichshain-Kreuzberg&#8230;</p>
<p>Auf der letzten Sitzung am 18.Dezember 2008 betonten die politischen Vertreter noch einmal deutlich, dass sie an bestehenden B-Pl&#228;nen festhalten werden, um Schadensanspr&#252;che an den Bezirk zu verhindern und den Zust&#228;ndigkeitsentzug durch das Land Berlin nicht zu riskieren, w&#228;hrend die Vertreter der B&#252;rgerinitiative noch einmal betonten, dass der ge&#228;u&#223;erte B&#252;rgerwille ernst zu nehmen sei. Trotz dieser vollkommen wiederspr&#252;chlichen Standpunkte entstand bei mir der Eindruck, dass sich beide „Gegenspieler“ eher als Partner sehen.</p>
<p>Bei einigen Grundst&#252;cken war der Wille aufeinander zuzugehen deutlich zu sp&#252;ren. So z.B. auf dem Behala-Gel&#228;nde am ehemaligen Osthafen, wo sowohl Bezirksparteien als auch Bezirksamt signalisierten, dass ein solches Hochhaus mittlerweile weniger Sinn macht als bei der Projektierung. Auch auf dem Gel&#228;nde des Osthafens war ein Meinungsumschwung Richtung B&#252;rgerentscheid festzustellen und wird mittlerweile eine geringere bauliche Verdichtung favorisiert. Ich glaubte sogar fast so etwas wie eine zaghafte Euphorie zu sp&#252;ren, weil eine Stellungsnahme des Berliner Senats eine &#220;berarbeitung des Planwerks Innenstadt, vor allem des spreenahen Raums, in Aussicht stellt! An diesem neuen Planwerk mitzuarbeiten, und im Zuge dessen, die Ideen des B&#252;rgerentscheids aufzunehmen, scheint aus demokratischer Perspektive fast zwangsl&#228;ufig logisch und genau in diese Richtung zielte auch ein Antrag der Gr&#252;nenfraktion in der Sitzung der BVV vom 17.12.2008. In diesem hei&#223;t es:</p>
<p>„Das Bezirksamt wird beauftragt, sich bei der zust&#228;ndigen Senatsverwaltung daf&#252;r einzusetzen, dass das Planwerk Innenstadt im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg unter Beteiligung des Bezirks &#252;berarbeitet und angepasst wird. Insbesondere f&#252;r den Spreeraum sollte sich das Leitbild an den Zielen des erfolgreichen B&#252;rgerentscheids „Spreeufer f&#252;r Alle!“ orientieren. Den zust&#228;ndigen Aussch&#252;ssen ist regelm&#228;&#223;ig zu berichten.“</p>
<p>Was den Willen der Gr&#252;nenfraktion wiedespiegelt, den B&#252;rgerentschied, in der Dikussion um das „neue“ Planwerk Innenstadt aufzunehmen. Und so sahen es nach meinem Eindruck auch die versammelten Ausschussmitglieder&#8230;</p>
<p>Aber so verhei&#223;ungsvoll 2008 endete, so katastrophal begann das neue Jahr 2009 und das gleich auf zweierlei Weise.</p>
<p>Zum Einen verlie&#223; einer der B&#252;rgerdeputierten den Ausschuss. Offiziell aufgrund einer k&#246;rperlichen Auseinandersetzung mit Carsten Joost, welcher so etwas wie der Kopf der Vertreter der B&#252;rgerinitiative ist, w&#228;hrend eines Treffen der B&#252;rgerinitiative. (Begr&#252;ndung von Henrik Haffki ist hier nachzulesen) Ich vermute, dass eher die un&#252;berbr&#252;ckbaren Differenzen innerhalb der B&#252;rgerdeputierten zwischen denen die das M&#246;gliche wollen und daf&#252;r bereit sind Kompromisse einzugehen (Herr Joost) und denen die das Unm&#246;gliche wollen und jederzeit mit dem Generalverdacht: „Adjutant des Blutsaugerkapitalisten“ drohen (Herr Haffki). Worin sich auch deutlich das Dilemma innerhalb der B&#252;rgerinitiative wiederspiegelt!</p>
