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	<title>ABRISSBERLIN &#187; Umbruch</title>
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		<title>Schlaft in himmlischer Ruh!</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Dec 2011 23:07:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Der Böse Wolf</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Sie brüllt, sie rauscht, sie stampft. Die Weihnachtsmaschine läuft auf Hochtouren. Ob Media- oder Weihnachtsmärkte, ob Abendschau oder Musikantenstadl – überall ist „Weihnachtsstimmung“ oberste Pflicht. Es gehört dabei zu den alljährlichen Ritualen, dass sich die Würdenträger ganz besonders nachdenklich geben. Pfarrer und Bischöfinnen erinnern dann mit bedächtiger Mine an den wahren Sinn des Festes, bei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sie brüllt, sie rauscht, sie stampft. Die Weihnachtsmaschine läuft auf Hochtouren. Ob Media- oder Weihnachtsmärkte, ob Abendschau oder Musikantenstadl – überall ist „Weihnachtsstimmung“ oberste Pflicht. Es gehört dabei zu den alljährlichen Ritualen, dass sich die Würdenträger ganz besonders nachdenklich geben. Pfarrer und Bischöfinnen erinnern dann mit bedächtiger Mine an den wahren Sinn des Festes, bei dem es darum gehe, dass der Gottessohn auf die Erde geschickt wurde, um den Menschen Nächstenliebe zu predigen, damit „Friede auf Erden“ sei, wie die Engelschöre den Hirten in der Weihnachtsnacht verkündeten. Ähnlich rituell sind die Salbadereien von Politikern jeglicher Couleur, deren Texter angehalten sind, etwas zusammenzuschreiben, das einerseits ruhig und erhaben und andererseits auch ein bisschen mutmachend klingt. So wies Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Beispiel in einem Text für „Die Zeit“ zu Weihnachten 2010 auf „die Verletzlichkeit des Menschen“ hin, der dennoch in der Lage sei, „Dinge zum besseren zu wenden“. Nächstenliebe, Solidarität und ganz besonders Wertvorstellungen seien das „Fundament des Zusammenhalts“ in der Gesellschaft, was ja irgendwie auch mit der Geburt des Kindes im Stall von Bethlehem zu tun habe.</p>
<p>Zu den Ritualen gehört bei vielen auch die besinnliche Weihnachtsvöllerei. Der übertriebene Konsum wird dabei begleitet von den alljährlichen Ratgebern in Fernsehen und Zeitschriften, wie denn das zugelegte Gewicht möglichst schnell wieder abgespeckt werden kann. Man kann annehmen, dass ein ebenso übertriebener, großer Teil der zum Fest gekauften und bereitgestellten Lebensmittel hernach bedenkenlos auf den Müll geschmissen wird. Dies ist naheliegend, denn diese Art von Umgang mit einwandfreien Lebensmitteln ist in Deutschland und Europa keine weihnachtliche Besonderheit, sondern eingefahrene Normalität. Die Welthungerhilfe berichtet, dass allein in Deutschland jährlich 20 Millionen Tonnen einwandfreier Lebensmittel auf der Müllkippe oder in der Biogasanlage landen. Diese stammen nicht nur aus den Haushalten, die zuviel und zu unbedacht einkaufen. Sie stammen auch aus den Supermärkten und Großmärkten, die den „Verbrauchern“ immer penibelst einwandfreie Ware darbieten wollen, da diese angeblich danach verlangten. Eine Kiste Orangen, in der zwei Früchte überreif sind, wird komplett entsorgt, weil es sich nicht lohnen würde, die zwei Früchte auszusortieren. Verpackte Lebensmittel, Fleisch, Fisch, die nur noch in geringer Stückzahl vorhanden sind, landen im Abfall, weil in den Regalen Platz für neue Ware gebraucht wird. Pro Jahr werden in Deutschland 500.000 Tonnen Brot vernichtet. Dies hat seinen Grund in der verbraucherorientierten Überproduktion: Weil die „Verbraucher“ angeblich noch um 19:30 Uhr im Supermarkt ein Brotregal mit voller Auswahl haben wollen, wird zwischen 10 und 20 Prozent mehr Brot hergestellt, als tatsächlich gebraucht wird. Was in den „zivilisierten“ Ländern im Müll landet, würde – so eine theoretische Rechnung – genügen, um drei Mal alle Hungerleidenden der Welt zu ernähren. Die Gegenüberstellung von Überfluss auf der einen und Hunger auf der anderen Seite der Welt mag etwas abstrakt erscheinen, denn ein übrig gebliebenes Brot in Deutschland nutzt einer Familie in Afrika nichts. Auf den zweiten Blick ist dieser Zusammenhang aber doch nicht so abstrakt. Denn die sinnlose Überproduktion von Brot vergrößert die Nachfrage auf den internationalen Getreidemärkten. Und wo die Nachfrage steigt, steigt auch der Preis. Und hohe Getreidepreise treffen die Armen der Welt konkret, da sie, im Gegensatz zur Bevölkerung reicherer Länder, den größten Teil ihrer Einkünfte für Lebensmittel aufwenden müssen. Für einen mitteleuropäischen Haushalt ist ein erhöhter Weizenpreis keine wahrnehmbare Größe – für eine afrikanische Familie kann er eine Frage auf Leben und Tod sein.</p>
<p>Nicht nur die Verschwendung des wohlhabenderen Teils der Weltbevölkerung trägt zum Hunger der Armen bei. Die Mehrung des Wohlstands auf der einen Seite steht im direkten Zusammenhang mit der Mehrung von Hunger und Armut auf der anderen. Wie dies funktioniert, hat der Finanzjournalist Harald Schumann (Tagesspiegel) in einem umfangreichen Report für die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch herausgearbeitet. Ob milliardenschwere Fonds, Banken oder Kleinanleger – allesamt beteiligen sie sich an der Spekulation mit Rohstoff-Papieren und setzen damit auch auf möglichst steigende Preise von Getreide, Zucker oder Speiseöl. Die Rohstoffbörse bestimmt den Preis, die tatsächlichen Größen von realem Angebot und realer Nachfrage rücken in den Hintergrund. Von 2001 bis 2011 haben sich die Weltmarktpreise der ernährungsrelevanten Rohstoffe teilweise mehr als verdoppelt. Der Welthungerindex 2011 benennt die Ausweitung von