<p>Die zweite Katastrophe n&#228;herte sich von Seiten des Berliner Senats. Wie Bezirksb&#252;rgermeister Dr. Frank Schulz auf der Sitzung am 14.01.2009 mitteilte soll die geplante &#220;berarbeitung des Planwerk Innenstadt ohne die Beteiligung des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg erfolgen. Damit w&#228;re die Arbeit des Sonderausschusses Spreeraum im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg fast sinnlos gewesen! Denn damit w&#252;rde sich die Umsetzung des B&#252;rgerentscheids auf ein kaum sichtbares Minimum reduzieren.</p>
<p>Konsequenterweise hat dann innerhalb der Ausschuss-Sitzung vom 14.01.2009 der gesamte Ausschuss den Antrag aus der BVV beraten und abgestimmt und mit positivem Ergebnis in die BVV zur&#252;ck &#252;berwiesen. Diese hat den Antrag dann am 28.01.2009 beschlossen, so dass f&#252;r das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg gilt:</p>
<p>Das Bezirksamt wird beauftragt, sich bei der zust&#228;ndigen Senatsverwaltung daf&#252;r einzusetzen, dass das Planwerk Innenstadt im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg unter Beteiligung des Bezirks &#252;berarbeitet und angepasst wird. Insbesondere f&#252;r den Spreeraum sollte sich das Leitbild an den Zielen des erfolgreichen B&#252;rgerentscheids „Spreeufer f&#252;r Alle!“ orientieren. Den zust&#228;ndigen Aussch&#252;ssen ist regelm&#228;&#223;ig zu berichten.</p>
<p>Damit hat der B&#252;rgerentscheid mittlerweile die gr&#246;&#223;tm&#246;gliche politische Unterst&#252;tzung im Bezirk gefunden! Wie es weitergeht werden wir wohl noch sehen&#8230;</p>
<p>Die n&#228;chste Sitzung des Sonderausschuss ist am 11.02.2009 um 18.30 Uhr im BVV-Saal im Rathaus Yorckstra&#223;e. Themen werden sein: Cuvrystr. / B-Plan II-5, Postareal, Lohm&#252;hleninsel&#8230;</p>
<p>bis dahin uns eine sch&#246;ne Woche</p>
<p>(7) <a title="MieterEcho Nr. 332" href="http://www.bmgev.de/mieterecho/332/13-mediaspree-buc.html">MieterEcho, Februar 2009</a></p>
<p>(8) <a title="taz, 11.03.2009: Tauziehen um die Flussufer" href="http://www.taz.de/regional/berlin/aktuell/artikel/1/tauziehen-um-die-flussufer">taz, 11.03.2009</a>:</p>
<p><em>Mediaspree im Ausschuss</em><strong><br />
Tauziehen um die Flussufer</strong></p>
<p>Ruhig und &#252;berraschend erfolgreich arbeitet der Sonderausschuss Mediaspree vor sich hin. Nur die Senatorin Ingeborg Junge-Reyer schie&#223;t quer, wo es geht &#8211; wie beim Gel&#228;nde rund um die „Maria“. VON KRISTINA PEZZEI</p>
<p>Um die derzeit streckenweise noch gr&#252;nen Ufer der Spree in Friedrichshain-Kreuzberg wird im Sonderausschuss verhandelt.</p>
<p>Es sind die immergleichen S&#228;tze. Seit dem B&#252;rgerentscheid zur Zukunft von Mediaspree wiederholt Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) ihre ablehnende Haltung zum B&#252;rgervotum, unbewegt das Gesicht, abgehackt die Worte. „Ich habe Respekt vor dem Ergebnis solcher Abstimmungen“, sagte die Senatorin j&#252;ngst erneut im Abgeordnetenhaus. „Aber eine unmittelbare Wirkung gibt es auch in diesem Fall nicht.“ Und damit der f&#252;r die Planung zust&#228;ndige Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg ja nicht auf dumme Gedanken kommt, f&#252;gte sie die mantraartig ge&#228;u&#223;erte Drohung hinzu, dass der Senat auf jeden Fall Investoreninteressen wahren wolle und werde.</p>
<p><strong>Sonderausschuss</strong></p>
<p>Im Sonderausschuss zu Mediaspree werden am heutigen Mittwoch die stadtentwicklungspolitischen Sprecher von Linke und SPD auf Landesebene erwartet. Die Aussagen von Thomas Flierl und Ellen Hau&#223;d&#246;rfer d&#252;rften mit Spannung verfolgt werden: Macht n&#228;mlich Senatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) ihre Drohung wahr und zieht die Planung auf dem Grundst&#252;ck des „Maria“-Clubs an sich, kommt die Diskussion ins Abgeordnetenhaus &#8211; und die Parteien m&#252;ssen sich positionieren.</p>
<p>Junge-Reyer ist der Fels in der Mediaspree-Diskussion: Unbeugsam, ungeliebt &#8211; und letztlich am l&#228;ngsten Hebel sitzend. Als Senatorin kann sie jederzeit dem Bezirk die Planungshoheit entziehen, mit Verweis auf die gesamtst&#228;dtische Bedeutung des Gebiets &#8211; wie sie es im aktuellen Streitfall um die Zukunft des Grundst&#252;cks androht, auf dem derzeit der Club „Maria“ liegt.</p>
<p>Mit der Forderung nach einem 50 Meter breiten Uferstreifen, nach einem autofreien, zus&#228;tzlichen Steg zwischen Schilling- und Oberbaumbr&#252;cke und einem Nein zu weiteren Hochh&#228;usern sammelte die B&#252;rgerinitiative „Mediaspree versenken“ im Fr&#252;hjahr 2008 tausende Stimmen. Sie machte damit den Weg frei f&#252;r den B&#252;rgerentscheid im Juli &#252;ber das attraktive Spreegebiet zwischen Jannowitz- und Elsenbr&#252;cke. Brisant war, dass sich die Aktivisten gegen einen Bezirk wandten und siegten, der von den Gr&#252;nen regiert wird &#8211; der klassischen B&#252;rgerbeteiligungspartei.</p>
<p><strong>Kleinteilige L&#246;sungen</strong></p>
<p>Unmittelbar danach gingen die Poltereien von Senatorin Junge-Reyer los, erste Drohungen erreichten den Bezirk, doch ja die Investoreninteressen zu wahren. Die Gr&#252;nen in Friedrichshain-Kreuzberg nahmen dagegen den B&#252;rgerwillen an. Ein Sonderausschuss wurde eingerichtet; er tagt seit Herbst und versucht f&#252;r jedes Grundst&#252;ck Kompromisse auszuloten und kleinteilige Ver&#228;nderungen im Sinne des Entscheids zu erreichen.<br />
&#196;u&#223;erlich hat sich seitdem wenig ver&#228;ndert in Mediaspree. Das „Yaam“ gegen&#252;ber vom Ostbahnhof hat zu dieser Jahreszeit ohnehin geschlossen, verlassen liegt es da, trostlos. Auf dem Gel&#228;nde der „Maria“ sammelt ein Mann Unrat von der Brache. An der East Side Gallery fotografiert sich eine Handvoll asiatisch aussehender Touristen gegenseitig, sonst ist an der Mauer wenig los. Weiter s&#252;dlich, jenseits der Oberbaumbr&#252;cke, stehen ein paar Kr&#228;ne am Spreeufer. Neben MTV und Universal klaffen die gleichen Baul&#252;cken wie voriges Jahr.</p>
<p>Am s&#252;d&#246;stlichen Ende von Mediaspree, auf dem Grundst&#252;ck an der Elsenbr&#252;cke gegen&#252;ber den Treptowers, ruht einer der ungekl&#228;rten Streitf&#228;lle. Auf dem Gel&#228;nde der Berliner Hafen- und Lagerhausgesellschaft (Behala) war ein Hochhaus geplant. Schon vor dem B&#252;rgerentscheid hatte Bezirksb&#252;rgermeister Franz Schulz (Gr&#252;ne) aber erkl&#228;rt, dass das Geb&#228;ude nicht gebaut werden solle. Das Bebauungsplanverfahren ist seit dem B&#252;rgerentscheid gestoppt.</p>
<p>Im Behala-Aufsichtsrat sitzt die Staatssekret&#228;rin von Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linke). Wolf ist Aufsichtsratsvorsitzender der Berliner Stadtreinigung (BSR). Beiden landeseigenen Unternehmen geh&#246;ren Fl&#228;chen im Mediaspree-Gebiet. Der Senator vertrat bisher eher die Linie „Nichts gegen Kompromisse, solange sie nichts kosten“, und auch bei den Hochhaus-Pl&#228;nen hatte sich die Behala kompromissbereit gezeigt &#8211; bis Junge-Reyer auf das urspr&#252;ngliche Vorhaben pochte und die Behala auf Linie brachte. Mit ihrer unbeugsamen Haltung steht sie gegen ihren Senatskollegen. Ein Machtkampf? Offiziell wird das vehement dementiert, hinter vorgehaltener Hand hei&#223;t es, das sei denkbar.</p>