Warentermingeschäften mit Agrargütern neben der Verwendung von Agrarprodukten zur Treibstoffherstellung und durch den Klimawandel hervorgerufene extreme Wetterereignisse als Hauptursache für höhere Lebensmittelpreise und deren starke Schwankung. Arme, hungernde Menschen können weder mit Preisanstiegen mithalten noch sich den starken Preisschwankungen anpassen – sie können höchstens ihre Kalorienzufuhr vermindern und stärker hungern oder im Zweifelsfall auf billigere, minderwertige Lebensmittel zurückgreifen. Beides führt zu Mangel- und Unterernährung, zu Krankheit und Tod. Dass die Preise stark schwanken, ermöglicht Investoren eine höhere Renditechance, was wiederum zu vermehrten Spekulationen führt. Ein Teufelskreis, der die Situation der Ärmsten der Armen in den nächsten Jahren weiter verschärfen wird. Die Kriege der Zukunft mögen um Wasser geführt werden. Die Aufstände der Gegenwart werden aus Hunger geführt. Ob in Haiti oder Indonesien, ob in Bangladesch oder im Jemen – als in den Jahren 2007 und 2008 die Preise für Soja, Reis und Weizen in die Höhe schossen, kam es zu sozialen Unruhen.</p>
<p>Die Spekulation auf Kosten der Ärmsten und ihre gesellschaftlichen Folgen sind längst ein sattsam bekanntes Problem, auch und gerade bei den europäischen Regierungen. Doch die Regierung der von vorgeblich christlichen Wertvorstellungen getragenen Bundeskanzlerin Merkel hat bis heute rein gar nichts unternommen, was diesen Zustand wenigstens entschärfen könnte. Im Gegenteil, die heiligen Märkte werden von der politischen Klasse, geführt durch Finanzmarktlobbyisten und beeinflusst durch „Parteispenden“, nicht angetastet. „Finanzmarktstabilität“ ist Sinn, Zweck und Ziel dieser Politik, der die Folgen ganz egal sind und der Verantwortung fremd ist. Die einfachsten Zusammenhänge werden geleugnet, Probleme in eine ungewisse Zukunft vertagt. Ein schäbiges Verhalten, so menschenverachtend, dass man diesen Leuten wünscht, sie würden einmal in der Haut einer afrikanischen Mutter stecken, der das Kind in den Armen verhungert. Gerade wenn es um Wertvorstellungen geht, sollte man sich, vielleicht nicht nur an Weihnachten, den Satz vor Augen halten, den das Christuskind sagte, als es nicht mehr klein und niedlich, sondern ein ausgewachsener Rebell war: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“</p>
<p><em>Benedict Ugarte Chacón</em></p>
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		<title>Verwählt euch nicht!</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Sep 2011 17:17:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ostprinzessin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Umbruch]]></category>

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		<description><![CDATA[Als Prinzessin fühle ich mich selbstverständlich einer weltanschaulichen Neutralität verpflichtet, bin aber gleichzeitig die Repräsentantin politischer Interessen und zweifelsohne eine natürliche Gegenerin der Parteiendemokratie &#8211; aber eben auch das Orakel vieler guter und lieber Menschen, die aus aktuellem Anlass fragen: Du, Prinzessin, wen wähl ick denn ma bloß? Nachdem ich seit 2005 viele Politikerinnen und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Prinzessin fühle ich mich selbstverständlich einer weltanschaulichen Neutralität verpflichtet, bin aber gleichzeitig die Repräsentantin politischer Interessen und zweifelsohne eine natürliche Gegenerin der Parteiendemokratie &#8211; aber eben auch das Orakel vieler guter und lieber Menschen, die aus aktuellem Anlass fragen: Du, Prinzessin, wen wähl ick denn ma bloß?</p>
<p>Nachdem ich seit 2005 viele Politikerinnen und Politiker aller Parteien kennenlernen durfte und musste, kann ich über deren Wahlkampfversprechen nur lachen. Ich will ganz ehrlich sein: Da ich in der konkreten politischen Arbeit eigentlich nur mit der BERGPARTEI gute Erfahrungen gemacht habe &#8211; und auf Bezirksebene auch mit der WAS-B -, liegt meine Antwort recht nahe. Doch ein mancher sagt, er wolle in jedem Fall eine Partei wählen, die Aussicht habe, ins Parlament einzuziehen, also mindestens 5% der Stimmen auf sich zu vereinen. Tja, meine Lieben, da bleibt dann nur die PIRATENPARTEI. Für unser aller Gemeinwesen wäre dies ganz sicher die glimpflichste Wahl, denn die anderen Parteien haben sich durch ihre konkrete Politik der letzten sechs Jahre gründlich disqualifiziert. </p>
<p>Oder wollt ihr etwa höhere Mieten zahlen, höhere Tarife, Gebühren und Fahrpreise? Die Armen weiter hinausdrängen? Berlin weiterhin den Interessen von Investoren oder dem parteiinternen Filz von SPD, LINKE, CDU und GRÜNEN überlassen? Nö, oder. Teuer und schick sind wir selber. Also: Verwählt euch nicht!</p>
<p>Auf dem goldenen Pfad zur gerechten, sozialen Basismonarchie für Alle,</p>
<p>Ihre und Eure<br />
<a href="http://www.ostprinzessin.de/bz"><em>Ostprinzessin</em></a></p>
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		<title>Ausstellungseröffnung am Freitag, 22.10./19.00</title>
		<link>http://www.abriss-berlin.de/blog/2010/10/17/ausstellungseroeffnung-am-freitag-22-10-19-00/</link>
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		<pubDate>Sun, 17 Oct 2010 21:27:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ABRISSBERLIN</dc:creator>
				<category><![CDATA[Umbruch]]></category>