<p>Ein weiterer Grund f&#252;r Junge-Reyers Starrsinn k&#246;nnte sein, dass ihr der gr&#252;ne Bezirk ein Dorn im Auge ist. So jedenfalls verlautet es aus dem Umfeld des Bezirksamts. Immerhin ist Friedrichshain-Kreuzberg einer der wenigen Bezirke, in denen eine der roten Parteien nichts zu sagen hat. Bezirksb&#252;rgermeister Schulz sagt lapidar zu den st&#228;ndigen St&#228;nkereien von der Senatorin: „Das ist Teil des politischen Gesch&#228;fts.“Junge-Reyer m&#252;sse immerhin angerechnet werden, das sie ihrer Linie von Anfang an treu geblieben sei.</p>
<p>Schulz versucht den Druck auf den Sonderausschuss abzufedern. &#220;berhaupt ist die Atmosph&#228;re in dem Gremium, das alle zwei Wochen an wechselnden Orten tagt, seit dem Ende der &#252;berbordenden medialen Aufmerksamkeit ruhiger geworden. Die B&#252;rgerinitiative „Mediaspree versenken“ arbeitet nach den Worten von Schulz sachlich mit. Dass der streitbare Deputierte Henrik Haffki Anfang des Jahres zur&#252;cktrat, tat ihr &#220;briges.</p>
<p>Haffki hatte den Aktivisten vorgeworfen, zu sehr auf Verhandlungen zu setzen anstatt konfrontativ Aktionen von Bewohnern und Initiativen zu unterst&#252;tzen. Der „Mediaspree versenken“-Vorsitzende Carsten Joost betont hingegen stets, keine Alternative zum Verhandlungsweg zu sehen. Der demonstrationsfreudige Teil der Gruppe, die im Sommer noch gern bei Schlauchboot- und Besetzungskampagnen mitmischten, k&#252;mmert sich inzwischen lieber um den Protest gegen den Ausbau der Autobahn 100.</p>
<p>Auf der Gegenseite ist es ebenfalls still geworden. Dem Lobbyistenverband „mediaspree e.V.“ gingen die F&#246;rdermittel aus, er ist aufgel&#246;st. Investoren werden zu den Sitzungen eingeladen, wenn es um ihre Grundst&#252;cke geht. So ist dem Bezirk mit kleinteiligen Verhandlungen beim „Yaam“ ein Kompromiss gelungen: Der spanische Eigent&#252;mer will das Erdgeschoss vom Ufer zur&#252;cknehmen und erst die oberen Stockwerke weiter nach vorn bauen, so dass ein breiterer Freiraum zur Spree hin bleibt. Baubeginn sollte Ende Juni sein, das Bezirksamt verhandelt allerdings &#252;ber eine Verschiebung, um dem „Yaam“ somit erst einmal das &#220;berleben am Standort zu sichern. „Es sieht gut aus“, sagt die Gr&#252;nen-Fraktionsvorsitzende in Friedrichshain-Kreuzberg, Antje Kapek. Dar&#252;ber hinaus suche der Bezirk nach einem dauerhaften Alternativplatz f&#252;r das „Yaam“. Auch die „Bar 25“ kann Luft holen; nach einem Gerichtsurteil vom Herbst darf sie erst einmal bleiben. Hier allerdings pochen die Bezirksgr&#252;nen auf die B&#252;rgerentscheidsforderung „Spreeufer f&#252;r alle“. Auf Dauer m&#252;sse die Bev&#246;lkerung auch an den bislang abgeschlossenen Strandbars ans Ufer k&#246;nnen, sagt Kapek. Sie verweist darauf, dass es auf dem „Bar 25“-Gel&#228;nde au&#223;erdem erheblichen Sanierungsbedarf gebe, und der Boden sei kontaminiert.</p>
<p>Der Ansch&#252;tz-Gruppe konnten rund um die O2-Arena ebenfalls Zugest&#228;ndnisse entlockt werden; sie beteiligt sich finanziell auch an Freifl&#228;chen in der unmittelbaren Umgebung. Und f&#252;r das D&#228;mmisol-Gel&#228;nde gegen&#252;ber der „Maria“ gibt es einen vielversprechenden Vorschlag, der Freiraum und einen Zugang von der K&#246;penicker Stra&#223;e aus vorsieht. Schulz hat erste Verhandlungen mit dem Grundst&#252;ckseigent&#252;mer Behala gef&#252;hrt.</p>
<p><strong>Bezirk soll selbst zahlen</strong></p>
<p>Aufs Neue br&#252;skieren d&#252;rfte Senatorin Junge-Reyer den Bezirk bei den Pl&#228;nen f&#252;r die Brommy-Br&#252;cke. Ger&#252;chten zufolge will sie den Bezirk f&#252;r einen Steg zahlen lassen, anstatt die Mittel aus dem Programm Stadtumbau West bereitzustellen. Die Br&#252;cke soll entgegen fr&#252;heren Planungen autofrei werden. Sie kostet etwa 2,5 Millionen Euro.</p>
<p>Auch die Auseinandersetzung um die „Maria“ spitzt sich zu. Dort sieht das vom Senat vorgegebene Planwerk Innenstadt eine komplette Bebauung vor. Die Gr&#252;nen im Bezirk haben dagegen bereits vor dem B&#252;rgerentscheid erkl&#228;rt, lieber eine Gr&#252;nfl&#228;che zu wollen. Schulz nahm Verhandlungen mit dem Liegenschaftsfonds auf. „Wir hatten schon den Eindruck, dass der Liegenschaftsfonds auf uns zukommen wollte“, sagt dazu Kapek. Ein Investor habe zudem einen akzeptablen Bebauungsvorschlag vorgelegt. Vor etwa zwei Wochen schickte der Liegenschaftsfonds Kapek zufolge ein neues Angebot, das einen 20 Meter breiten Uferstreifen vorsah.</p>
<p>Bevor der Bezirk reagieren konnte, hatte Junge-Reyer einen Drohbrief an Schulz geschrieben: Schwenkt er nicht ein, zieht sie das Verfahren f&#252;r das Grundst&#252;ck an der Schillingbr&#252;cke an sich. „Ich bin mir sicher, dass im Bezirk die Vernunft Einzug halten wird“, legte sie s&#252;ffisant in der letzten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses nach. Zur Begr&#252;ndung f&#252;hrte sie die immergleichen Allgemeinpl&#228;tze an: das Interesse der Stadt und die Verl&#228;sslichkeit f&#252;r Investoren. Dass selbst von letzterer Seite brauchbare Kompromissvorschl&#228;ge kommen, scheint die Senatorin nicht mitbekommen zu haben. Der Liegenschaftsfonds wartet ab, wie sich die politische Lage entwickelt. Die Gr&#252;nen wollen sich nicht einsch&#252;chtern lassen. „Es ist klar, dass wir auf die Forderungen der Senatsverwaltung nicht eingehen werden“, sagt Kapek.</p>
<p>Am Mittwoch nun sind die stadtentwicklungspolitischen Sprecher von Links- und SPD-Fraktion, Thomas Flierl und Ellen Hau&#223;d&#246;rfer, in den Sonderausschuss geladen. Das d&#252;rfte spannend werden. Denn zieht Junge-Reyer das Verfahren auf dem Grundst&#252;ck an sich, wird es im Abgeordnetenhaus verhandelt. Dann wird sich zeigen, welchen R&#252;ckhalt die Senatorin mit ihrem Kurs auf Landesebene hat.</p>
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		<title>R&#252;cktrittserkl&#228;rung</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Jan 2009 20:42:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ostprinzessin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mediaspree versenken]]></category>
		<category><![CDATA[Sonderabschuss Best Of]]></category>

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		<description><![CDATA[R&#252;cktritt als B&#252;rgerdeputierter im Ausschuss Spreeraum der BVV Friedrichshain-Kreuzberg Im Sonderausschuss habe ich heute zu meinem R&#252;cktritt als Deputierter der Initiative „Mediaspree versenken!“ diese Erkl&#228;rung verlesen: Nur eine einzige Minute ist es, die mich von der anderen Wirklichkeit, von der anderen Wahrheit trennt. Im Sonderausschuss habe ich feststellen m&#252;ssen, dass sich die willf&#228;hrige Politik f&#252;r [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>R&#252;cktritt als B&#252;rgerdeputierter im Ausschuss Spreeraum der BVV Friedrichshain-Kreuzberg</strong></p>