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		<description><![CDATA[Authentische Räume in urbanen Randzonen. Eine Fotoausstellung von Daniel Sebastian Schaub. Vernissage mit AYA Musikvereinigung, Freistilexperimentalklangmusik &#8211; Eintritt frei. okk&#124;raum29 (organ kritischer kunst) Prinzenallee 29, Berlin-Wedding Authentische Räume in urbanen Randzonen In abgekoppelten und entlegenen Stadträumen konnten sich über viele Jahrzehnte eigenwillige Milieustrukturen entwickeln und stabilisieren. Es entstanden Ladengeschäfte mit einer besonderen Gestaltungsweise und einer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Authentische Räume in urbanen Randzonen. Eine Fotoausstellung von <a href="http://blog.transformationsfelder.de">Daniel Sebastian Schaub</a>.<br />
Vernissage mit AYA Musikvereinigung, Freistilexperimentalklangmusik &#8211; Eintritt frei.</p>
<p><a href="http://www.koloniewedding.de/orten.php?ort=okkzVLzraum29__zOPzOrgan_kritischer_KunstzCPz&amp;uberuns">okk|raum29</a> (organ kritischer kunst)<br />
Prinzenallee 29, Berlin-Wedding</p>
<p><em>Authentische Räume in urbanen Randzonen</em></p>
<p><em>In abgekoppelten und entlegenen Stadträumen konnten sich über viele Jahrzehnte eigenwillige Milieustrukturen entwickeln und stabilisieren. Es entstanden Ladengeschäfte mit einer besonderen Gestaltungsweise und einer hohen Ausdruckskraft. Fernab der gängigen Logik der Verwertbarkeit haben diese Ladengeschäfte einen Platz im urbanen Raum eingenommen und ihre Anwesenheit über lange Zeit gesichert. Gerade ihre besondere Lage macht es möglich, dass sie eine authentische Wirkung und eine starke Unmittelbarkeit entfalten können. Auf Grund ihrer hohen Individualität sind sie unverwechselbar und symbolisch höchst wertvoll. </em></p>
<p><em>Diese Standorte waren für Investitionen aus Wirtschaft, Politik und Kultur weitgehend unattraktiv. Demzufolge blieben die Ladengeschäfte und ihr Umfeld von sozialen Umstrukturierungen verschont – sie bildeten Enklaven in einem sich stark wandelnden Stadtraum verschiedener Großstädte. Die aktuellen Aufwertungstendenzen in marginalisierten Stadtlagen erzeugen jedoch erhebliche Veränderungen und führen langfristig zum Verschwinden dieser bedeutsamen Orte und der damit zusammenhängenden Milieustrukturen. Hierdurch reduziert sich nicht nur das breite Spektrum an individuellen Ladengeschäften für Waren und Dienstleistungen sowie die Differenziertheit an stadträumlich interessanten Orten, sondern auch die Vielfalt an sozialen Lebensformen und Seinsweisen.</em></p>
<p><a href="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2010/10/paradies-berlin.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2114" title="paradies-berlin" src="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2010/10/paradies-berlin.jpg" alt="" width="550" height="369" /></a></p>
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		<title>Denn wir sind wieder wer</title>
		<link>http://www.abriss-berlin.de/blog/2010/07/09/denn-wir-sind-jetzt-wieder-wer/</link>
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		<pubDate>Fri, 09 Jul 2010 15:55:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ostprinzessin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Umbruch]]></category>

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		<description><![CDATA[Weshalb der Typ im Unisex-WC des Musikclubs meinen Urin trank &#8211; plötzlich und unvermittelt, aus der Pinkelrinne heraus, das kann ich nicht genau erklären, dazu befragt habe ich ihn nämlich nicht. Denn schließlich leben wir ja in einer von Anonymisierung durchsetzten Wirklichkeit, in der uns die Begehren der Mitmenschen fern und versteckt erscheinen, so sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Weshalb der Typ im Unisex-WC des Musikclubs meinen Urin trank &#8211; plötzlich und unvermittelt, aus der Pinkelrinne heraus, das kann ich nicht genau erklären, dazu befragt habe ich ihn nämlich nicht. Denn schließlich leben wir ja in einer von Anonymisierung durchsetzten Wirklichkeit, in der uns die Begehren der Mitmenschen fern und versteckt erscheinen, so sie sich nicht &#8211; offen zur Schau getragen &#8211; unserer Wahrnehmung aufdrängen. <em>Verroht</em> werden es die einen nennen, <em>sinnenfreudig</em> die anderen. Mir hingegen fehlen dafür schlicht die Worte; über eines jedoch bleibe ich mir im Klaren: Eine echte Schamlosigkeit ist mir genauso lieb wie eine echte Scham.</p>
<p>En vogue ist derweil eine neue Biederkeit, die an Realitäten der 50er Jahre erinnert, während zu gleicher Zeit eine sich fortsetzende Verrohung der Sitten aufblüht. Beides lässt sich gut an der Entwicklung der Musikszene ablesen und dort ins Besondere am von strikt marktorientierten Akteuren beherrschten Business: Im populärkulturellen Segment steht zur Schau getragene Softsex-Attitüde hoch im Kurs, welche &#8211; mit scheinbar provokanten Gesten gepaart -, einen gewissen Anspruch auf gesellschaftliche Unangepasstheit beweisen soll, dem sie freilich an keiner Stelle tatsächlich entspricht. Dem Konsument bietet sie jedoch die Reflexionsfläche für sein Bedürfnis nach Ausbruch, Wildheit und Ekstase. Wo bereits Madonna schnell an die Grenzen ihrer Glaubwürdigkeit geriet, dort beginnt die Welt der Lady Gaga, in der sich die sinnliche Beliebigkeit der zu Humankapital transformierten Menschheit derzeit wohl am umfassendsten widerspiegelt:  Ihre Accessoires wirken mitunter wie computergenierte Verlegenheitslösungen, zusammengestöpselt aus einem unerschöpflichen Pool an Persönlichkeitsausweisen, während sich hinter der lauten Sichtbarkeit ihres Tuns nicht viel mehr als ein umfassendes Sinn- und Gefühlsvakuum auftut.</p>