<p><em>Im Sonderausschuss habe ich heute zu meinem R&#252;cktritt als Deputierter der Initiative „Mediaspree versenken!“ diese Erkl&#228;rung verlesen:</em></p>
<p>Nur eine einzige Minute ist es, die mich von der anderen Wirklichkeit, von der anderen Wahrheit trennt.</p>
<p>Im Sonderausschuss habe ich feststellen m&#252;ssen, dass sich die willf&#228;hrige Politik f&#252;r Aufwertungen und Verdr&#228;ngungen, ausgef&#252;hrt und betrieben durch die sogenannten Linken, die sogenannten Gr&#252;nen und die sogenannte Sozialdemokratie, weiter fortsetzt. Diese Politik wird von einer &#252;bergro&#223;en Mehrheit der Menschen im Bezirk abgelehnt. Organisiert wird die Ablehnung von einer Reihe verschiedener Initiativen und Gruppen.</p>
<p>Ihnen ist sicher nicht verborgen geblieben, dass es unter Denjenigen, die bereits seit mehreren Jahren gegen die Politik f&#252;r Mediaspree aufbegehren, zu politischen Auseinandersetzungen gekommen ist. Diese betreffen die generelle Ausrichtung der Arbeit gegen Mediaspree und vor diesem Hintergrund selbstverst&#228;ndlich auch die Arbeit der B&#252;rgerdeputierten im Sonderausschuss. Auch im Abstimmungsverhalten hat sich die Auseinandersetzung widergespiegelt.</p>
<p>Diese – bislang politische – Auseinandersetzung eskalierte am Montag vergangener Woche in Form eines k&#246;rperlichen Angriffs von Carsten Joost auf meine Person.</p>
<p>Den Vorfall konnten bislang weder ich noch die Gruppe verarbeiten. Eines steht aber fest: Ich stehe nicht f&#252;r politische Zusammenh&#228;nge zur Verf&#252;gung, in denen es w&#228;hrend des politischen Streits zu k&#246;rperlicher Gewalt kommen kann.</p>
<p>Ich gebe heute mein Mandat als B&#252;rgerdeputierter auf.</p>
<p><em>The Ostprinzessin</em></p>
<p><a href="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2009/01/ostprinzessin-im-sonderausschuss.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-971" title="ostprinzessin-im-sonderausschuss" src="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2009/01/ostprinzessin-im-sonderausschuss.jpg" alt="Ostprinzessin im Sonderausschuss" width="287" height="244" /> </a><a href="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2009/02/franz-schulz-und-gumbert-salonek.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-982" title="franz-schulz-und-gumbert-salonek" src="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2009/02/franz-schulz-und-gumbert-salonek-300x225.jpg" alt="Franz Schulz und Gumbert Salonek" width="300" height="225" /></a><a href="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2009/01/ostprinzessin-im-sonderausschuss.jpg"> </a></p>
<p><a title="Sonderausschuss" href="http://www.sonderausschuss.de">www.sonderausschuss.de</a></p>
<p>_____________________________________________________________________________</p>
<p>Beleg zur Feier des Tages, dem Akt meiner Befreiung:</p>
<p><a href="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2009/01/quittung.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-973" title="quittung" src="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2009/01/quittung-154x300.jpg" alt="Quittung" width="154" height="300" /></a></p>
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		<title>Umk&#228;mpftes Berlin</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Jan 2009 18:32:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Osthexe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mediaspree versenken]]></category>
		<category><![CDATA[Stadt als Beute]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft Bethanien]]></category>

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		<description><![CDATA[Berlin bleibt auch 2009 umk&#228;mpft. Berlin hat eine Tradition von „Umk&#228;mpftsein“ – die Alliierten taten es, dann ihre Nachfolger. Die Einen hatten zu essen, die Anderen ihre Vision von einer anderen Gesellschaft. Man baute Mauern und Berlin hatte auf einmal von Allem zwei, z.B. zwei Universit&#228;ten &#8211; mindestens. Einer versuchte den Anderen zu schlagen. Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Berlin bleibt auch 2009 umk&#228;mpft. Berlin hat eine Tradition von „Umk&#228;mpftsein“ – die Alliierten taten es, dann ihre Nachfolger. Die Einen hatten zu essen, die Anderen ihre Vision von einer anderen Gesellschaft. Man baute Mauern und Berlin hatte auf einmal von Allem zwei, z.B. zwei Universit&#228;ten &#8211; mindestens.</p>
<p>Einer versuchte den Anderen zu schlagen. Die Einen sprengten das Schloss als Symbol einer verabscheuungsw&#252;rdigen, zum Untergang verurteilten Gesellschaft, die Anderen gr&#252;ndeten die Freie Universit&#228;t &#8211; auch sie hatten eine Idee. 1958 bescheinigte Erich Kuby der Freien Universit&#228;t ein H&#246;chstma&#223; an Unfreiheit, weil sie ihre Freiheit nur im Gegensatz zur Humboldt-Universit&#228;t begreife. Er bekam  als persona non grata Redeverbot.</p>
<p>Dann richtete man sich ein, in Westberlin, dem Schaufenster des Westens, dem Paradies ohne Wehrpflicht, der Insel. In Ostberlin, der Hauptstadt der Deutschen Demokratischen Republik, in der es &#246;fter mal Bananen gab &#8211; und den Prenzlauer Berg mit seinen leerstehenden Wohnungen. Brech sie auf, frage die Nachbarin nach dem Mietkonto und wie hoch die Miete sei &#8211; Deine Eltern h&#228;tten den Zettel mitgenommen &#8211; zahle einige Monate die Miete, dann frage die KWV (Kommunale Wohnungsverwaltung), ob Du einen neuen Wasserhahn haben kannst &#8211; Deiner tropfe nun schon ein Jahr lang und Du h&#228;ttest es auch schon mal gesagt &#8211; und bubs, bist Du Mieter.</p>
<p>In Kreuzberg besetzte man ganze H&#228;user, verhinderte den Abriss f&#252;r eine Autobahn und lebte wild und gef&#228;hrlich.</p>
<p>Das konnte nicht ewig so weitergehen, einer musste gewinnen, nat&#252;rlich der, bei dem es mehr zu kaufen gab. Die Mauer fiel, alle waren besoffen vor Gl&#252;ck und der Osten wurde neu sortiert. „Restitution vor Entsch&#228;digung“, so lautete das Zauberwort. Wir stehen f&#252;r EIGENTUM. Es waren dann aber doch nicht die Alteigent&#252;mer, die ihre H&#228;user zur&#252;ckbekamen, sondern die gro&#223;en Immobilienentwickler, die alte Eigentumsanspr&#252;che abkauften und als Steuersparmodell in Fonds verkauften. Alles und Jeder wurde durchkapitalisiert, aussortiert, die Mitte Berlins &#252;bernommen, der Palast der Republik &#8211; das Volksschloss des Ostens &#8211; abgerissen. Ihr seid zwar das Volk, aber ihr habt in der Mitte nichts mehr zu suchen!</p>
<p>Goldgr&#228;berstimmung machte sich breit, erst die Sanierung der maroden Altbauten im Ostzentrum, dann die Stadterweiterung mit diesen wunderbaren Einfamilienhausidyllen, danach die innerst&#228;dtische Verdichtung &#252;ber das Planwerk Innenstadt und zum Schluss kam noch Kreuzberg dran. Hier vermochten das Kapital und seine Institutionen &#8211; getarnt als Recht auf Eigentum &#8211; jedoch nicht Jeden herauszusp&#252;len aus der Innenstadt, hier wurde neu besetzt. In der Parteienlandschaft wehte noch der k&#252;hle Wind des Kalten Krieges und so verweigerte man der linken Kreuzbergregierung die polizeiliche Unterst&#252;tzung der R&#228;umung.</p>