<p>Und auch in der sogenannten Indieszene stehen Revoluzzerposen anstelle inhaltlicher Streitfragen, generieren sich einzig und allein zum Zwecke des vermarktungsfördernden Moments, verbreiten sich als Mode ohne gesellschaftsrelevante Botschaft und bleiben somit Selbstzweck. Im Gegensatz zu frühem Punk oder der weithin gefürchteten Rocker-Mode fehlt heutzutage den von musikkulturellen Szenen geprägten Mode-Statements der Thrill. Vielleicht ist tatsächlich der <em>Manga</em>-Style des viel geschmähten <em>Tokio Hotel</em>-Sängers Bill Kaulitz noch die gewagteste Inszenierung, weil der Zeichentrick in seiner Fleisch gewordenen Verkörperung immerhin mit alten Sehgewohnheiten bricht. Denn geschlechtliche Uneindeutigkeiten führen nach wie vor zielsicher zu Anstoß erregender Verwirrung. Jede Transe kann davon ein Lied singen. Selbst in Berlin-Mittes Torstraßenviertel, das sich im Angesicht seiner urbanen Versprechen auch bei Touristen und Zugezogenen großer Beliebtheit erfreut, kann man keine zwei Ecken weit gehen, ohne angepöbelt oder lächerlich gemacht zu werden.</p>
<p><!-- 		@page { size: 21cm 29.7cm; margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --> <!-- 		@page { size: 21cm 29.7cm; margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --> <!-- 		@page { size: 21cm 29.7cm; margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } -->Es könnte womöglich der Schluss naheliegen, dass die eigentliche Provokation in der Besinnung auf „wahre Werte“ läge. Doch geistern besagte Werte ohnehin als Untote durch das system-generierte Netzwerk namens Gesellschaft: Allenthalben finden sich Wünsche und Bilder aus längst vergangen geglaubten Zeiten ganz oben auf der Beliebtheitsskala. Entsprechend bieder fallen nicht nur die „Kunstwerke“, Musik- und Videoproduktionen etablierter Stars aus, sondern auch die des Nachwuchses: Zwar im Cyberlook inszeniert und über <em>iPhone</em>, <em>iPad</em>, <em>Facebook</em> und <em>Twitter</em> permanent mit der Umwelt verbunden und scheinbar in regem Austausch stehend, verharren die persönlichen Werte an der Schamgrenze der 50er. Mädchen tragen ihr Haar lang, Jungs kurz, und der Wunsch nach dem Kleinfamilienidyll als „die wahre Lebensperspektive“ nährt sich aus dem Erlebnis der mäßig wilden Jahren der Jugend, das im Einklang mit der Entfremdung  des gesellschaftlichen Ichs steht. Gleichzeitig präsentieren sich <em>User</em> in vielen Internetkontaktforen in  sexuellen Posen, mit verrohtem Sprachgebrauch und abgestumpfter Sinnlichkeit.</p>
<p><!-- 		@page { size: 21cm 29.7cm; margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } -->Eine Perspektive auf nahezu vollständige Integration haben daher die neuen Schwulen zwischen 14 und 49. Für nicht viel mehr als einen Tag im Jahr in aller sich im Einzelfall schnell als Einfalt herauskristallisierenden Vielfalt öffentlich sichtbar, passen sich die Träume der meisten schwulen Männer an den 364 anderen Tagen im Jahr erst recht an die ihrer nicht-homosexuellen Konsumgenossen an. Wen würde es da also noch wundern, wenn die sog. Homo-Ehe unter schwarzer Führung eingeführt würde. Die neuen Schwulen haben sich längst assimiliert und nur wenige, so scheint es, haben darüber vorher umfassend nachgedacht. Das allgemeine Mitläufertum ist mittlerweile unter Schwulen mindestens so verbreitet wie in der Restbevölkerung. Der sexuelle Selbstverwirklichungswahn wird zwar von vielen homosexuellen Männern immer noch besser beherrscht als von heterosexuellen Zeitgenossen, doch im Allgemeinen können Schwule heute nichts besser als jene. Dies zeigte sich auch jüngst bei den Veranstaltern des Christopher Street Day (CSD), die auf Vorwürfe der Miterfinderin der Gender-Debatte, Judith Butler, den strukturellen Rassismus weitestgehend zu ignorieren, Kriegseinsätze zu verherrlichen und all zu sehr in die Kommerzialisierung abgerutscht zu sein, nicht nur sichtlich beleidigt, sondern &#8211; eine opulente Kleingeistigkeit offenbarend &#8211; dem Beifall klatschenden Teil des Publikums reflexartig entgegenhielten: „Ehrlich gesagt: Ihr seid hier nicht die Mehrheit!“ Die Mehrheit nämlich hatte es mit ihrem Assimilierungswillen so ernst genommen, dass sie den CSD vom traditionellen Datum (26. Juni) aus Gründen der Staatsräson auf den 19. Juni vorverlegte: Ein Kniefall vor König Fußball. Dementsprechend waren neben den Fähnchen in Regenbogenfarben diesmal noch mehr schwarz-rot-gelbe Lappen zu sehen als in den Vorjahren.</p>
<p><!-- 		@page { size: 21cm 29.7cm; margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } -->Doch funktioniert der Eifer des Fußballsports vor Allem auch als Durchlauferhitzer für Zugehörigkeitsgefühle;  einmal mehr ist es das Mitläufertum, das den ohnehin latenten Drang zur Nationalisierung immer gefährlicher werden lässt. Und so müssen dagegen immunisierte Mitmenschen die bieder-ekstatische Heiterkeit der sich offenbarenden, patriotischen Glücksgefühle mit Fassung tragen, wenn sie nicht Gefahr laufen wollen, einer Anklage wegen Beleidigung staatlicher Hoheitszeichen ins Auge zu sehen. An den Fahnenmast mit vergoldeter Spitze, den mein Nachbar vor ein paar Tagen vor seinem Fenster fünf Meter hoch in den deutschen Himmel baute, werde ich mich also gewöhnen müssen &#8211; oder eben auch nicht. Und als vor mir ein sich als „richtiger Deutscher&#8221; bezeichnender Jugendlicher mit wehender schwarz-rot-gelber Fahne über der Schulter in einen prenzlbergischen Baumarkt hineinlief und dort Eltern und Bruder seine hervorragende Idee &#8211; „Wenn wir Weltmeister werden, lauf ich &#8216;n ganzes Jahr überall als Deutscher“ &#8211; wissen ließ, wuchs bei mir die Hoffnung auf den Endsieg der spanischen Mannschaft exponentiell; et voilà&#8230;</p>
<p>Zwischen den späten 60ern und 1990 war es im Westen, im Norden und auch im Süden der Bundesrepublik Deutschland mitunter verpönt, nationale Symbole zu tragen, zu verbreiten oder sie sich gar ins Gesicht zu malen; nur Altnazis, Neonazis und rechtsgerichtete Bürgerliche hissten die deutsche Fahne. Und im Osten kannte man solche Bilder von inszenierten Aufmärschen. Offenbar ist das alles in Vergessenheit geraten. Seit der Einverleibung der DDR durch die BRD sind „wir“ ja wieder wer. Und schon war es aus mit der früheren Nachdenklichkeit &#8211; lang hatte sie nicht gewährt.</p>
<p><em>Ostprinzessin</em></p>
<p><a href="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2010/07/nachbars_fahne.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1932" title="nachbars_fahne" src="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2010/07/nachbars_fahne.jpg" alt="" width="550" height="1073" /></a></p>
<p><em>Mitmachen, Ignorieren oder eine Axt zur Hand nehmen?</em></p>
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		<title>Linkes Terrornest in Berlin-Mitte</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Apr 2010 16:01:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ostprinzessin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Spiel, Spaß und Spannung.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Spiel, Spaß und Spannung.</p>
<p><a href="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2010/04/linkes-terrornest.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1845" title="linkes-terrornest" src="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2010/04/linkes-terrornest.jpg" alt="" width="550" height="411" /></a></p>
<p><a href="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2010/04/berlin-mitte-terrornest.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1856" title="berlin-mitte-terrornest" src="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2010/04/berlin-mitte-terrornest.jpg" alt="" width="550" height="412" /></a></p>
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		<title>Flasche leer?</title>
		<link>http://www.abriss-berlin.de/blog/2010/03/01/flasche-leer/</link>
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		<pubDate>Mon, 01 Mar 2010 18:42:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ostprinzessin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Umbruch]]></category>

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		<description><![CDATA[8 oder 15 Cent – das ist hier die Frage Ein wirklich boomender Markt, das ist unserer. Die Konkurrenz wächst von Monat zu Monat. Manche von uns überlisten die neuen West-Türschlösser in den alten Türen der Ost-Häuser mit einer einfachen Plastikkarte. Im Hof schauen wir dann in fast alle Tonnen: In die für Glas, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>8 oder 15 Cent – das ist hier die Frage</p>
<p>Ein wirklich boomender Markt, das ist unserer. Die Konkurrenz wächst von Monat zu Monat. Manche von uns überlisten die neuen West-Türschlösser in den alten Türen der Ost-Häuser mit einer einfachen Plastikkarte. Im Hof schauen wir dann in fast alle Tonnen: In die für Glas, die für Papier, in die Gelbe Tonne und in den Restmüll; den Biomüll lassen wir meist außer Acht. Oft finden wir weder da noch dort etwas. Auch den Mülleimern an der Straßenecke widmen wir uns. Manche benutzen Taschenlampen, um hineinzuleuchten, denn dann brauchen wir nicht so sehr im zerrissenen Plastik, im zerknüllten Papier, in den Essensresten und gebrauchten Taschentüchern herumzuwühlen. Mag eigentlich noch irgendjemand sein Ekelzeug in die öffentlichen Mülleimer werfen?</p>
<p>Früher hat man es uns auf drei Kilometer Entfernung angesehen. Klar, auch heute noch sind einige von uns hinkende, alte Frauen in verlumpten Strickjacken oder Hauskitteln, Schuhen aus den 80ern und zerknautschtem Gesicht. Andere von uns tragen Jeans-Klamotten, Sportschuhe und Rucksäcke – von dieser Sorte gibt es immer mehr, von der anderen nie weniger. Manche Leute halten uns für Büroangestellte. Lustig, denn eigentlich arbeiten wir so autonom wie sonst kaum jemand. Ohne Aldi-, Lidl-, Penny- oder Plus-Tüten wird man uns nur selten zu sehen bekommen; sie sind unsere Basisausstattung. Effizienz gehört zu den Grundregeln. Wer es zu gemütlich angeht, kann sich morgen Mittag den Frühstückskaffee nicht leisten oder zum nächsten Ersten seine Schulden nicht bedienen. Und wer zwischendurch nach Hause geht, um zwischenzulagern, verliert wertvolle Zeit, in der die Anderen alles abgrasen.</p>
<p>Seit ein paar Jahren stellen uns die Leute ihre leeren Flaschen gut sichtbar an den Gehwegrand. Immer mehr machen das so. Für viele ist es ganz sicher die einzige soziale Tat des Tages. Die Jugendlichen haben damit angefangen. Sie denken noch unkomplizierter, ganz pragmatisch. Außerdem macht es einen guten Eindruck bei der Freundin. Mitunter ist es eine noble Pflicht. In den Gegenden der Stadt, wo viele Leute ausgehen, die neben ihrer unbändigen Feierlaune auch ein ungepfändetes Konto ihr Eigen nennen, gilt das ganz besonders: Im Prenzlauer Berg, im Friedrichshain, in Mitte – in Kreuzberg seltener.</p>
<p>Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. In den späteren Abend- und Nachtstunden aber wächst der Konsum und damit unsere Chance auf ein Auskommen. Wenn die Leute heiter nach Hause wanken, dann beginnt für uns die Arbeitszeit. Wir arbeiten überall in der Stadt und wir sind unüberhörbar. Klar, das Klirren der Flaschen beschämt. Doch es ist kein Spaßartikel, man kann es nicht abstellen.</p>
<p>Beim Sammeln sind wir flink. Überhaupt geht alles rasant: Nach und nach fallen bei den meisten von uns die Charmegrenzen – Stufe für Stufe. Es ist kaum möglich, die Flaschen schnell einzustecken, denn erst einmal müssen wir den restlichen Fusel ausschütten, denn sonst wird das Ganze zu einer noch weitaus klebrigeren Angelegenheit als ohnehin schon: In kürzester Zeit sind Taschen, Kleider und Haut alkoholdurchtränkt. Und das fällt dann noch mehr auf.</p>