<p>Und nun wurde die ganze Klaviatur der Partizipation gezogen: <em>B&#252;rgerbegehren</em>, Runder Tisch &#8211; Entscheidungen der Kommunalvertreter bekamen ein &#246;ffentliches Interesse. Und da es so sch&#246;n war, gleich noch &#8211; bevor man zu den Sternen greift &#8211; nach dem n&#228;chsten Ort, dem Spreeraum, gegriffen: Ehemalige Zonengrenze und noch unbebaut, aber schon verplant.</p>
<p>„Mediaspree versenken“ war der Schlachtruf. Und noch bevor man sich dar&#252;ber klar war, was an Stelle der Planung stehen k&#246;nnte, zerlegte man sich schon in der Protestszene, spaltete sich ab &#8211; den Einen war es nicht radikal genug, den Anderen zu utopisch. Dessen ungeachtet ergriff das Volk die Chance der Selbstinthronisierung und hebte den <em>B&#252;rgerentscheid</em> in ein gesamtst&#228;dtisches &#196;rgernis. Hier, wo der Osten vom Westen getrennt war, die Spree nun alles verbindet, sollten viele Quadratmeter umbauten Raumes richtig viel Knete abwerfen – und nun?</p>
<p>Neulich war ich auf einer Veranstaltung. Der 50-Meter-Uferstreifen, der nach Volkes Wille frei bleiben soll, wird im Sonderausschuss der Volksvertreter verhandelt. Die 50 Meter &#8211; eine Projektion f&#252;r die Frage „Was muss anders werden“? An der Spitze der Initiative, alleingelassen von seinen Kritikern, ein Architekt &#8211; der denkt r&#228;umlich und hat Baugruppen eingeladen. Diese geben den Bewohnern ihr Leben „in die eigene Regie“. Jemand aus dem Publikum kannte so jemand aus einer Baugruppe und hatte ihn mal gefragt, was denn sein Traum sei. „Ein Eigenheim, m&#246;glichst preiswert und mit Anderen zusammen gebaut“. Das konnte er sich erf&#252;llen, kollektiv war allerdings nur die Frage der gemeinsamen Kanalisation.</p>
<p>Dem Publikum konnte das nicht imponieren, sie sahen den Warenwert der Grundst&#252;cke, die Ausschlussmechanismen. Keine Lust auf wohltemperierte Partizipation. Einer outete sich als Betroffener – was tun? Ratlosigkeit stellte sich ein&#8230;</p>
<p>Kann man der Wut eine Form geben, in der sie sich vernetzt mit Anderen? HILFE, PROTEST UND WIDERSTAND, aber sind wir schon reif, die Alternativen auch zu leben?</p>
<p>Neulich sah ich einen Schauspieler, der den Osten verlie&#223; und r&#252;ber in den Westen machte. Bevor er in den Westen ging, hatte er ein Gespr&#228;ch mit einem Politiker. Er fand ihn nicht unsympathisch: „Im Laufe der Zeit habe ich den Menschen erkannt“.  Der Politiker kam &#252;brigens sp&#228;ter bei einem Flugzeugungl&#252;ck ums Leben. Vielleicht war seine Vision nicht politikkompatibel.</p>
<p>Und  so sitze ich hier und wei&#223; nicht mehr, wof&#252;r ich sein soll: Einen Vertrag (f&#252;r das Bethanien) unterschreiben oder selbstorganisierten H&#228;userkampf? In den Aussch&#252;ssen miteinander reden und voneinander lernen, oder Wut rauslassen, Zeichen setzen? Na ja, n&#228;chstes Jahr ist auch noch ein Jahr und so w&#252;nsche ich mir, „wild und selbstbestimmt“ zu leben wie der Westen in Kreuzberg und „keinen zur&#252;ckzulassen“, wie der Osten es versuchte.</p>
<p><em>Mascha von der Clownsarmee</em></p>
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