<p>Einige von uns behängen ihr Fahrrad mit Tüten, in denen täglich hunderte Flaschen ihrer Erlösung in den Sammelautomaten der Discounter harren. Dort geschieht es relativ anonym. Auch untereinander bleiben wir lieber anonym, obgleich wir uns fortwährend begegnen und bereits nach wenigen Tagen wissen, wer wann und wo seine Strecke läuft. Wir fixieren einander nicht. Genausowenig schauen wir den Leuten auf der Straße ins Gesicht. Wir handeln zielstrebig.</p>
<p>Im Dunkeln können wir nicht erkennen, ob vielleicht Hunde an die Flaschen gepinkelt haben – oder auch Menschen. Und nicht alle von uns greifen in die Müllkübel am Straßeneck hinein, aber die meisten schon, denn auf dem Trottoir finden sich einfach immer noch nicht genügend Flaschen. Genügsamkeit, ja das ist ohnehin ein relativer Begriff. Das Pfandflaschensammeln wird zum Fieber und nicht alle von uns machen es aus blanker Not heraus. Gerade für die Autodidakten unter den Raffgeiern ist diese Tätigkeit wie geschaffen. Natürlich muss man sein moralisches Empfinden abstreifen, um Anderen die Flaschen vor der Nase wegzuschnappen. Doch oft genug sind die Übergänge fließend.</p>
<p>Alle kennen uns. Abwertende Blicke werden seltener – beschämt schauen allerdings auch nur noch die Wenigsten. Wir sind eine der großen sichtbaren Gruppen der Unsichtbaren. Auffallen wollen wir alle nicht und das ist den Anderen wohl auch ganz recht so. Schweigen im Walde.</p>
<p><em>Ostprinzessin</em></p>
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		<title>Getreten adeln wir uns selbst [live]</title>
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		<pubDate>Sun, 28 Feb 2010 18:29:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ostprinzessin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Umbruch]]></category>

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		<description><![CDATA[„Ich bin die Ostprinzessin, ein Wunder dieser Welt, ich habe kein Geld, ich habe Liebe. Ich rette die Welt ohne den Held, sozial radikal, ganz nah am Rand, und draußen, da schreib ich es an jede Wand: Menschlichkeit und Gerechtigkeit, wer die nur bellt, wer nur sich selbst gefällt, der wird bloßgestellt. Wir können nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>„Ich bin die Ostprinzessin, ein Wunder dieser Welt,  ich habe kein Geld, ich habe Liebe. Ich rette die Welt ohne den Held, sozial radikal, ganz nah am Rand, und draußen, da schreib ich es an jede Wand: Menschlichkeit und Gerechtigkeit, wer die nur bellt, wer nur sich selbst gefällt, der wird bloßgestellt. Wir können nicht mehr sein als ein Knall im All, doch unsre Waffe ist das Licht der Welt, das Licht, das sie erhellt, und ich sage Euch: Wir bringen sie zu Fall! Denn ich bin die Ostprinzessin – und (&#8230;)“</em></p>
<p><em> </em></p>
<div id="attachment_1793" class="wp-caption alignnone" style="width: 560px"><em><em><a href="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2010/03/ostprinzessin-elkes-salon.jpg"><img class="size-full wp-image-1793" title="ostprinzessin-elkes-salon" src="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2010/03/ostprinzessin-elkes-salon.jpg" alt="" width="550" height="366" /></a></em></em><p class="wp-caption-text">Ostprinzessin zu Gast in Elkes Salon, 27.02.2010</p></div>
<p><em> </em><em>Auferstanden aus Ruinen (E-Geige: Bernhard Christian)</em></p>
<p><em>Berlin: Mein erstes Mal und mein zweites (Ostprinzessin)</em></p>
<p><em>Flasche leer? 8 oder 15 Cent &#8211; das ist hier die Frage (Ostprinzessin)</em></p>
<p><em><a title="Ostprinzessin zu Gast in Elkes Salon" href="http://ostprinzessin.de/bz">Mehr&#8230;</a><br />
</em></p>
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		<title>Sparwahn bei der Bahn</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Oct 2009 19:51:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Al</dc:creator>
				<category><![CDATA[Umbruch]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Zuge der Privatisierungsgeilheit spart die S-Bahn nun auch bei der Rechtschreibung.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Zuge der Privatisierungsgeilheit spart die S-Bahn nun auch bei der Rechtschreibung.</p>

<a href='http://www.abriss-berlin.de/blog/2009/10/08/sparwahn-bei-der-bahn/s-bahn/' title='s-bahn'><img width="150" height="150" src="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2009/10/s-bahn-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="s-bahn" title="s-bahn" /></a>
<a href='http://www.abriss-berlin.de/blog/2009/10/08/sparwahn-bei-der-bahn/ostbahnhof/' title='ostbahnhof'><img width="150" height="150" src="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2009/10/ostbahnhof-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="ostbahnhof" title="ostbahnhof" /></a>
<a href='http://www.abriss-berlin.de/blog/2009/10/08/sparwahn-bei-der-bahn/anzeigetafel/' title='anzeigetafel'><img width="150" height="150" src="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2009/10/anzeigetafel-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="anzeigetafel" title="anzeigetafel" /></a>

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		<title>Desillusioniert, aber von vollem Herzen</title>
		<link>http://www.abriss-berlin.de/blog/2009/06/09/desillusioniert-aber-von-vollem-herzen/</link>
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		<pubDate>Tue, 09 Jun 2009 16:04:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ostprinzessin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Umbruch]]></category>
		<category><![CDATA[Willkür & Repression]]></category>

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		<description><![CDATA[Zu den Olympischen Spielen 1936 sollte Berlin „zigeunerfrei“ sein, die Berliner Sinti und Roma wurden in das Zwangslager Marzahn deportiert, von wo aus die meisten nach Auschwitz in den Tod geschickt wurden. Zu den Feiern des 60-jährigen Bestehens Deutschlands im Jahr 2009 soll Berlin „zigeunerfrei“ gehalten werden. Die Roma und Sinti, die nach Berlin fliehen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zu den Olympischen Spielen 1936 sollte Berlin „zigeunerfrei“ sein, die Berliner Sinti und Roma wurden in das Zwangslager Marzahn deportiert, von wo aus die meisten nach Auschwitz in den Tod geschickt wurden.</p>
<p>Zu den Feiern des 60-jährigen Bestehens Deutschlands im Jahr 2009 soll Berlin „zigeunerfrei“ gehalten werden. Die Roma und Sinti, die nach Berlin fliehen, werden in das in einem Spandauer Industriegebiet gelegene „Ausreisezentrum Motardstraße“ verbracht. Der Wunsch des Senats und weiter Teile der Bevölkerung: Die Rückkehr der Roma, zum Beispiel nach Rumänien. Doch dort &#8211; wie auch in manchen Ländern des Balkans oder in Ungarn und Tschechien &#8211; stehen Viele vor dem Nichts. Und dies ist seit Generationen traurige Tradition: Roma werden von der Infrastruktur ausgeschlossen &#8211; Wasser, Strom und Bildung werden ihnen von der Administration vorenthalten, ganze Stadtviertel nicht an die öffentliche Struktur angeschlossen. In vielen Geschäften werden Roma nicht bedient. Die allgegenwärtige, sich verschärfende Armut führt indes dazu, dass ein aufgehetzter, rechter Mob „Säuberungen“ durchführt: Häuser brennen, Mordkommandos machen Jagd auf Roma.</p>
<p>Währenddessen heizt die Boulevardpresse in Berlin die Stimmung gegen die in die Stadt gekommenen Roma so sehr an, das auch hierzulande wieder mit Pogromen gerechnet werden kann. Differenziert wird dabei selten. Roma seien quasi naturgemäß verwildert, verwahrlost, kriminell, aggressiv und unverschämte Schmarotzer. Die real existierende Existenznot wird als Bettelmasche verniedlicht, die realen Lebensbedingungen in Mittel- und Osteuropa stets unterschlagen. Und historische Verantwortung? Nein, die muss man in Deutschland mit der Lupe suchen, wenn es um Roma und Sinti geht.<em> </em>Auch die Roma-Organisationen erweisen sich heute als wenig hilfreich; in der Praxis sind die Erfahrungen mit ihnen eher schlecht.<em> </em></p>
<p>Die Verantwortlichen in der Bundesrepublik drücken sich bequem um konstruktive Lösungsvorschläge herum.<em> </em>Roma haben keine große Lobby<em> </em>und hatten sie auch noch nie, wenn es hart auf hart kam.<em> „R</em><em>assistisch Verfolgte sind keine Touristen &#8211; Übernehmt endlich Verantwortung für Sinti und Roma“</em>, mahnten daher die Unterstützer der Roma, die auf ihrer Suche nach Hilfe in der Not bei einer katholischen Gemeinde in der Kreuzberger Wrangelstraße aufschlugen. Doch die beharrte darauf, dass sie vorab hätte liebevoll um Hilfe gebeten werden müssen. Die sie dann selbstverständlich ausgeschlagen hätte, wie man vermuten muss, denn die Gemeinden, die von den Unterstützern bereits im Vorfeld angefragt worden waren, signalisierten alles Andere als christliche Nächstenliebe.</p>
<p><a href="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2009/06/keine-touristen.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-1034" title="keine-touristen" src="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2009/06/keine-touristen-150x150.jpg" alt="Keine Touristen" width="150" height="150" /></a> <a href="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2009/06/die-kirche-ist-geoeffnet.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-1033" title="die-kirche-ist-geoeffnet" src="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2009/06/die-kirche-ist-geoeffnet-150x150.jpg" alt="Die Kirche ist geöffnet" width="150" height="150" /></a> <a href="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2009/06/zur-freiheit-befreit.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-1037" title="zur-freiheit-befreit" src="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2009/06/zur-freiheit-befreit-150x150.jpg" alt="Zur Freiheit befreit (?)" width="150" height="150" /></a></p>
<p><em>„Zur Freiheit befreit“</em> &#8211; dieser hübsche Spruch entpuppt sich als Fake. Die Flyer auf den Kirchentischen lügen sich so schamlos ins Papier wie das Grundgesetz der 60-jährigen Nation, wenn es in Artikel 3 behauptet: <em>„Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden.“ </em>Die<em> </em>wenigen Gemeindemitglieder, die am 28. und 29. Mai den kurzen Weg in ihre Kirche fanden, bestärkten den ohnehin hasenfüßigen Pfarrer Polossek in seiner Haltung, ein menschliches Zeichen der Barmherzigkeit zu vermeiden. Manche wetterten so arg gegen die Roma, dass es schlussendlich keine andere Möglichkeit mehr geben konnte, als den Hort christlicher Abgründe zu verlassen. <em>„Ihr erfüllt alle Klischees, die man über euch hat“</em>, polterte Pfarrer Polossek gegen die Unterstützer und ihren <em>„unfreundlichen Akt“</em>. Aber kann er darin wirklich sicher sein?</p>
<p>Die Realität würde ihn später noch Lügen strafen &#8211; genauso wie sie es bei einer zunehmend aufgekratzten Katina Schubert vom Sozialsenat tun würde, die in einer unwirschen Minute brüllend aus der Diskussionsrunde im Gemeinderaum rannte: <em>„Mit euch kann man doch gar nicht reden! Ihr interessiert euch doch nur für euren Dreck!“ </em>Zuvor hatte sie bereits gezetert: <em>„Wenn ihr jetzt nicht aufhört, dann geht gar nichts!“ </em>Und damit<em> </em>war sie immerhin herzhafter gewesen als der „linke“ Sozialstadtrat Knut Mildner-Spindler, der sich<em> </em>in sein Paragrafengefängnis zurückzog und bei den Roma-Familien Stimmung gegen die Unterstützer zu machen suchte: <em>„Sie sind schlecht beraten</em><em> von denen!“</em><em> </em>Auf<em> </em>meinen Einwand hin, dass diese aber ja wohl die Einzigen seien, die sich überhaupt kümmern würden, verstummte er, ohne jedoch gerührt zu sein.</p>
<p>Seine Mutmaßungen und faulen Angebote winselte Mildner-Spindler linientreu in jedes Mikrofon, das sich ihm bot. Und die Presse war sich ohnehin schon weitestgehend sicher darin, wer hier wen zu was genötigt hatte. Oliver Jarasch vom RBB &#8211; auch seine Hassparolen würden später Lügen gestraft werden &#8211; brachte es auf den hasserfüllten Punkt: <em><a title="AbendschauBlog - In Geiselhaft der Hausbesetzer" href="http://blog.rbb-online.de/roller/abendschaublog/entry/in_geiselhaft_der_hausbesetzer">„In Geiselhaft der Hausbesetzer“</a></em>. Die einzige Person unterdes, die tatsächlich in eine Art Geiselhaft geriet, war eine „Journalistin“ aus dem Hause Springer. Abgerichtet für Hassreportagen, nahm sie sich selbst zur Geisel &#8211; als Geisel der reißerischen Journaille. Und mit einigem Vergnügen zischte sie auch noch während ihres frei gewählten Kirchenasyls: <em>„Ihr glaubt gar nicht, wie gern wir das machen!“</em> Zuvor waren alle Versuche, sie von den &#8211; teilweise schlafenden &#8211; Roma, denen sie mit ihrer Handykamera nachstellte, fernzuhalten und sie aus der Kirche zu geleiten, fehlgeschlagen. Über den gesamten Tag hinweg musste sie begleitet werden, da sie sich standhaft weigerte, ihre Reportage in der Kirche abzubrechen.</p>
<p><a href="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2009/06/springerjournaille.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-1036" title="springerjournaille" src="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2009/06/springerjournaille-150x150.jpg" alt="Springer-Journaille..." width="150" height="150" /></a> <a href="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2009/06/sankt-marien-liebfrauen.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-1035" title="sankt-marien-liebfrauen" src="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2009/06/sankt-marien-liebfrauen-150x150.jpg" alt="St. Marien Liebfrauen, Wrangelstraße" width="150" height="150" /></a></p>
<p>Etwa 70 Unterstützer &#8211; unter ihnen auffallend viele queere Personen, hatten sich im Kirchhof eingefunden und warteten dort auf ein göttliches oder wie auch immer geartetes Zeichen. Viele Stunden lang stand man umher und diskutierte, verhandelte und organisierte Verpflegung. Auch der Senat schickte „Unterstützung“: Gegenüber der Kirche eine Hand voll Zivilpolizisten  &#8211; in einem silbernen VW-Bus mit getönten Fensterscheiben &#8211; die Situation stellvertretend für den Senat aussitzend. Der Staatsschutz ermittelt. Na danke. <em>„Wie im Bürgerkrieg“</em>, so einer meiner Gefährten.</p>
<p>Bei anbrechender Dunkelheit jedenfalls sprangen dann die Unterstützer selbst wieder einmal in die klaffende Lücke zwischen staatlicher und kirchlicher Ignoranz und gewährten den Roma-Familien Unterschlupf. In der beinahe gleichgeschalteten Presse wurde indes steif und fest behauptet, die Unterstützer aus der autonomen linken Szene hätten sich der Roma entledigt und Anderen das Problem &#8211; aus Jux und Dollerei natürlich &#8211; zugeschoben.</p>
<p>Die Realität interessierte bis zum heutigen Tage nicht. Und die Unterstützer selbst &#8211; sie schwiegen und halfen weiter im Stillen: Spontan und selbstlos &#8211; aber das dürfen die Bürger der Stadt Berlin nicht erfahren, damit sich ihr Bild von den Autonomen nicht zum Guten wendet. Aber auch Bürgerin <em>Sweet Mausi</em>, so nannte sie sich, half im Stillen: Sie brachte &#8211; wie auch andere mitfühlende Menschen &#8211; eine Tüte voll Babynahrung und Hygieneartikel in die offene Etage des <a title="NewYorck im Bethanien" href="http://www.newyorck.net">NewYorck im Bethanien</a>. So sprang am Ende eines anstrengenden, frustrierenden Tages noch einmal ein menschlicher Funke über im von sozialer Kälte und Vorurteilen zerrütteten Berlin. Und wenn die Unterstützer nicht am Kummer über die Verhältnisse in unserer Stadt zerbrochen sind, dann kümmern sie sich auch heute noch &#8211; tiefgreifend desillusioniert, aber immer noch von vollem Herzen.</p>
<p><em>The Ostprinzessin</em></p>
<p>(<a title="The Ostprinzessin" href="http://www.ostprinzessin.de">www.ostprinzessin.de</a>)</p>
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		<title>Wer will guten Kuchen backen</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Apr 2009 23:35:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ostprinzessin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Umbruch]]></category>

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		<description><![CDATA[(Yorckbrücken) &#8230;der muss haben sieben Sachen. Eier und Schmalz, Zucker und Salz, Milch und Mehl und: Ein Motiv.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="Yorckbrücken" href="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2009/04/wir-wollen-die-ganze.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1015" title="wir-wollen-die-ganze" src="http://www.abrissberlin.de/blog/wp-content/uploads/2009/04/wir-wollen-die-ganze.jpg" alt="Yorckbrücken" width="500" height="373" /></a></p>
<p><em>(Yorckbrücken</em>)</p>
<p>&#8230;der muss haben sieben Sachen. Eier und Schmalz, Zucker und Salz, Milch und Mehl und:</p>
<p>Ein <a title="Neues vom Glöckner: Mit Reinhard Müller in eine rostige Zukunft" href="http://www.weltuntergangs.info/archives/598">Motiv</a>.</p>
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